Mysteria3000

Alternative und interdisziplinäre Archäologie im Fokus

ISSN 1619-5744 / 1619-5752 - Impressum - 09.09.2010

Mysteria3000 beschäftigt sich seit mittlerweile 10 Jahren mit den Themen der alternativen und interdisziplinären Archäologie. Neben PaläoSETI, Prä-Astronautik und moderner Atlantis-Forschung stehen spekulative Forschungsansätze im Mittelpunkt der kritischen Auseinandersetzung.

Die technischen Probleme von Blumrichs Hesekiel-Rekonstruktion

Die von dem Ingenieur 1979 erstmal veröffentlichte These, Hesekiel hätte ein Zubringerraumschiff mit einem atomkraftbetriebenen, birnenförmigen Hauptkörper gesehen, der durch Helikoptereinheiten unterstützt wurde, ist längst ein Klassiker in der Paläo-SETI. 1985 wurde diese These von durch die Rekonstruktion des angeblich Tempels erweitert, den Hesekiel beschrieb und der sich in den Augen Beiers als eine Wartungsstation für Blumrichs Raumschiffversion entpuppte.

An den Deutungen der beiden wurde an verschiedenen Stellen bereits Kritik geäußert, die vor allem die Art ihrer Textinterpretation betraf.

Christian Forrer zeigt in einem nun wieder veröffentlichten Artikel zudem auf, weshalb Blumrichs Deutung auch aus technischer Sicht äußerst zweifelhaft ist.

Zu lesen gibt es den Artikel auf seiner Homepage

http://www.ch-forrer.ch/P-SETI/Ezechiel/Blumrichkritik/Blumrichkritik.htm

Über den Autor

Andre Kramer

Befasst sich seit 1995 mit den Themen der alternativen Archäologie, veröffentlichte Artikel für verschiedene Zeitschriften, Sagenhafte Zeiten, Incognitas, Q'Phaze, Journal für Ufoforschung, Deguforum und Mysteria3000.

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3 Kommentare »

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  1. Ich blieb gleich an der Überschrift hängen der oben genante Webseite…
    „Warum die Blumrich- Rekonstruktion falsch ist“
    1. Die Rekonstruktionen sind nicht Falsch…
    2. Hr. Blumrich machte seine Rekonstruktionen nach damaligen stand des Wissen bzw. der Technik…
    3. Das Wissen hat sich seit damals genügend geändert…
    Die Techniken genau soviel…

    Als Beispiel möchte ich gerne die Star Trek Serien bzw. Filme…
    Anfangs benützte man Kaffeebecher um eine Makete des Raumschiffes Enteprise zu machen…

    Heute sind Visionäre bzw. Querdenker auf den werke mit Rechnern und Pi-Pa-Po…

    Es liegt an der zukünftigen Generation wie Blumrich- Rekonstruktion dargestellt wird…
    Blumrich gab nur einen Leitfaden…

    Mit freundlichen Grüßen

    Kommentar von Juraj Melis

  2. Zur Analyse von Christian Forrer möchte ich einige Anmerkungen machen. Ich hatte nach der Lektüre den Eindruck, dass Herr Forrer in einigen Punkten Recht hat, aber auch inhaltlich schwere Fehler gemacht hat und zuweilen beim Textverständnis Schwierigkeiten hatte. Eine Widerlegung Blumrichs oder der Möglichkeit, die Ezechiel-Texte technisch interpretieren zu können, sehe ich beim besten Willen nicht. Einige Beispiele, warum ich der Meinung bin, dass Herr Forrer falsch liegt.

    Zitat: „Sowohl die Theologie, wie auch die religiösen Vertreter von Juden und Christen, sind der Meinung es handle sich dabei um einen, oder den, zukünftigen Tempel im heiligen Land Israel.
    Gefunden hat man bis heute noch keine Anlage, die mit diesen Bibelbeschreibungen zusammenpasst. Das ist natürlich ein wichtiger Punkt der die Hypothese stützt, das Ezechiel nur die Vision eines zukünftigen Tempels hatte.“ Zitat Ende

