Mysteria3000
Alternative und interdisziplinäre Archäologie im Fokus
ISSN 1619-5744 / 1619-5752 - Impressum - 10.02.2012
Jan van Helsing und die Neue Rechte in der Grenzwissenschaft
Verschwörungstheorien erfreuen sich Heutzutage nicht nur unter grenzwissenschaftlich interessierten Menschen großer Beliebtheit, sondern stoßen inzwischen auch in der breiten Bevölkerung auf zunehmendes Interesse. Leider lässt sich auch beobachten, dass der Markt für grenzwissenschaftliche Literatur in den letzten Jahren geradezu überschwemmt wird von Werken, deren Inhalt rassistischen, antisemitistischen und NS-Zeit verherrlichenden Charakter haben.
Jan van Helsing und die Neue Rechte in der Grenzwissenschaft
von André Kramer [i]
I. Einleitung
Verschwörungstheorien erfreuen sich Heutzutage nicht nur unter grenzwissenschaftlich interessierten Menschen großer Beliebtheit, sondern stoßen inzwischen auch in der breiten Bevölkerung auf zunehmendes Interesse, wie zum Beispiel die Diskussionen um den Anschlag auf das World Trade Center am 11.09.2001 zeigt, hinter dem viele Menschen inzwischen keine terroristischen Anschläge islamistischer Fundamentalisten vermuten, sondern eine gezielte Aktion der amerikanischen Regierung, um sich so eine Legitimation zur Sicherung von Rohstoffvorkommen im nahen Osten und innenpolitisch einen Überwachungsstaat zu schaffen. Diese und ähnliche Thesen werden in zahlreichen Internetforen diskutiert und sind regelmäßig Thema für TV-Dokumentationen und Zeitschriften- sowie Buchveröffentlichungen, in denen das Für- und Wider solcher Szenarien diskutiert wird.
Leider lässt sich auch beobachten, dass der Markt für grenzwissenschaftliche Literatur in den letzten Jahren geradezu überschwemmt wird von Werken, deren Inhalt rassistischen, antisemitistischen und NS-Zeit verherrlichenden Charakter haben. Mittelpunkt dieser Werke ist immer wieder das propagieren eine angeblich jüdischen Weltverschwörung.
Die Protagonisten der neuen Rechten, die diese Machwerke schreiben, gehen dabei häufig rhetorisch so geschickt vor, dass es den Lesern gar nicht auffällt, wessen geistige Väter hinter dem Gedankengut stecken.
Da ich diese Entwicklung für äußerst gefährliche halte, ebenso wie das naive Folgen der Pseudoargumente der neuen Rechten, möchte ich hier einen Überblick über den wohl bekanntesten Vertreter dieser Zunft neurechter Autoren – Jan Udo Holey alias Jan van Helsing – geben, und einen Teil seiner Thesen näher beleuchten und seiner eigenen Behauptung Lügen zu strafen, immer eine kritische Quellenprüfung zu betreiben und für seine Behauptungen Beweise zu präsentieren. [1]
Augrund des gewaltigen Umfangs vorgebrachter Geschichtsfälschungen und Pseudoargumente dieses Autors und anderer, kann dieser Überblick nur fragmentarisch bleiben, deshalb konzentriere ich mich auf einige der Hauptaspekte, versuche sowohl die rassistischen Aspekte und schlechte Arbeitsweise dieser Thesen aufzuzeigen und glaube, dass diese ausreichen, um dem Leser die induktive (vom kleinen aufs große schließende) Schlussfolgerung erlauben, was tatsächlich von derlei Verschwörungstheorien zu halten ist – nämlich gar nichts.
II. Die Thesen Jan van Helsings
Mitte der 1990er Jahre sorgten die 2 Bücher “Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20 Jahrhundert Bd.1 u. 2″ (1993 u. 1995) des jungen, bis dato unbekannten Autors Jan Udo Holey, der unter dem Pseudonym Jan van Helsing (im Folgenden werde ich den Realnamen verwenden) schrieb, für Aufregung.
In diesen und seinen späteren Büchern, die schnell zu Szene-Geheimtipps avancierten entwarf Holey ein komplexes Geflecht aus Verschwörungstheorien, vermischt mit Ufo-, Paläo-Seti-, und Esoterikelementen, in dessen Kern es darum ging, dass geheime Bruderschaften unter Schirmherrschaft der jüdischen Hochfinanz versuchen würden die Welt zu unterjochen und eine totalitäre “Ein-Weltregierung” durchzusetzen. Dem entgegen hätte Deutschland unter dem Nazi-Regime versucht, mit Hilfe von so genannten Flugscheiben, Flugkörpern die unter anderem mit Hilfe arischer Außerirdischer vom Aldebaran konstruiert wurden, diese Weltherrschaftspläne zu vereiteln.
Seinen Ausgang nahm die Verschwörung laute Helsing schon 3400 v. Chr. mit der “Bruderschaft der Schlange”, aufbauend auf den längst widerlegten Thesen des Autors Zecharia Sitchin [2], behauptet er, diese Bruderschaft hätte sich ursprünglich gegründet um gegen die Unterjochung der Menschheit durch Außerirdische Sklaventreiber anzukämpfen, wäre heute aber durch die Illuminati – die Weltverschwörer, besetzt. [3]
Mittelpunkt dieser Welteroberungspläne stellen die so genannten “Protokolle der Weisen von Zion” da, Schriftstücken angeblich jüdischer Herkunft, in denen in verschiedenen Schritten der Weg zur Kontrolle der Welt beschrieben ist.
Helsing ist sich der Brisanz dieser Dokumente wohl bewusst (dazu später mehr), die schon Hitler als Grundlage für seinen Antisemitismus dienten und betont, es sei völlig egal von wem diese ursprünglich erstellt worden wären, ob nun von der Bankiersfamilie Rothschild oder den Zionisten (in beiden Fällen übrigens Juden), sondern, dass sie Anwendung fänden. [4]
Auf der “Gegenseite” bildete sich angeblich die Thule-Gesellschaft, zu der auch der Anthroprosoph Rudolf Steiner gehört haben soll – ebenfalls Mitglied dieser Gesellschaft sollen Adolf Hitler, Rudolf Hess, Hermann Göring und Heinrich Himmler gewesen sein.
Die Thulegesellschaft soll den Ansichten van Helsings nach für das Gute gekämpft haben, da Jahwe, der Gott der Juden in Wirklichkeit der Teufel sei und die Hölle auf Erden errichten wolle. Außerdem hätten die Thuleleute vom jüdischen Bankensystem und deren Weltherrschaftsplänen gewusst. [5]
Thule wäre die Urheimat der Arier gewesen, ehemals aus dem Sternsystem Aldebaran gekommener blonder und blauäugiger Aliens, die sich in dem mystischen Nordland Hyperborea, dann später in Lemuria und Atlantis niedergelassen hätten und die Vorfahren der Germanen gewesen seien. [6]
Im Zuge ihrer Pläne ihrer Pläne inszenierten die als Illuminati firmierten jüdischen Weltverschwörer nicht nur den 1., sondern auch den 2. Weltkrieg und ließen Deutschland – folgt man Helsing – durch die hohen Reparationszahlungen gar keine Wahl, als den Weg in den Krieg.
