Mysteria3000
Alternative und interdisziplinäre Archäologie im Fokus
ISSN 1619-5744 / 1619-5752 - Impressum - 09.09.2010
Mysteria3000 beschäftigt sich seit mittlerweile 10 Jahren mit den Themen der alternativen und interdisziplinären Archäologie. Neben PaläoSETI, Prä-Astronautik und moderner Atlantis-Forschung stehen spekulative Forschungsansätze im Mittelpunkt der kritischen Auseinandersetzung.
Hühnermensch – Monstrum Humanum Rarissimum
Besucht man das sehr interessante Naturalienkabinett des Ortes Waldenburg in Sachsen, dann bekommt man einige sehr interessante Exponate aus dem 18. und 19. Jahrhundert zu sehen. Neben präparierten Vögeln, Säugern und Insekten (mit einer sehr schönen Schmetterlingssammlung), befinden sich auch sehr exotische und erschreckende Stücke in der Sammlung. Zweiköpfige Kälber, Kälber mit Zusätzlichen Beinen auf dem Rücken und weitere Fehlgeburten, die erahnen lassen, was diese Tiere in ihrem kurzen Leben wohl unter ihren Fehlbildungen gelitten haben müssen.
Zudem gibt es dann noch eine Sammlung menschlicher Fehlgeburten, eingelegt in mit Alkohol gefüllten Glasbehältern. Und unter diesem ein ganz besonders erschreckendes Exponat, der so genannte Hühnermensch. Monstrum Humanum Rarissinum getauft.
Hierbei handelt es sich um einen menschlichen Fötus mit einem kegelförmigen Körper und dünnen, langen Fingern und Füssen und einem großen, unförmigen Kopf mit großen Augenhöhlen und einem großen Auswuchs auf der Stirn (daher wohl die Assoziation = Hühnermensch).

Abb. 1: Der Hühnermensch in Naturalienkabinett Waldenburg (Foto: André Kramer).
1735 wurde diese Kreatur von einer Johanna Sophia Schmied in Sachsen tot geboren und von dem Kinderarzt Dr. Gottlieb Friderici obduziert und sorgsam konserviert.
Eine Missbildung dieser Art hatte man noch nie zuvor gesehen, und die fremdartige Erscheinung dieses Fötus war es dann auch, die den bekannten Grenzwissenschaftsautor Hartwig Hausdorf bewog, hinter diesem ein möglicherweise Alien-Mensch-Hybridwesen zu vermuten.
Hausdorf stellt auch gleich eine ganze Reihe von Merkmalen fest, die sich mit den so genannten “kleinen Grauen” aus den bekannten Ufo-Entführungsszenarien zu decken scheinen:
“Die Augen sind ungewöhnlich groß. Als ich das Glasgefäß mit dem Wesen in meinen Händen hin- und herdrehte, konnte ich die riesigen, schwarzen Augäpfel durch eine dünne, darüberliegende Haut schimmern sehen. Sie liegen in unnatürlich runden Augenhöhlen.
Es sind keine äußerlich erkennbaren Ohren vorhanden. Den Angaben des Museumspersonals zufolge sollen jedoch auf Röntgenaufnahmen, die 1994 in Berlin und Heidelberg gemacht wurden, die Gehöhrgänge im Inneren des riesigen Schädels andeutungsweise vorhanden sein. Auch die unheimlichen”kleinen Grauen” werden ohne erkennbare, außenliegende Ohren beschrieben.
Der Auswuchs am Kopf ist – das stellte bereits Dr. Friderici im Jahre 1735 fest – nicht mit Wasser, sondern mit Gehirnmasse gefüllt. (Â…) Liegt hier am Ende tatsächlich ein historischer Entführungsfall vor, indessen Verlauf Johanna Sophia Schmied durch einen gezielten Eingriff geschwängert wurde und – als monströse Missgeburt – ein Hybridwesen zur Welt brachte?” [1]
Spekulationen, mit denen Hausdorf der Hühnermenschen weit über die Grenzen Sachsens bekannt gemacht hat. Befindet sich also ausgerechnet in einem kleinen sächsischen Museum der Beweis für außerirdische Eingriffe in menschliche Schicksale?
1997 wurden in Chemnitz genetische Untersuchungen an dem auch heute noch einmalig missgebildeten Fötus vorgenommen und stellten eine Chromosomenanomalie fest, die für die Missbildungen verantwortlich zu sein scheint. So, fehlt ein großer Teil des Chromosoms 17.