    Im Hebräischen gibt es keine eindeutige Zeitform. Bei alten Texten kann man nicht unterscheiden, ob er sich auf die Vergangenheit oder die Zukunft bezieht. Religiöse Text, die nicht verstanden wurden, wurden reihenweise zu Visionen erklärt. Die Vision eines künftigen Tempels kann kaum mit Hunderten von Maßangaben versehen sein. Die Beschreibung oder Vision eines offenen, stadionähnlichen Tempels, in dem die Herrlichkeit des Herrn landet, ergibt im herkömmlichen theologischen Rahmen keinen Sinn. Es kann sich nicht um eine gewöhnliche Tempelvision handeln. Ob man ein entsprechendes Bauwerk gefunden hat oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Offensichtlich stammen die Texte aus uralter Zeit und wurden für das Judentum angepasst.

    Zitat: „Ein weiterer Punkt sind die Räder die vom Propheten beschrieben werden.
    Im Vers 1/16 heisst es am Schluss:
    …und sie waren so gearbeitet, als wäre je ein Rad mitten in dem anderen
    und weiter im Vers 1/17:
    Sie konnten nach allen vier Seiten gehen, ohne sich im Gehen zu wenden…
    Anhand dieser Beschreibungen, hat Herr Blumrich sein bekanntes „Segmentrad“ konstruiert, für dessen Prinzip er auch ein „US Patent“ beantragte, und es auch erhielt. Hier drehen sich einzeln angetriebene Rollen, die am Umfang des Rades angeordnet sind, unabhängig voneinander um sich selbst. In Kombination mit der „normalen“ Rollbewegung des Rades, sind Bewegung in jede beliebige Richtung möglich.
    Es ist ein raffiniertes Konzept. Trotzdem bin ich der Meinung, es passt nicht auf die Beschreibung in der Bibel. Es wird ausdrücklich von zwei Rädern gesprochen und nicht davon, „es funktioniere wie zwei Räder“!
    Die Rollen am Umfang, würden von Ezechiel aber kaum mit einem Rad in Verbindung gebracht werden, da er Rollen für den Transport von schweren Lasten sicher gekannt hat.“ Zitat Ende

    Sätze wie „es funktioniert wie zwei Räder“ kann man nicht in einem 2500 Jahre alten Text erwarten. Ezechiels Aussage hat jedoch den gleichen Sinn. Er sagt nicht, es gäbe zwei Räder, sondern macht klar, dass das Rad den Eindruck erweckt, als „wäre“ ein Rad mitten im anderen. Der hebräische Text nennt den Konjunktiv, nicht die Tatsache. Es sieht so ähnlich aus, als “wäre” ein Rad mitten im anderen. Mit anderen Wort: Dort ist kein zweites Rad, sondern etwas, das dem Prinzip eines zweiten Rades folgt. Die Rollen hat Ezechiel nicht als echtes Rad aufgefasst, aber er hatte auch kein Wort für Rolle. Rollen, die in ein Rad integriert sind, konnte er nur als etwas ähnliches wie ein Rad mitten im anderen umschreiben. Im Hebräischen existierte kein Wort für Rollen. „Galgal“ ist der hebräische Sammelbegriff für Rad und alle radähnlichen Objekte. Das verwandte aramäische Wort „galgalohi“ wurde sogar für die Bezeichnung eines Schädels benutzt.

    Zitat: „Der wichtigste Aspekt aber, warum ich davon überzeugt bin, dass der Prophet Ezechiel keine Raumfähre gesehen hat, wie sie von Josef F. Blumrich rekonstruiert wurde, sind die Hubschrauberantriebe.
    Ich bin der festen Überzeugung, dass es gar nicht möglich ist, die geforderten Hubleistungen, mit diesen Rotoren, zu erzeugen! Jeder Rotor müsste mindestens 35 bis 40 Tonnen Auftrieb liefern, damit die Fähre überhaupt sicher vom Boden abheben könnte! „Zitat Ende

    Richtig, Blumrich hat den Flugkörper zu groß und zu schwer berechnet. Trotzdem muss deshalb das Grundkonzept der Rekonstruktion nicht falsch sein. Aus heutiger Sicht müsste man die Größe korrigieren. Man darf aber nicht vergessen, dass er von den damals verwendeten Leistungsberechnungen ausging, die heute nicht mehr stimmen. Es wäre aber kein Problem, den Flugkörper kleiner und leichter anzunehmen.