Gleichzeitig channelte in Deutschland die so genannte Vrilgesellschaft Nachrichten der Aldebaraner und konnte so die Pläne verschiedener “fliegende Untertassen” bekommen, etwa die Vril- und Haunebuscheiben, die Deutschland im Krieg unterstützen sollten. Parallel dazu wurden aber auch konventionelle “Flugscheiben” konstruiert. [7] Nach dem Krieg verbargen sich die versprengten Nazis mit ihren Flugscheiben in der Arktis in “Neuschwabenland”, wo sie noch heute ausharren würden.
Die Liste weiterer, ähnlich obskurer Thesen Holeys, etwa zur Bedeutung der Barcodes als Zeichen des Teufels und die geschichtliche Fortführung der Weltverschwörungspläne der Illuminati ließe sich noch bis ins Unendliche fortführen, doch möchte ich an dieser Stelle einen Schnitt setzen und im Folgenden nicht nur die Gesinnung und Hintergründe dieser Thesen diskutieren, sondern an verschiedenen Stellen auch ihren Wahrheitsgehalt auf den Prüfstand stellen, womit hinreichend bewiesen werden soll, dass das Gedankengut Holeys, auch wenn er selbst es bestreitet, tief rechter Natur und obendrein inhaltlich noch hanebüchener Unsinn ist.
III. Volksverhetzung, rechtes Ideengut und Geschichtsverfälschung
Jan Udo Holey ist Heute ein Held der Szene mit einer gewaltigen Anhängerschaft. Dies rührt vor allem daher, dass er es geschickt schaffte, sich in die Rolle eines Martyrers zu versetzen, als 1996 seine beiden Erstlingswerke von der Staatsanwaltschaft Mannheim wegen der Vorwurfs des Antisemitismus als Volksverhetzung beschlagnahmt wurden. [8]
Ein tatsächliches Verbot der Bücher fand allerdings nie statt, der Prozess wurde 1998 “wegen mangelnder örtlicher Zuständigkeit†[9] eingestellt.
Seit dieser Zeit finden wir den Autor auch in Schriften des Deutschen Verfassungsschutzes als rechten Schreiberling immer wieder erwähnt. [10]
Holey selbst wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe, er wäre ein Neonazi und begründet das zum Beispiel mit dem Argument, er wäre selbst als Jugendlicher in der Punkszene aktiv gewesen [11], außerdem könne er gar kein Antisemit sein, da nur ein Bruchteil der heutigen jüdischen Weltbevölkerung semitischen (also von Hebräisch sprechenden Völkern abstammenden) Ursprungs sei [12] und würde auch gar nichts gegen Juden haben, zitiert aber im Gleichen Atemzug Passagen aus dem Talmud, die zeigen sollen, wie Menschenverachtend diese Religion sei und weshalb die Khasaren, die den Großteil der heutigen Juden ausmachten, überhaupt dieser Religion angehören würden. [13]
Er schrieb sogar, unter seinem bürgerlichen Namen Jan Udo Holey, ein ganzes Buch über die Beschlagnahmung seiner Bücher und fühlt sich in seiner Meinungsfreiheit eingeschränkt. [14] Zumal, und hier setzt wieder sein, sich selbst geschaffener Mythos und seine Märtyrerrolle ein, sagte er in einem Interview 2008:
“Begriffe wie “Antisemitismus” und “Rechtsradikalismus” werden oftmals herangezogen, um Menschen mundtot zu machen.” [15]
Doch wie sieht es denn nun aus, lässt sich der Vorwurf der Judenfeindlichkeit, des Rassismus und der Verbreitung von rechten Ideologien aufrechterhalten?
Die Antwort ist ein eindeutiges Ja! Auch wenn Holey es immer wieder versteht, sich rhetorisch geschickt heraus zu reden, sprechen seine Texte, liest man sie genau, eine deutliche Sprache, immer wieder mehr oder weniger deutlich treten rassistische Gedanken und Judenfeindlichkeit in diesen zutage.
Schon erwähnt wurden die Behauptungen, die Juden würden mit Jahwe in Wirklichkeit den Teufel anbeten und über dies hinaus auch noch hinter der Weltverschwörung stecken, hinzu kommt das “Schönreden” der Motive der Nazis und die Rassentheorien die verarbeitet werden, so wie die guten Außerirdischen vom Aldebaran wohl nicht zufällig blauäugig und blond sein sollen. Es geht sogar noch weiter:
“Die Menschheit des Sonnensystems Aldebaran soll sich in ein Herrenvolk von ‘lichten Gottmenschen’ (Arier) und verschiedenen anderen menschlichen Rassen unterteilt haben, die sich durch negative Mutationen dieser ‘Gottmenschen’ infolge der klimatischen Veränderungen auf den einzelnen Planeten entwickelt haben sollen. Diese farbigen mutanten Rassen sollen eine geringere geistige Entwicklungsstufe gehabt haben. Je mehr es zur Rassenvermischung kam, desto mehr soll auch die geistige Entwicklung dieser Völker herabgesunken sein…” [16]
Hier finden wir, sicherlich nicht zufällig, Analogien zur Rassenlehre und Rassenhygiene der Nazis, die ganz ähnliches bezüglich menschlicher Rassen propagierte.
Hier ein Beispiel aus Hitlers “Mein Kampf”:
” …Die Sünde wider Blut und Rasse ist eine Erbsünde dieser Welt und das Ende einer sich ergebenden Menschheit…Demgegenüber erkennt die völkische Weltanschauung die Bedeutung der Menschheit in deren rassischen Urelementen. … Sie glaubt somit keineswegs an eine Gleichheit der Rassen, sondern erkennt mit ihrer Verschiedenheit auch ihren höheren oder minderen Wert…denn in einer verbastardisierten und vernegerten Welt wären auch alle Begriffe des menschlich Schönen und Erhabenen sowie alle Vorstellungen einer idealisierten Zukunft unseres Menschentums für immer verloren.” [17]
Und in einer NSDAP-Schrift heißt es:
“…Das allgemeinste unerbittliche Gesetz des Lebens ist nun Kampf um sein Dasein und seine Entfaltung, Kampf der Rassen um ihren Lebensraum, d. h. auch auf die Völker bezogen mit der Natur und, wenn es sein muß, mit anderen Völkern, die der eigenen völkischen Lebensentfaltung entgegenstehen. Grundvoraussetzung für jede völkische Entwicklung, ja jeder Entwicklung des Lebens überhaupt, ist eine beständige Erneuerung an seinen Quellpunkten durch Zeugung und Fortpflanzung. Völker, die sich nicht mehr genügend fortpflanzen, sind dem Untergange geweiht, mögen sie auf noch so imponierender Höhe der Kultur und der politischen Macht stehen. Sie müssen nach einer bestimmten Zeit dem Drucke geburtenstärkerer Rassen weichen, in denen sich zugleich im Bevölkerungsüberschuß die emporzüchtende Kraft der Auslese zu entfalten vermag. Von grundlegender Bedeutung für das Staats-, Kultur- und Bildungsideal ist hier nun die Art, wie Rassen und Völker diesen Kampf um den Lebensraum bestehen. Die einen suchen diesen durch Bedürfnislosigkeit, Fügsamkeit, Zähigkeit, vielfach auch Fleiß und allmähliches unmerkliches Eindringen in schon bevölkerte Räume auszufechten. Sie zeichnen sich durchgehends durch eine außerordentliche Fruchtbarkeit aus, aber vermeiden möglichst den offenen Kampf zur Sicherung des Lebensraumes für ihre Nachkommen.