Die Tatsache, dass dieses Präparat bislang einzigartig ist, scheint damit zusammen zu hängen, dass diese schwere Schädigung in der Regel einen tödlichen Erbfaktor darstellt und der Fötus die ersten Wochen der Schwangerschaft nicht überlebt. [2]
Was die letztendliche Ursache dafür ist, dass dies nicht auch bei dem Hühnermenschen der Fall gewesen ist, wissen wir nicht. Doch die außerirdische Erklärung ist in jedem Fall zu verneinen, vor allem auch, da es sich um 100% menschliches Erbgut handelt. [3]
Fußnoten
[1] Hausdorf 1998, S. 25 f.
[2] vgl. Müller 1999, S. 94 ff.
[3] vgl. a.a.O. S. 97
Literaturverzeichnis
Hausdorf, Hartwig (1998): X-Reisen. Lokaltermine an den geheimnisvollsten Stätten unserer Welt. München: Herbig
Müller, Dr. Dietmar (1999): “Monstrum humanum” – Die anatomische Sammlung. In: Sächsische Landestelle für Museumswesen (Hrsg.): Naturalienkabinett Waldenburg. Chemnitz: Schwarz Druck
Über den Autor
Andre Kramer
Befasst sich seit 1995 mit den Themen der alternativen Archäologie, veröffentlichte Artikel für verschiedene Zeitschriften, Sagenhafte Zeiten, Incognitas, Q'Phaze, Journal für Ufoforschung, Deguforum und Mysteria3000.Weitere Artikel von Andre Kramer.
14 Kommentare »
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Andre Kramer schrieb:
1735 wurde diese Kreatur von einer Johanna Sophia Schmied in Sachsen tot geboren …
Die Tatsache, dass dieses Präparat bislang einzigartig ist, scheint damit zusammen zu hängen, dass diese schwere Schädigung in der Regel einen tödlichen Erbfaktor darstellt und der Fötus die ersten Wochen der Schwangerschaft nicht überlebt. [2]
Was die letztendliche Ursache dafür ist, dass dies nicht auch bei dem Hühnermenschen der Fall gewesen ist, wissen wir nicht.
Irgendwas stimmt doch hier wohl nicht mit der Logik, oder?
Peter Nowak
Kommentar von Peter Nowak
Moin Peter
Was stimmt denn mit der Logik nicht?
Du darfst nicht vergessen, dass die Medizin in den letzten fast 300 Jahreen so den ein oder anderen Fortschritt gemacht hat. Selbst wenn eine solche Schwangerschfat länger aufrecht zu erhalten wäre, würde eine solche nicht durchgezogen, die Schwangerschaft abgebrochen werden.
Kommentar von André Kramer
Hallo André,
ich komme nicht damit klar, daß eingangs gesagt wird, daß´der Hühnermensch tot geboren wurde, während in der zweiten zitierten Aussage davon die Rede ist, daß er NICHT in den ersten Wochen nach der Schwangerschaft gestorben ist.
Soll ich das so verstehen, daß das deshalb nicht der Fall war, weil er schon bei der Geburt starb???
Peter Nowak
Kommentar von Peter Nowak
Dann lies nochmal genau, da steht nichts von “nach der Schwangerschaft”, sondern von “ersten Wochen der Schwangerschaft”.
Istz ein gehöriger Unterschied und löst den vermeintlichen Widerspruch auf, denke ich ;-)
Kommentar von André Kramer
Sach bloß,
tatsächlich habe ich das auch schon gesehen, nur kann ich mir nicht recht vorstellen, wie man in den ersten Wochen der Schwangerschaft schon feststellen will, daß da ein Hühnermensch heranreift.
Peter Nowak
Kommentar von Peter Nowak
Ne, man kann aber ersehen, dass ein schwerer Gendeffekt besteht. Bzw. in den meisten Fällen führt ein solcher Gendeffekt eben zum vorzeitigen natürlichen Schwangerschaftsabbruch.
Kommentar von André Kramer
Die Frage ist immer noch: WANN kann man das ersehen? “in den ersten Wochen” heißt für mich 3 allerhöchstens 4 Wochen, denn danach ist es ein Monat. Ichj kann mir schlecht vorstellen, daß da schon solche genetischen Defekte sichtbar sein sollen. Im Artikel sind also die “ersten” 36 “Wochen” gemeint, oder was.
