Mysteria3000

Alternative und interdisziplinäre Archäologie im Fokus

ISSN 1619-5744 / 1619-5752 - Impressum - 10.02.2012

Wie tauchten die alten Maya?

Eine interessante Frage, wenn man bedenkt, welche Hinterlassenschaften der Maya in der “Unterwelt” der Cenotes in Yucatan/Mexiko gefunden werden.

In den mit kristallklarem Wasser gefüllten Karsteinbrüchen und Unterwasserhöhlen finden sich richtiggehende Opferstätten der Maya. Gezeigt wurde dies in den letzten Tagen bei einer Wiederholung der bereits 2006 publizierten Fernsehdokumentation ‘In den Todeskammern der Maya’ aus der Reihe ‘Schliemanns Erben’. In der Dokumentation des in Kolumbien lebenden Regisseurs Michael Tauchert begleitet das Kamerateam den mexikanischen Unterwasserarchäologen Guillermo de Anda in den unterirdischen Flüssen und Höhlen Yucatans.

Die spektakulärste Fragestellung der Sendung: “Wie schafften es die Maya in den bereits damals unter Wasser stehenden Höhlen ihre Opfergaben zu deponieren?”

Xibalba – das mit der gigantischen Unterwasserwelt Yucatans gleichgesetzte Totenreich aus dem Popol Vuh – war das Reich des Regengottes Chaac. Und eben dieser wird teilweise mit interessantem Beiwerk dargestellt. So soll ihn z.B. folgende Stele aus Izapa zeigen:

Ah Mucen Cab - der 'Bienengott' aus Tulum

Schliemanns Erben selbst ziehen für ihre spekulativen Betrachtungen Ah Mucen Cab – den “Bienengott” aus Tulum – heran. Er wird dort am “Tempel der Herabsteigenden Gottes” dargestellt:

Ah Mucen Cab - der 'Bienengott' aus Tulum

In den Todeskammern der Maya

“Über tauchende Maya wurde viel spekuliert. An einem Tempel der Mayastadt Tulum direkt am Meer ist der ‘Diving God’, der tauchende Gott, zusehen. Taucht er vom Himmel herab, wie die Wissenschaftler annehmen? Andere spekulieren, in diesen Figuren Maya mit Tauchermasken zu erkennen. Mit Gefäßen voll Sauerstoff, die sie vor der Brust trugen oder mit Taucherglocken. Doch das Rätsel bleibt: Wie konnten die Maya so weit hinein in die Unterwassergänge vorstoßen? Sie schlugen sogar Opfernischen in den Fels. Das braucht Zeit und war nur mit Atemgeräten zu bewerkstelligen.”

Sicherlich wird es mittlerweile durch die in Mexiko tätigen Archäologen – uns nicht bekannte – neue Erkenntnisse geben. Dennoch regt es ungemein die Phantasie an, wenn Darstellungen – wie die Stele aus Izapa – mit offenen Fragestellungen kombiniert werden.

Zusammenfassung der Sendung auf der Internetseite des Senders Phönix: Schliemanns Erben – In den Todeskammern der Maya

Bilder dazu findet man auch in der Mediathek des ZDF: Das Rätsel der Maya-Taucher

Über den Autor

Markus Pezold

seit Jahren im PaläoSETI-Bereich engagiert, Verfasser einer Reihe von Artikeln, welche sich kritisch mit Indizien der PaläoSETI auseinandersetzen. Mitinitiator und Redaktionsmitglied von Mysteria3000.

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4 Kommentare

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  1. Vielleicht in dem Zusammenhang von Bedeutung:

    http://www.sagenhaftezeiten.com/index.php?op=news&func=news&id=5805

    Allerdings von mir kritisiert:

    http://www.sagenhaftezeiten.com/index.php?menu=blackboard&op=blackboard&func=show&id=849

    (Links markieren, kopieren und in Adressleiste einfügen)
    Peter Nowak

    Kommentar von Peter Nowak

  2. Zu der Stele aus Izapa:
    Ich bezweifle, daß sie den Regengott Chac zeigt, zumindest kenne ich keine andere Darstellung, die ihn mit einem Blutbehälter (oder einfach dunklen Behälter, der gesamten Darstellung nach ist ersteres aber wahrscheinlicher) auf dem Rücken zeigt. Das Ganze scheint in der Tat mit dem Blut-Kult der Maya und den dunklen Wassern der Unterwelt zusammenzuhängen, insofern also schon einen Bezug zu Xibalba zu haben. Merkwürdig ist auf jeden Fall, daß sowohl die obere als auch die untere Person kaum identifizierbare Gesichter haben. Außerdem scheint die untere Person ein Sieb, zumindest ein durchsichtiges Behältnis (man sieht beide Hände und offensichtlich auch den Inhalt) mit einem Auslauf nach unten zu halten. Möglicherweise eine Art Reuse oder Käscher. Was sollte das aber im Zusammenhang mit Chac bedeuten?
    Peter Nowak

    Kommentar von Peter Nowak

  3. Was mich aber jetzt einwenig verwundert ist, das man Taucher viel leichter aktzeptieren würde als Astronauten.
    Ich verstehe auch nicht das Argument von Peter Nowak. Zitat: (wer geht schon behelmt schwimmen? Die Kelten, aus Angst, daß ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte?) Ich denke nicht das es die Kelten waren und auch nicht das der Himmel den auf den Kopf fallen konnte, vieleicht aber ein paar Felsen, Steine, auch vor Stössen wäre es ein Schutz.

    Wieso sie mit Helmen tauchen sollten und das es sinnlos wäre ? Vieleicht zum Schutz ? Höhlentaucher von heute haben auch teilweise komische Helme auf.
    Die ersten Taucher hatten auch dicke Metal Helme an ,wenn man aber bedenkt das sie religiös angehaucht waren, dann könnte man auch verstehen wieso sie auch Tier und Mischwesen als Verzierung benutzt haben.
    Vieleicht aber war es die Technik die sie immer weniger verstanden haben, bis sie fast in vergessenheit geraten ist.
    Die Technik wurde so oft kopiert und umgezeichnet das es vieleicht ihre wahre Bedeutung verloren haben konnte. Die Grabplatte von Palenque ist vieleicht auch so ein Beispiel dafür.
    Jetzt rätseln Menschen weil sie von ihren Wissen ausgehen…

    Kommentar von Richard

  4. @Richard
    Es ging um die Deutung des Reliefs als Schwimmszene. Beim Schwimmen braucht man keinen Helm.

    Taucherhelme aus Metall werden in einigen Bereichen immer noch verwendet. Den Maya wird aber keine Eisenverarbeitung zugesprochen. Tatsächlich ist mir auch nicht bekannt, daß man auf ihrem Gebiet irgendwo Schlacken oder Schmelzöfen gefunden hätte. Das macht es aber natürlich so ungewöhnlich, daß sie auf mehreren Darstellungen eindeutig zu identifierende Ketten abgebildet haben, die sie ja wohl nicht in einem Stück aus Ästen geschnitzt haben werden.

    Daß ich die Deutung auf Taucher favorisiere, hängt einfach mit der Gesamtdarstellung zusammen, die kaum auf Raumanzüge mit Helmen gedeutet werden kann. Das heißt aber nicht, daß ich den Maya solche Kenntnisse gänzlich absprechen würde, sondern bezieht sich nur auf diesen konkreten Fall. Das Palenque-Relief und das Coba-Fries sprechen da schon eine ganz andere Sprache.
    Peter Nowak

    Kommentar von Peter Nowak

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