Zu diesen ‘Kuli- oder Felachenrassen’ gehört die Überzahl der Bevölkerung des Erdballs, das Gros der farbigen Menschen Asien und Afrikas und das ostbaltische-ostisch-innerasiatische Volkstum Russlands. Ein kleiner, aber mächtiger Teil der Erdbevölkerung wählte den Weg des Parasiten. Er sucht sich durch intelligente und heuchlerische Einfühlung und Überlistung in bodenständigen Volkstümern einzunisten, diese mit händlerischer Schlauheit um den Ertrag ihrer Arbeit zu bringen und durch raffinierte geistige Zersetzung der Selbstführung zu berauben. Die bekannteste und gefährlichste Art dieser Rasse ist das Judentum.
Die dritte Gruppe führt den Kampf offen, mit Wagemut und selbstbewussten Einsatz rassischer Kraft. Sie umfaßt die ausgesprochenen Herren. Und Kriegerrassen. Sie ringen mit der Natur, um ihr Nahrung und Schätze des Bodens abzugewinnen, erst als Jäger, dann als Hirten und Bauern. Aber sie greifen auch zum Schwerte, wenn man sie ihrer Freiheit berauben will oder andere, insbesondere niedere Rassen, ihrem Nachwuchs einen Lebensraum streitig machen wollen, den diese ungenügend zu nutzen wissen. Nur diese Rassen haben sich als kulturschöpferisch und staatenbildend erwiesen. Die bedeutsamste unter ihnen ist die nordische geblieben, die sich mit ihrer Arbeits- und Wehrkraft über die Hälfte des Erdballes erobert und mit ihrer Technik und Wissenschaft ihn heute fast ganz unterworfen hat, das Vorvolk dieser Rasse aber ist das deutsche…” [18]
Genau so, wie es laut Holey bei den Außerirdischen der Fall war, propagierte auch das Naziregime naturwissenschaftliche hanebüchene Vorstellungen, laut der es höhere und niedere menschliche Rassen gäbe und es infolge einer Vermischung zu einer Degeneration kommen würde. [19]
Holey kann die Übernahme von Naziideologie in seinen Werken also schwer leugnen, was auch durch die Schutzbehauptung, er wäre schließlich einst Linksradikal gewesen, nicht besser wird, denn eine solche Schutzbehauptung hat wenig wert, schließlich sind auch solche extremen Schwenks von einem Lager ins andere sind nicht so ungewöhnlich, man denke an den bekannten rechten Anwalt und NPD-Funktionär Horst Mahler, für den ein solcher Schwenk offensichtlich kein Problem darstellte, so war er zwischen 1964 und 1970 noch Anwalt für die Außerparlamentarische Opposition (APO), die im wesentlichen durch den Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) getragen wurde und verteidigte unter anderem Rudi Dutschke und Andreas Baader. [20]
Und was hat es nun mit den Protokollen der Weise von Zion auf sich, die zu Holeys Vorzeigeargumenten zählen und die Kronzeugen der von ihm postulierten Weltverschwörung darstellen?
Die 24 Protokolle entstammen angeblich zionistischen Sitzungen, in denen genau festgelegt wurde, wie die Juden die Welt an sich reißen könnten, etwa durch die Entfesselung eines Weltkrieges und die Meinungsbeeinflussung durch Medien etc.
Erstmals tauchten die Protokolle 1903 in Russland, 1918 in Deutschland und fachte den aufgeflammten Antisemitismus weiter an. [21]
Doch schon 1920 erschienen erste Kritiken und 1921 wurden die Protokolle als Fälschungen entlarvt, sie stellen eine abgewandelte Version einer gegen Napoleon III. Satire von Maurice Joly mit dem Titel “Dialogue aux enfers entre Machiavel et Montesquieu (Gespräche in der Unterwelt zwischen Machiavelli und Montasquieu)” von 1864/65, dessen Inhalt nur dahin gehend angepasst wurde, dass er auf Juden getrimmt wurde. [22]
Leider blieben die Protokolle weiterhin populär und hinderten Hitler ebenso wenig sie zur Grundlage seines Judenhasses zu machen, wie Jan Udo Holey.
In “Mein Kampf” heißt es bei Hitler:
“Während sich England um die Erhaltung seiner Stellung auf dieser Welt anmüht, organisiert der Jude seinen Angriff zur Eroberung derselben.” [23]
Und in einer Broschüre zur Erziehung der Weltanschauung von 1944 heißt es in den Überschriften der einzelnen Kapitel:
“Der Jude zerstört jede völkische Lebensordnung…
I. Das Judentum strebt nach der Weltherrschaft. Dies liegt in seiner Weltanschauung begründet…
II. Die zwei Hauptbegriffe, mit denen das Judentum sich in die Ideen der Völker einschleicht, sind der Materialismus und der Individualismus…
III. Der Jude verseucht und zerbricht die Lebensordnungen seiner Wirtsvölker. Musterbeispiel ist das Deutschland vor der Machtübernahme…
1. Der Jude greift durch Beherrschung des Geldes, des Handel, des Banken- und Börsenwesens nach den Schlüsselstellungen zur Weltwirtschaft…
2. Der Jude durchwühlt mit Hilfe des Freimaurertums, von Revolutionen, von Demokratien und Parlamentarismus die völkischen Ordnungen jeder Gemeinschaft, jedes Staates…
3. Der Jude entartet jede völkische Kultur und missbraucht sie zur Propaganda für seine internationalen Pläne…
4. Der Jude unterhöhlt die Sittlichkeit und schwächt damit Zucht, Kraft und Kinderreichtum des Volkes…
5. Die jüdische Verbrechernatur verdreht jede artgemäße Rechtsauffassung und verdrängt Recht und Gerechtigkeit…IV. Der Jude ist Anstifter und Verlängerer des gegenwärtigen Krieges…
1. Der russische Bolschewismus ist eine Ausgeburt jüdischen Denkens…
2. Der Jude stützt den britischen Imperialismus…
3. Der Jude steckt hinter der amerikanischen Plutokratie… “[24]
Auch wenn sich die Bezüge zwischen Holey und dem rechten Ideengut bislang schon mehr als eindeutig sind, es lassen sich noch weitere aufzeigen.
