Ausgegraben: Bächtold-Stäubli, Hanns; Hoffmann-Krayer, Eduard: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens

von André Kramer

Die alternative Archäologie und Paläo-SETI greift immer wieder auf Aspekte des Volksglaubens zurück und vermutet hinter Mythen, Sagen und religiösen Schriften einen „wahren“ Kern, der für fantastische Elemente wie untergegangene Kulturen oder außerirdische Besucher sprechen würde. Ein Standartwerk der Volkskunde, das verschiedene Sagenmotive des Aberglaubens gesammelt und in seiner Entwicklung dokumentiert hat, ist das ursprünglich zwischen 1927 und 1942 erschienene, 10bändige Fachlexikon: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens.

In hunderten von Stichworten werden hier Themen des Volksglaubens abgehandelt und mit Quellen versehen, die immer wieder Thema in Bücher alternativer Archäologie sind.

Sei es nun das Alpdrücken [1], das zum Teil im Kontext Entführungen durch Außerirdische im Mittelalter betrachtet wird, [2] Zwerge und Riesen [3] oder die mit den so genannten Ley-lines in Verbindung gebrachten [4] Leichenflugbahnen und Geisterwegen. [5]

Sagen und Vorstellungen rund um die megalithischen Bauwerke regen in der Literatur immer wieder zu Spekulationen an und finden sich des weiteren an verschiedenen Stellen im Handwörterbuch. [6]

Untergegangene Städte wie Vineta finden sich ebenso an vielen Stellen in diesem Werk, die bequem mit Hilfe des zehnten Bandes gefunden werden können, der den auf über 400 Seiten ausgebreiteten, sehr umfangreichen Sachindex beinhaltet. Hier finden sich alleine 15 Stichwörter im Zusammenhang mit Flug, wie etwa Flugmantel, Flugsalbe und dem Verweis zum Thema Flug auch unter Hexe, Luftfahrt, Mantelfahrt nachzuschlagen. Auch hier finden sich immer wieder Verweise auf Aspekte, die etwa von der Paläo-SETI vorgebracht wurden. Man denke zum Beispiel an den Flug des wilden Jägers. [7]

Somit birgt das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens eine fast unerschöpfliche Recherchehilfe für Aspekte des Volksglaubens, die zum Teil auch chronologische Aspekte beinhalten, die das Aufkommen bestimmter Vorstellungen beinhalten. So etwa, dass der Glaube an nächtliche Flüge von Menschen durch die Luft sich erst ab dem Jahr 800 nachweisen lassen.[8]

Fußnoten

[1] Vgl. Bächthold-Stäubli; Hoffmann-Krayer Bd. 1, 2000, S.282 ff.
[2] Vgl. Ermel 1998, S. 180 ff.
[3] Vgl. Bächthold-Stäubli; Hoffmann-Krayer 2000, Bd. 9, S.1007 ff.
[4] Vgl. Magin 2002
[5] Vgl. Bächthold-Stäubli; Hoffmann-Krayer 2000, Bd. 3, S.558
[6] Vgl. z.B. Bächthold-Stäubli; Hoffmann-Krayer 2000, Bd. 4 S. 506
[7] Vgl. Ermel 1997, S. 181 ff.; Lapp 2012; Bächthold-Stäubli; Hoffmann-Krayer 2000, Bd. 2, S.1667 f.
[8] Vgl. Bächthold-Stäubli; Hoffmann-Krayer 2000, Bd. 2, S. 1662

Literaturverzeichnis

Ermel, Gisela: Die Zeit des Hexenwahns im Blickwinkel der UFO-Forschung. Suhl: CTT 1998

Ermel, Gisela: Die >>Luftfahrt<< mit dem Wilden Jäger. In: Däniken, Erich von (Hrsg.): Das Erbe der Götter. Auf >>kosmischen Spuren<< um die Welt. München: Goldmann 1997

Lapp, Sylvia: Sie kamen um zu jagen: Historische UFO-Sichtungen im deutschsprachigen Raum. Ancient mail: Groß Gerau 2012

Magin, Ulrich: Geisterwege, Leichenflugbahnen und Ceques. Heilige Linien in der Landschaft und ihre Bedeutung. In: Mysteria3000 4/2002 http://www.mysteria3000.de/2002/geisterwege-leichenflugbahnen-und-ceques/

Bächtold-Stäubli, Hanns; Hoffmann-Krayer, Eduard: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Bd. 1 bis 10. Berlin, New York: Walter de Gruyter 2000