Peter Nowak
Kommentar von Peter Nowak
Peter, ich frage mich, worauf du hinaus möchtest. Selbstverständlich wird man nicht sehen können, dass es DIESER Deffekt ist, dass da womöglich etwas heran wächst, das SO aussieht, wie der Hühnermensch, man wird sehen können, dass das´, was da heranwächst nicht lebensfähig ist.
Kommentar von André Kramer
ich dachte es war das jahr 1736 , da hat man nur mit einer horchel gehört ob ein kind lebensfähig ist oder nicht …..
Kommentar von andrea
Bei der armen Kreatur handelt es sich also definitiv um eine beklagenswerte menschliche »Missgeburt« und nicht um ein Hybrid-Wesen, nicht um eine Mischung aus außerirdischem und irdischem Leben. Das arme Wesen eignet sich nicht, um als Indiz für Besuche Außerirdischer zu dienen.
Walter-Jörg Langbein
Kommentar von Walter-Jörg Langbein
Schön, wo einige Wenige immer ihr “Fach”Wissen abschöpfen..
nun gut ich mag nich nur “motzen” :) sondern etwas beitragen.
habe zu diesem sehr interessanten Thema einen weiterführenden Link gefunden!>
steht sehr ausführlich beschrieben, was der obduzierende Arzt endeckte
ich denke nach dioesem Artikel dürften dann die Wörter “definitiv..nicht Hybridwesen” sehr verwässern..
FG
Jens
Kommentar von Jensman
Sind leider keine Infos in dem Link, die meinen Aussagen hier widersprechen, denn der autor besagten Artikels wusste nichts von den Ergebnissen der Untersuchungen, wie er auch freimütig zugibt und fragt, ob wer da Infos hat, außerdem zieht er als Quellen nur die üblichen grenzwissenschaftlichen von Haudorf heran. Nichts neues also.
Kommentar von Andre Kramer
Aja..
na, denn sollten wir wohl mal die Flugdaten des Raumschiffes der kleinen, evtl.grünen, Männeken heranziehen vielleicht gabs da um 1735 schon paar aussagekräftige Aufzeichnungen evtl. ist das Logbuch beim Besuch ja zufällig herausgefallen und gefunden worden..würde dies dann als “Beweis” gelten? Werde mich sogleich auf die Suche machen…..
“Der riesige Kopf des ca. 30 cm großen Fötus ist nicht – wie man vermuten könnte – ein sogenannter ‘Wasserkopf’ (Hydrocephalus), selbst der seltsame Auswuchs war mit Hirnmasse gefüllt. Die anderen inneren Organe wiesen z.T. ebenfalls Abweichungen auf, z.B. fehlt der Herzbeutel (Ericardium), Dr. Friderici beschreibt, dass das Herz stattdessen von einem “eigentümlichen Häutchen” umgeben war.
Foto des konservierten FötusBeim Knochenbau fiel auf, dass Unterarm und Unterschenkel nicht wie beim Menschen sonst üblich aus zwei Knochen, Elle und Speiche bzw. Schien- und Wadenbein, sondern aus nur einem Knochen bestehen. Weiterhin fehlt die Kniescheibe, wie sich auch aus der nebenstehenden Abbildung des konservierten Fötus ganz gut erkennen lässt (gut erkennbar sind auch die wiederverschlossenen Obduktionsschnitte des Dr. Friderici).
Dr. Friderici kommt in seinem Bericht zu dem Schluss, “diesem Geschöpf zu Recht den Namen ‘Monstrum’ gegeben zu haben, weil weder sein Äußeres noch sein Inneres dem naturgemäßen Aufbau des Menschen entspricht, sondern sich einmal in der Anzahl, in der Größe und im Sitz unterscheidet, ja sogar gewisse Teile völlig fehlen und einige wiederum sehr außergewöhnlich erscheinen”.
“Der Pessimist denkt genau so einseitig wie der Optimist, nur lebt letzterer froher”
PS: habe gerade den Genetiker ausfindig gemacht! Werde Ihn nächste Woche kontaktieren..
Kommentar von Jensman
Das ist doch nichts neues, das hat Hausdorf 100mal geschrieben und die moderne Untersuchungen zeigten, dass die Deformierungen von einem Fehlen des Chromosoms 17 her rühren. Mehr gibt es da im Grunde nicht zu sagen. Lediglich, dass das außergewöhnliche an dem Fall lediglich ist, dass solcherlei Missbildungen in der Regel schon früher als Fehlgeburten von der Mutterausgeschieden werden.
Kommentar von Andre Kramer