So zieht Helsing seine Thesen zum Beispiel von dem ehemaligen Waffen-SS-Mann Wilhelm Landig, der in seiner “Thuletrilogie” große Teile von Helsings späteren Aussagen vorwegnimmt (zur Thule- und Vrilgesellschaft, den Reichsflugscheiben etc.). Es erschien im Sterntorverlag auch ein Video, auf dem jeweils ein Interview mir Jan van Helsing und eines mit Wilhelm Landig enthalten sind. [25]
Dieses Interview ist inzwischen auch im Internet anzusehen. [26]
Gleichzeitig entlarvt dieses Interview Landig, unabhängig von seiner politischen Gesinnung auch als Schwindler. Behauptet er da doch, die Reichsflugscheiben wären nach dem Krieg unter anderem in die Stadt Akakor in Südamerika gebracht worden, wie er aus seiner eigenen Arbeit für das Regime wisse. [27]
Doch was ist Akakor und was hat es damit auf sich?
1972 trat in Südamerika ein scheinbar weißhäutiger Indianer, der sich Tatunca Nara nannte an den damaligen ARD-Korrespondenten heran und erzählte diesem, er wäre der Häuptling eines verborgenen Volkes, der Ugha Mogulala, die verborgen im Urwald leben würden. Da die Zivilisation aber inzwischen ihren Lebensraum bedrohen würde, suche er nun Hilfe in eben dieser. Tatunca Nara erzählte Brugger infolge die komplette Geschichte seines Volkes, das ursprünglich in der geheimnisumwitterten Stadt Akakor gelebt hätte.
Diese Geschichte begann vor 13000 Jahren mit der Ankunft göttlicher Lehrmeister von den Sternen, zog sich über Besuche von Europäischen Reisenden lange vor Kolumbus und mündete gar darin, dass das NS-Regime die Ugha Mogulala mit 2000 Deutschen Soldaten unterstützte. [28]
Tatunca selbst sei der Nachfahre eines dieser Deutschen und einer Indianerin.
Nachdem Brugger diese “Chroniken” 1976 erstmals veröffentlichte, sorgte das in der grenzwissenschaftlichen Szene für einigermaßen Begeisterung, und selbst Erich von Däniken (der sich heute von der Geschichte distanziert) sah hier einen möglichen Beweis für seine Thesen, plante sogar eine Expedition nach Akakor, unter der Leitung Tatunca Naras. [29]
Sein Glück, dass es niemals zu dieser Expedition kam!
Nach der Ermordung Karl Bruggers 1985 und dem Verschwinden mehrerer Teilnehmer von Expeditionen gen Akakor, die der weiße Häuptling persönlich leitete, wurden Zweifel wach.
Der norddeutsche Überlebenskünstler und Abenteurer Rüdiger Nehberg, der selbst mehrmals im Tatunca Nara zusammentraf, konnte nachweisen, dass es sich bei diesem nämlich alles andere als einen Häuptling handelt, sondern in Wirklichkeit um einen Deutschen namens Günther Hauck, der 1968 nach Südamerika auswanderte und mit großer Wahrscheinlich auch der Mörder der verschollenen Personen ist. Über seine Ermittlungen, zum Teil unterstützt durch das Bundeskriminalamt hat Nehberg ausführlich geschrieben. [30]
Landig hat die erfundene Geschichte von Akakor also zum Aufhänger für den Verbleib seiner Reichsflugscheiben verwendet. Übrigens berichtete die “Chronik” an keiner Stelle etwas von irgendwelchen deutschen Ufos.
Natürlich ist auch die Frage sehr interessant, ob und in wiefern okkultes Ideengut, Esoterik und ähnliches überhaupt Einfluss auf die NS-Politik hatten und wie die Hauptvertreter des dritten Reichs dazu standen.
Interessanterweise waren es gerade Heinrich Himmler und Rudolph Hess, die tatsächlich merkwürdigen Ideen in dieser Richtung anhingen. Ihr Ziel war es immer die Legitimität der arischen Rasse als Herrenrasse zu beweisen, was zu allerlei verschrobenen Ideen führte.
So meldete sich der berühmte Zoologe Dr. Ernst Schäfer beispielsweise bei Reinhold Messner, der in seinen Recherchen zur Yetifrage steckte und berichtete ihm von seiner Arbeit für Heinrich Himmler und das Ahnenerbe, in dessen Auftrag er auf seinen Tibetexpeditionen das Geheimnis des Yeti lüften sollte, hinter dem man gerne einen Urgermanen gesehen hätte (obgleich Schäfer sich von Anfang an sicher war, dass der Yeti nichts weiter als ein Tibetbär ist). [31]
Und wie stand Adolf Hitler selbst zu derlei Ideengut? Jan Udo Holey zufolge war Hitler ja ein ausgesprochen spiritueller Mensch mit Verbindung zu der mystischen Geheimgesellschaft Thule?
Wenngleich Hitler selbst in “Mein Kampf” die Grundlagen für die Rassenlehre der NS-Zeit und auch die Idee der jüdischen Weltverschwörung mit schuf [32] und scheinbar tatsächlich Kontakte zur Thulegesellschaft pflegte und Anfangs noch von einem solchen kultischen Gedankengut angetan war, verwarf er derlei nach seiner Machtübernahme 1933. [33] Die Antwort ist also ganz einfach: Hitler hielt später gar nichts von derlei mystischen Überlegungen! Er machte sich hinter dessen Rücken in privaten Kreisen sogar über Himmlers Anwandlungen zum Mystizismus und seiner Germanenverehrung lustig, wie wir aus den Erinnerungen des NS-Architekten- und Hitlervertrauten Albert Speer erfahren:
“Oft äußerte sicht Hitler abwertend über Himmlers SS-Mythos: ‘Welcher Unsinn! Jetzt sind wir endlich so weit, in eine Zeit zu kommen, die alle Mystik hinter sich gelassen hat, und nun fängt der wieder von vorne an. Da können wir auch gleich bei der Kirche bleiben. Die hat wenigstens Tradition. Der Gedanke, daß ich einmal zum ‘SS-Heiligen’ gemacht werde! Stellen Sie sich vor! Ich würde mich im Grabe umdrehen!’” [34]
Hitler sprach sich viel mehr für eine Einbeziehung der Kirche ein, sobald der Krieg gewonnen sei und lästert im Folgenden darüber, dass Himmlers archäologische Grabungen geradezu peinlich wären, da sie nur beweisen würden, dass die Germanen noch Primitive waren, als die Griechen und Römer schon längst große Kulturen hervorgebracht hatten [35] und so konstantiert er auch:
“Eine neue Parteireligion (bezogen auf Himmlers mystische Vorstellung, Anmerkung A. Kramer) würde nur einen Rückfall in den Mystizismus des Mittelalters bringen. Das zeige der SS-Mythos und Rosenbergs unlesbarer ‘Mythos des Zwanzigsten Jahrhunderts’.” [36]
Es bleibt also auch hier festzustellen, dass die Versuche der Neuen rechten, Hitler zu einem Esoteriker und Okkultisten zu erklären blanke Geschichtsverklärung darstellen.