    Zitat: „Im gelandeten Zustand haben die Rotoren nur noch 1 Meter Abstand zu den Mauern! Die Rotoren erzeugen einen gewaltigen, nach unten beschleunigten Luftstrom. Je weiter die Fähre in den Tempel eintaucht, umso weniger Fenster stehen für den Abtransport der Luftmassen zur Verfügung. In einer Flughöhe von etwa 3 bis 4 Meter, gibt es für die Luftwirbel unterhalb der Rotoren keine Möglichkeit mehr, seitlich zu entweichen. Zwangsläufig wird die Luft zurückgeworfen und sorgt so für unberechenbare Turbulenzen.
    Ja es ist sogar so, dass jetzt auch über die Fenster, die eigentlich dazu dienen sollen die Luftmassen abzuleiten, zusätzliche Luft angesaugt wird um nach unten in das Gebäude gedrückt zu werden! Dort kann die Luft aber nicht mehr so einfach entweichen, was zu Turbulenzen und Wirbel führt, die sich gegenseitig immer stärker aufschaukeln werden. Wie schon einmal erwähnt, kann in turbulenter Luft kein, oder nur sehr wenig Auftrieb erzeugt werden kann. Je tiefer die Fähre in den Tempel eintaucht, desto problematischer sieht die Luftströmung um die Rotoren und der Fähre herum aus. Der Deckel wird sozusagen „geschlossen“. Zusätzlich müssen diese massiven Wirbel auch dazu führen, dass die Fähre immer stärker herumgeworfen wird, je weiter sie in das Gebäude eintaucht. Es steht einfach nicht genug Raum zur Verfügung, um einen kontrollierten Luftstrom um die Rotoren zu gewährleisten!
    Es darf wohl gesagt werden, dass die Landung einer solchen Fähre, in einem solchen Gebäude kaum möglich erscheint.“ Zitat Ende

    Eine solche Fähre würde allein durch das Eigengewicht nicht herumgeworfen werden. Die nach unten gedrückte Luft würde mit erhöhtem Druck an den Öffnungen der Seitenwände entweichen. Die Einwendungen sind reine Phantasie. Dann könnte ein schwerer Transporthubschrauber auch nicht zwischen eng aneinander stehenden Gebäuden landen. Tatsächlich geht dies problemlos.

    Zitat: „In den Jahren 1997 bis 2004 habe ich zum Themenkomplex “Ezechiel und Fluggeräte- Rekonstruktionen” diverse eigenen Überlegungen mit Referaten präsentieren können, die auch veröffentlicht sind (in A.A.S. Tagungsbänden). Seit dem hat sich meine Überzeugung, was die Wahrscheinlichkeit einer realen Begegnung des Propheten Ezechiel mit einem Fluggerät an geht, so stark verringert, dass ich meine eignen Rekonstruktionsüberlegungen nicht mehr weiter verbreiten werde … Für mich ist klar, das die Fähren- Rekonstruktion von Herr Blumrich so nicht mehr weiter haltbar ist.“ Zitat Ende

    Viele der gegen Blumrich vorgebrachten Kritikpunkte sind eindeutig falsch. Aber selbst, wenn Herr Forrer in jedem Punkt Recht hätte und Blumrichs Rekonstruktion prinzipiell unzutreffend wäre, heißt es doch nicht zwangsläufig, dass Ezechiel keinem Flugkörper begegnet sein kann. In der Bibel werden Einzelheiten genannt, die eindeutig auf Flugtechnologie hinweisen. Fliegende Wagen werden im gesamten jüdischen Schrifttum erwähnt. Warum fällt es manchen Interpreten so schwer, in Zusammenhängen zu denken? Ezechiel kann genauso einen Helikopter oder eine Art Luftschiff mit Rotoren beschrieben haben. Eine Raumfähre nach der Rekonstruktion Blumrichs ist nur eine Gedankenvariante. Ich finde es fatal, einige kaum haltbare Kritikpunkte anzubringen und dann so zu tun, als wäre die gesamte Sache vom Tisch.

    Kommentar von Peter Müller

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