Mysteria3000
Alternative und interdisziplinäre Archäologie im Fokus
ISSN 1619-5744 / 1619-5752 - Impressum - 22.05.2012
Bartwuchs bei Indianern
Beliebtes Thema – gerade auch in grenzwissenschaftlichen Veröffentlichungen ist die angebliche Bartlosigkeit bei den Ureinwohnern Amerikas und die Behauptung, dargestellte Bärte oder bartähnliche Verziehungen wären ein Indiz für Besucher aus anderen Teilen der Welt.
Bartwuchs bei Indianern
von André Kramer [i]
Beliebtes Thema – gerade auch in grenzwissenschaftlichen Veröffentlichungen ist die angebliche Bartlosigkeit bei den Ureinwohnern Amerikas und die Behauptung, dargestellte Bärte oder bartähnliche Verziehungen wären ein Indiz für Besucher aus anderen Teilen der Welt.
Das Indianer-Wiki gibt zu diesem Thema nur recht spärliche Infos
Mit Ausnahme vereinzelter Stämme der Nordwestküste, zupften die Indianer ihrer spärlichen Bartwuchs, zum Teil auch die Augenbrauen, mit einer knöchernen Pinzette aus.
Alexander Mackenzie, der im ausgehenden 18. Jahrhundert für die Pelzindustrie mehrere Expeditionen durch Kanada unternahm bestätigt obige Aussage und beschreibt bei einem der Indianerstämme denen er unterwegs begegnete, diese würden sich ihre Bartwurzeln ausreißen. [2]
An anderer Stelle beschreibt er aber eine noch faszinierendere Beobachtung. Auf seiner ersten großen Expedition verweilte Mackenzie auch bei Angehörigen der “Hundsrippen-Indianer” und schreibt zum Aussehen der Männer:
Manche tragen ihre Haare sehr lang, andere haben sie zu Zöpfen geflochten, schneiden sie aber so, dass ihre Ohren frei sind. Die Bärte einiger Alten haben eine beachtliche Länge, andere haben sich die Barthaare bis auf die Wurzeln ausgerupft.
Es ist also nicht unbedingt nötig, europäische Besucher zu postulieren, um die Darstellung von langen Bärten auf Darstellungen der Indianer zu erklären. Der Bartwuchs ist zwar spärlich, doch die Betonung darauf, dass es lediglich älteren männlichen Angehörigen waren, die lange Bärte trugen, kann darauf schjließen lassen, dass diese eben ein Leben lang gewachsen sind und so zu ihrer “beachtlichen Länge” kamen.
Fußnoten
[1] http://www.indianer-wiki.org/Bartwuchs
[2] Mackenzie 2004, S. 146
[3] Mackenzie 2004, S. 69
Literaturverzeichnis
Mackenzie, Alexander: Mit Gewehr und Kanu. In 80 Tagen zum Pazifik. Lenningen: Edition Erdmann 2004
http://www.indianer-wiki.org/Bartwuchs
2 Kommentare
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Lieber Andre,
Du führst nur Beispiele aus Nordamerika (einschliesslich Kanada) an, die in Deinem Artikel angesprochenen Darstellungen dürften sich aber auf Südamerika beziehen, wo zumindest solche Darstellungen bekannt sind (ich glaube, in Mexiko gab es auch welche). Da ist aber nichts darüber bekannt, dass sich die dortigen Indios die Haare auszupfen würden (möglicherweise raufen sie sich dieselben manchmal).
Kommentar von Peter Nowak
Hi Peter,
da hast du sicherlich recht! Das ist auch nur als kurzer Newsbeitrag gedacht und sicherlich keine vollständige Ausarbeitung zum Thema, was aber sicherlich noch eine interessante Aufgabe wäre.
Ein wenig habe ich das Thema aber auch im Quetzalcoatl-Artikel beackert.
Kommentar von Andre Kramer