IV. Jan van Helsing und die Reichsflugscheiben
Das Ufo-Thema nimmt eine große Rolle in den Thesen der Neuen Rechten ein, in denen der Ufomythos nicht mit möglichen außerirdischen Raumfahrern, sondern mit technischen Entwicklungen der Nazideutschen erklärt wird.
Hierbei zeigen sich 2 unterschiedliche Ebenen, zum einen die Reichsflugscheiben mit konventionellem Antrieb, die von Ingenieuren wie Schriever, Habermohl und Epp entwickelt worden sein sollen, und futuristischen Untertassen, die mit einem exotischen Vrilantrieb laufen und deren Baupläne angeblich von den arischen Aldebaranern stammen.
Gewisse Autoren blenden letzteres hierbei in ihren Thesen aus und konzentrieren sich auf die konventionellen Reichsflugscheiben, denen allerdings auch überragende Eigenschaften zugeschrieben werden. [37]
Schon Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts tauchten diese angeblichen Entwicklungen der Deutschen in verschiedenen Zeitschriften auf und wurden sogleich als Erklärung für das Ufophänomen genannt. [38] Laut dem Spiegel entwarf der Ingenieur Rudolf Schriever derlei Flugscheiben und ließ sie in Prag testen. Er ist der festen Überzeugung, andere Mächte hätten seine Arbeit nach dem Krieg fortgeführt und diese Flugscheiben würden die Ursache für die Sichtung von fliegenden Untertassen sein. [39]
Jan Andreas Epp zum Beispiel behauptete, er habe verschiedene Flugscheibenmodelle angefertigt, wie von Schriever und Habermohl dann weiter entwickelt wurden. [40] Auch gibt er Fotos wieder, die er angeblich von Testflügen seiner Flugkreisel gemacht habe. [41]
Die Fotos zeigen verwaschene kleine Flecken am Himmel, ohne jede Aussagekraft. Interessanter ist da seine Aussage, auch in der Nachkriegszeit funktionstüchtige Modelle hergestellt und öffentlich vorgeführt zu haben. [42]
Tatsächlich bestätigte mir gegenüber der Physiker und Leiter der Ufoforschungsgruppe MUFON CES, Illobrand von Ludwiger in einem Gespräch auf der Frühjahrstagung der Deutschsprachigen Gesellschaft für Ufoforschung Degufo e.V. in Erfurt 2008, dass er von Epp einst zu einer solchen Vorführung eingeladen wurde und dieser Einladung auch folgte. Allerdings sei diese Vorführung ein enormer Flop gewesen, die Flugscheibe technisch unausgereift und wertlos.
Wen wundert es auch, dass es bislang keinen Beweis für funktionstüchtige Flugscheibenkonstruktionen auf Basis von integrierten Rotoren gibt? Die Kanadier und Amerikaner versuchten nach dem Krieg ebenfalls ihr Glück mit der Scheibenform. Heraus kam das so genannte Avrocar (Avro Canada VZ-9A V), ein scheibenförmiges Flugobjekt, das gnadenlos scheiterte und in den Testflügen nicht einmal einen Meter vom Boden abhob.
Die Problematik bei der Untertassenform in Verbindung mit Rotoren liegt nämlich vor allem in der Stabilisierung der Einheiten. Nicht umsonst gelang es jungen Forschern erst 2003 ein solches “Ufo” zu konstruieren und damit einen Preis bei “Jugend forscht” zu erhalten. Sie lösten die bestehenden Probleme mit einer ausgefeilten und leistungsfähigen Computersteuerung. [43]
Möglichkeiten, die mehr als 60 Jahre zuvor allerdings nicht bestanden.
Tatsächlich scheint der Mythos der Reichsflugscheibe aber auf eine tatsächliche Entwicklung zurück zu gehen, nämlich dem Sack A.S.6, einem Propeller betriebenen Rundflügler, der 1944 gebaut wurde, sich bei Tests aber als untauglich erwies. [44]
Die zweite Ebene des Reichsflugscheibenmythos stellen die exotischen Modelle vom Typ Haunebu und Vril dar, die angeblich unter Mitwirkung Außerirdischer entstanden sind.
Eine der Hauptquellen für diese Ufos stellt der schon erwähnte Alt-Nazi Wilhelm Landig dar, der von diesen Untertassen in seiner Romantrilogie berichtet. [45]
Durch dutzende angebliche SS-Geheimdokumenten und Fotos soll die Existenz dieser Flugkörper bewiesen werden. Doch was ist tatsächlich von ihnen zu halten? Einmal von der hanebüchenen Geschichte abgesehen, weiter abgesehen davon, dass Deutschland den 2. Weltkrieg mit solchen Geheimwaffen nie hätte verlieren können?
Abermals gar nichts! Schauen sie sich im Internet einmal die in der Regel äußerst schlechten Fotos dieser “Haunebus” näher an und dann informieren sie sich doch einfach mal über einen Mann namens George Adamski!
Kennen der Ufo-Historie dürfte dieser Name etwas sagen, war er doch Anfang der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts Angehöriger der ersten Generation von so genannten Ufo-Kontaktlern und behauptete, Kontakt zu Menschen von der Venus zu haben. Seine vielen Beweisfotos und Filme sind äußerst billiger Machart, bei seinen Ufos handelt es sich womöglich um alte Billardtischlampen, [46] auf einigen Aufnahmen erkennt man sogar noch die Aufhängungen. Tja, und witzigerweise sind es genau diese Bullaugen tragenden Karikaturen von Weltraumschiffen, die auch die Vorbilder für die Haunebu- und Vrilscheiben darstellen.
Man könnte fast meinen, dass die Neue Rechte sich hier einen Scherz erlaubt, doch tatsächlich verkaufen sie das ihren Lesern als echt und diese nehmen dies unkritisch an.
In diesem Zusammenhang sollte auch erwähnt werden, dass von Deutschlands Ufoforschungsgruppen, Gesellschaft zur Erforschung des Ufophänomens e. V. (GEP), Gesellschaft zur Untersuchung von anomalen atmosphärischen und Radar-Erscheinungen (MUFON CES), Deutschsprachige Gesellschaft für Ufo-Forschung e. V. (Degufo) und Centrales Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP) keine Meldungen von Reichflugscheiben mit Maschinengewehren und Hakenkreuzemblemen zu vernehmen sind. Genau dies sollte aber doch zumindest bei einem Teil der eingehenden Sichtungen der Fall sein, wenn es diese Fluggefährte denn wirklich geben sollte.
Auch wenn es sich eigentlich schon erübrigt hat, natürlich ist auch von der Nazizuflucht “Neuschwabenland” nichts zu halten. Dass die vermeintlichen Nazi-Ufos nicht in Akakor stationiert sein können, wurde schon erwähnt, schließlich existierte weder das Eine, noch das Andere. Mit Neuschwabenland sieht es ähnlich aus, auch hier wird uns von Holey und seinen Mitstreitern eine ganze Menge versprochen, aber nichts gehalten.
Einer seiner Hauptzeugen hierbei ist Admiral Byrd, der laut seinem “Tagebuch” in der Arktis auf Flugscheiben stieß.
Wer war dieser Admiral Byrd? Richard Byrd (1988-1957) war ein Pilot, der durch seine wagemutigen Expeditionen zum Nord- und Südpol bekannt wurde.
Besorgt man sich nun dieses “Tagebuch” des Admiral Byrd, in dem die fantastischen Begebenheiten verzeichnet sind, dann wird man schon mal stutzig. Holey lässt natürlich keinen Zweifel daran, dass er aus einer seriösen autobiographischen Schrift Byrds zitiert, die Realität sieht aber anders aus. Das kleine, in einem esoterischen Verlag erschienene Büchlein klärt gleich in der Einleitung auf:
“Wir erhalten im Laufe eines Monats einige Manuskripte. Die meisten können wir nicht in dem Maße würdigen, wie es wahrscheinlich gut wäre, aber immer wieder entstehen Bücher daraus. Wir recherchieren immer, versuchen zu prüfen, was uns da angeboten wurde. Dies ist uns bei diesem Büchlein nicht möglich gewesen. Wir haben keinerlei Informationen über denjenigen, der uns diese Übersetzung zugeschickt hat, und doch halten wir das, was Admiral Byrd erlebt hat, für so wichtig, daß wir es unter allen Vorbehalten veröffentlichen.” [47]
Natürlich erwartet ein jeder, dass ein seriöser Autor seine Leser darüber informiert, dass es sich bei der von ihm verwendeten Quelle um eine zweifelhafte Quelle handelt, doch das tut Holey natürlich nicht, und wenn die Leser sich das “Tagebuch” nicht selbst kaufen, werden sie es wohl auch nicht erfahren.
Auf einem wenige Seiten langen Text wird dann ein scheinbar faszinierendes Abenteuer geschildert, in dem Byrd sich mit seinem Flugzeug verirrt und Mitten in der Arktis in ein blühendes Tal kommt, in dem er prähistorische Tiere sichtet, von Flugscheiben begleitet wird, in ein Höhlensystem gerät und mit blonden und blauäugigen Menschen (welch Zufall) zusammen trifft.
Die Schreibweise ist hierbei mehr als simpel, verwertbare Koordinaten werden natürlich nicht genannt.
Dass es sich bei diesem Werk um das eines Stümpers handelt, wird schnell deutlich, so heißt es zu Beginn:
“Dieses Tagebuch werde ich im Geheimen und Verborgenen schreiben. Es enthält meine Aufzeichnungen über meinen Arktis-Flug vom 19. Februar 1947.” [48]
Witzigerweise unternahm Richard Byrd 1947 gar keine Expedition in die Arktis (der Nordpol), sondern in die Antarktis, den Südpol. [49]
Ein solcher Fehler wäre dem wirklichen Richard Byrd mit ziemlicher Sicherheit nicht unterlaufen. Davon einmal abgesehen deckt sich der Schreibstil des Buches auch nicht mit tatsächlich von Byrd verfassten Aufzeichnungen, wie man bei einem direkten Vergleich schnell feststellen kann. [50]
Abermals kann das Ergebnis einer Überprüfung von Holeys Behauptungen also nur lauten, dass sie unhaltbar sind.
V. Jan van Helsing und die alternative Archäologie
Auch Themen der alternativen Archäologie und Paläo-Seti werden von Holey immer wieder aufgegriffen. An einigen wenigen exemplarischen Beispielen soll hier deutlich gemacht werden, was von den Behauptungen zu halten ist.
Wie schon erwähnt, vermutet van Helsing die arische Urheimat auf Hyperborea, später siedelten die Urgermanen dann nach Lemuria und Atlantis über.
Während in seinem ersten Buch von blonden und blauäugigen Aldebaranern die Rede war [51], sprach Helsing später von Gestalten mit 3 Augen und 4 Armen, die noch Heute im Himalaja versteckt meditieren würden. [52]
Einmal mehr wird an dieser Stelle deutlich, dass eine eingehende Beschäftigung mit dem Thema von Seiten Helsings nie stattfand und er seine Behauptungen einfach aus esoterischer Literatur übernommen hat, ohne sie zu prüfen.
Am ältesten soll Hyperborea sein, so wird gesagt. Schon hier sollte jeder stutzig werden, der sich mal mit den Texten der alten griechischen Geschichtsschreiber befasst hat.
Hyperborea war bei diesen das mythische Land jenseits der Nordwinde, in dem Apollon regelmäßig seinen Winterurlaub zu verbringen pflegte. Das Hyperboreerland wird bei Herodot als ein Land im Norden beschrieben, und zwar in der existierenden Form! Nirgends ist davon die Rede, hier würde es sich um einen untergegangenen Kontinent oder ähnliches handeln, immer wird in Präsenz gesprochen. Doch Herodot selbst glaubte noch nicht einmal an seine Existenz und schreibt:
“Ich glaube überhaupt nicht an die Hyperboreer; denn wenn es ein solches Volk im höchsten Norden gäbe, müsste es auch eines im Süden geben.” [53]
Wenngleich Diodor von Sizilien im Gegensatz zu Herodot tatsächlich von einer Insel (nicht Kontinent) spricht, so aber ebenfalls in der Gegenwart, als einen rezenten Kulturkreis:
“Die alten Mythographen, Hekataios und einige andere, berichten nämlich, gegenüber dem Lande der Kelten gäbe es eine Insel im Ozean, nicht kleiner als Sizilien. Sie liege im Norden und werde von den so genannten Hyperboreern bewohnt, so genannt, weil sie weit jenseits der Nordwinde zu Hause seien. Die Insel habe guten Boden, auf dem alles wachse, und ihr Klima sei so ausgezeichnet, dass sie zweimal im Jahre Früchte hervorbringe.
Auf der Insel befinde sich auch ein großartiger heiliger Bezirk dieses Gottes (Gemeint ist Apollon, den die Hyperboreer laut Diodoros verehrten, Anmerkung von mir!) und ein bedeutender Tempel mit vielen Weihegaben ausgestattet, von kreisrunder Form.” [54]
Dieser Beschreibung nach dürfte es nicht schwer sein, hier die britischen Inseln zu erkennen (Gegenüber dem Land der Kelten = Frankreich? Tempel von kreisrunder Form = Stonehenge?), auf jeden Fall hat das Hyperborea der alten Überlieferung nichts mit dem Fantasiekonstrukt gleichen Namens zutun, welches Holey entwirft.
Mit Lemuria ist es sogar noch einfacher, denn in alten Überlieferungen oder dergleichen taucht dieser angeblich sagenhafte Kontinent gar nicht auf!
Vielmehr kamen Wissenschaftler im 19. Jahrhundert auf die Idee der Existenz von Lemuria, einem untergegangenen Kontinent zwischen Afrika und Indien, da man sich anders nicht die Verbreitung des Lemuren, sowohl auf Madagaskar, als auch in Indien erklären konnte. [55] Durch die Entdeckung der Plattentektonik entpuppte sich diese These allerdings als Unsinn.
Die Okkultistin Helena Blavatsky war es dann, die diese Idee aufgriff und mit ihren esoterischen Vorstellungen verknüpfte, gefolgt von immer weiteren Umdichtungen weiterer Autoren [56], die zu dem heutigen in der Grenzwissenschaft immer noch aktuellen Bild führten.
Holey scheint sich nicht einmal die Mühe gemacht zu haben, die Primärquellen des wohl bekanntesten “untergegangenen Kontinents” zu bemühen, nämlich den Dialogen Timaios und Kritias des griechischen Philosophen Platon, in denen die Geschichte von Atlantis beschrieben wird.
Hätte er dies nämlich getan, dann wüsste er, dass es sich bei Atlantis um alles andere als ein Utopia handelte, die Atlanter waren keine spirituellen Heiligen oder ähnliches, sondern um den dekadenten Gegenspieler von Ur-Athen, der Platons Idealstaat noch am nächsten kam.
Im Timaios wird die Geschichte von Atlantis folgendermaßen, erzählt von einem ägyptischen Priester bezüglich der Heldentaten des frühen Athens, eingeleitet:
“Unsere Bücher erzählen nämlich, eine wie gewaltige Kriegsmacht einst euer Staat gebrochen hat, als sie übermütig gegen ganz Europa und Asien zugleich vom Atlantischen Meere heranzog.” [57]
Im Folgenden und im Dialog Kritias wird eine Art bronzezeitliche Kultur beschrieben, mit einer durch Kanäle umrahmten Stadt, Pferderennbahnen und so weiter. An keiner Stelle lassen Platons Beschreibungen auch nur Ansatzweise den Schluss zu, Atlantis hätte irgendetwas mit dreiäugigen spirituellen Meistern oder ähnliches zu tun.
Diese Fantasien übernimmt Holey einfach von den Anthroposophen, ohne jegliche kritische Reflexion, ohne die Angaben mit Platon abzugleichen oder sonst irgendetwas.
Wer also ein wenig Quellenrecherche betreibt, stellt zweifellos fest, dass van Helsings Angaben selbst nur durch Ausblendung derselbigen historischen Quellen aufrecht zu erhalten sind und mit den tatsächlichen Sachverhalten nicht das Geringste zutun haben. Es handelt sich eindeutig um naive Fantasiekonstrukte.
Über dies hinaus spielte das Thema Atlantis in der rechten Ideologie schon von Beginn an einer wichtige Rolle. Schon 1922 und 1935 erschien ein Buch, indem hinter den Atlantern die Arier vermutet wurde und der Atlantis-Mythos mit der germanischen Sagenwelt verbunden wurde. [58]
In der Nachkriegszeit trat dann der norddeutsche Pastor Jürgen Spanuth mit seiner – bis heute populären – Atlantisthese an die Öffentlichkeit, laut der Atlantis bei Helgoland lag. Die Bücher erschienen im bekannten rechtsextremen Grabert-Verlag. [59]
Der Grabert-Verlag wurde 1953 von dem Alt-Nazi Herbert Grabert gegründet und publizierte verschiedene Titel in denen die Deutsche Kriegsschuld geleugnet wird, [60] aber auch Titel aus dem Bereich der alternativen Archäologie, in denen die Nordeuropäischen Völker als die überlegenen dargestellt werden und den Ägyptern zum Beispiel die Kultur gebracht haben sollen. [61] Das solche Thesen jeglicher Realität entbehren dürfte nach kurzer Überlegung klar werden, man vergleiche nur einmal die kulturellen Errungenschaften Nordeuropas im Neolithikum und der Bronzezeit mit denen Ägyptens. Weshalb sollten die angeblichen Kulturbringer aus dem Norden in der Fremde denn mehr bewerkstelligen als in der Heimat?
Teile von Spanuths Atlantisthese habe ich an anderer Stelle näher beleuchtet. [62]
Als ein weiteres Beispiel um zu verdeutlichen, wie viel von van Helsings Recherchen zu halten ist, von denen er ja selbst, wie schon erwähnt, behauptet, dass er sie so ernst nimmt, möchte ich seinen Umgang mit dem so genannten Sirius-Rätsel anführen, das in der Paläo-SETI-Forschung nach wie vor einen hohen Stellenwert genießt.
1976 veröffentlichte der Autor Robert K. G. Temple ein Buch, indem er auf dieses faszinierende Rätsel aufmerksam machte. Einer Veröffentlichung der beiden französischen Ethnologen Marcel Griaule und Germaine Dieterlen zufolge soll der afrikanische Stamm der Dogon, der im heutigen Mali sesshaft ist, ein geheimnisvolles Wissen von einem unsichtbaren Begleitstern des Sirius besitzen, dass diese von ihren Kulturbringern aus dem All, den Nommo erhalten haben, hinter denen eine außerirdische Intelligenz vermutet wird. Dieser unsichtbare Begleitstern wird außerdem trotz seiner geringen Größe als außerordentlich massenreich beschrieben. [63]
Tatsächlich wissen wir heute, dass der Sirius wirklich über einen, mit bloßem Auge unsichtbaren Begleitstern verfügt, den Sirius B. Bei diesem Stern handelt es sich um einen weißen Zwerg, eine erloschene Sonne. Nachdem diese ihren Brennstoffvorrat aufgebraucht hatte, kollabierte sie und “fiel in sich zusammen”, wodurch der Sirius B tatsächlich, trotz seiner geringen Größe, durch seine starke Komprimierung über eine gewaltige Masse verfügt.
Woher sollen die Dogon also dieses Wissen haben? Womöglich tatsächlich von Außerirdischen? Natürlich erregte dieser Fall Diskussion und eine bis Heute anhaltende Kontroverse. Eine ins Feld geführte Möglichkeit ist die, Missionare hätten den Dogon von Sirius B erzählt, Markus Pössel vertritt die These, dass dieses “Wissen” objektiv gar nicht existiert, sondern durch Suggestion in den Gesprächen mit den beiden Ethnologen quasi konstruiert wurde. [64]
Doch hier soll nicht das Für und Wider des Sirius-Rätsels behandelt werden, sondern die grundlegende Arbeitsweise eines Jan van Helsing verdeutlicht werden, sagt er doch zum Beispiel selbst:
“Der Bereich der Grenzwissenschaft und Spiritualität hat sich in den letzten Jahren leider zu einem richtigen Jahrmarkt entwickelt. Das ist eine Katastrophe. Daher ist jede Information doppelt zu prüfen bevor man sie letztendlich auch veröffentlicht.” [65]
Merkwürdig nur, dass er in “Hände weg von diesem Buch” mit keiner einzigen Silbe kritische Überlegungen hierzu nennt und die Aussagen Temples zu einem Fakt mutieren lässt. Nicht nur das, er dichtet auch noch Dinge hinzu, so würde die moderne Wissenschaft den Sirius B ja erst seit 1970 kennen und diese Entdeckung sei erst durch ein angeblich 1970 ins all geschossenes Weltraumteleskop der NASA möglich gewesen. [66]
Das ist natürlich grundlegender Unsinn, den Holey schon bei Temple selbst (den Helsing nicht einmal im Literaturverzeichnis führt) lesen hätte können, denn dieser erwähnt gleich zu Beginn seines Buches richtiggehend die Entdeckung des Sirius B durch Astronomen im 19. Jahrhundert. [67]
Tatsächlich hätte Holey quasi wahllos ein altes Astronomiebuch aufschlagen können, um die Wahrheit zu erfahren. In einem erstmals 1939 erschienen Buch zum Beispiel heißt es:
“Auch der Sirius ist ein Doppelstern, ja sein Begleiter ist besonders interessant…deren Dasein sich nur durch die leisen Pendelungen des hellen Sirius verriet, und genialerweise hatte der Astronom Peters in Königsberg um 1850 sogar den Ort, die Bahn dieses dunklen Begleiters errechnet. Da gelang erst den Amerikanern zehn Jahre später, mit einem neuen Riesenfernrohr das Gestirn aufzufinden…” [68]
Bleibt noch hinzuzufügen, dass diese “Pendelungen” des Sirius A durch die enorme Gravitation des Sirius B entstehen, die an dem Hauptstern “zerren”.
Ich möchte es den Lesern überlassen, sich die Frage zu stellen, ob van Helsing also einfach nur schlecht recherchiert und selbst die von ihm selbst verwendeten Quellen nicht richtig liest, oder ob er gar bewusst falsche Informationen streut, um die von ihm präsentierten “Rätsel” noch fantastischer zu erscheinen zu lassen.
Abschließend noch ein paar weitere kleine Beispiele, in denen er es unterlässt, seine Leser darauf aufmerksam zu machen, dass die benannten “Rätsel” auch kritisch gesehen werden, bzw. längst keine Rätsel mehr sind:
- a) Er verweist auf das akkadische Rollsiegel VA/243, das sich in Berlin befindet, und auf dem angeblich unser Sonnensystem mit einem weiteren Planeten dargestellt ist, um zu beweisen, dass dieser Planet der Ursprung einer außerirdischen Rasse war [69] – leider vergisst er anzumerken, dass Dr. Marzahn aus Berlin schon längst darauf hingewiesen hat, dass sich durch mikroskopische Untersuchungen zeigte, dass es sich bei einigen der “Planeten” nicht um willentliche Bohrungen, sondern lediglich um Abplatzungen handelt und dass die Darstellung keineswegs den Mittelpunkt des Rollsiegels darstellt, sondern nur ein kompositorisches Element. [70]
- b) An anderer Stelle verweist van Helsing auf Fußspuren von Menschen und Dinosauriern am Pauluxy-River in Texas, die in der gleichen geologischen Schicht gefunden wurden und den Schluss nahe legen würden, Mensch und Dinosaurier hätten zeitgleich gelebt. [71] Abermals unterschlägt er hier kritische Stimmen, die sogar von Kreationisten herrühren und die angeblich menschlichen Spuren nur als verwitterte Reptilienspuren identifizieren. [72]
- c) Als letztes Beispiel sei noch auf den Abdruck eines Fotos hingewiesen, mit der Bildunterschrift:
“Auf einer 7000 Jahre alten Felszeichnung aus Fergana, Usbekistan, sieht man zwei Wesen in Raumanzügen Und Finger-Handschuh. Im Hintergrund eine fliegende Untertasse” [73]
Was hat es nun mit dieser, tatsächlich beeindruckenden Abbildung auf sich?
Schon Erich von Däniken druckte sie (übrigens handelt es sich bei der kursierenden Abbildung nicht um das tatsächliche vermeintliche Felsbild, sondern um eine Zeichnung die nach dieser erstellt worden sein soll) in einigen seiner Bücher ab, allerdings von vorneherein mit dem Zusatz, dass dies unter Vorbehalt geschehe, da er die Echtheit nicht prüfen konnte, [74] und seine Zweifel waren nicht unbegründet.
Die Darstellung stammt aus einer Ausgabe der Zeitschrift Sputnik und wurde tatsächlich extra für dieses Heft von dem Künstler angefertigt und entspringt seiner reinen Fantasie. [75]
Diese Liste ließe sich quasi noch beliebig erweitern, sollte aber in der Gesamtheit der hier geschilderten Sachverhalte und Fakten ausreichen, ein tatsächliches Bild von der Seriosität und Gesinnung Jan Udo Holeys zu erhalten. Es zeigt sich (und seine Literaturverzeichnisse bestätigen dies), dass er schlicht und einfach ungeprüft aus grenzwissenschaftlicher und rechter Literatur abschreibt und von Zeit zu Zeit noch durch unwahre Aussagen (siehe Sirius-Rätsel) ergänzt.
Damit erweist sich auch seine nach eigener Aussage so kritische Quellenprüfung als eine Falschaussage.
VI. Woher kommt der Erfolg seiner Bücher? Abschließende Reflexion
Abschließend soll noch einmal über die Frage reflektiert werden, wie es die Werke dieses Autors und seiner Mitschwimmer schaffen konnten, trotz ihres eindeutig rechtsextremen- und obendrein noch völlig hanebüchenen Inhalts zu solchen Erfolgen zu werden.
Immerhin ist sein 2004 erstmals aufgelegtes Buch “Hände weg von diesem Buch” inzwischen in van Helsings eigenem Verlag AmaDeus in der bereits 8. Auflage erschienen und verkaufte sich 120000mal! Ein Erfolg, von dem die meisten anderen Autoren nur träumen können, und im Internet wimmelt es in Diskussionsforen und auf Webseiten von Anhängern dieser Thesen.
Einen großen Anteil an dem Erfolg mag sicherlich in dem Verbotsantrag bezüglich der ersten beiden Bücher Holeys liegen, die ihn quasi zu einem Mythos und Märtyrer machten. Von Anfang an verstand er es hierbei, aus der Not eine Tugend zu machen und sich selbst in die Rolle des Aufklärers zu versetzen, dessen Wahrheiten unterdrückt werden sollen.
Doch dies allein ist es nicht, vielmehr schafft van Helsing es, den Menschen ein vollständiges Weltbild zu liefern, dass sie quasi in die Position von Insidern rückt, wie wirklich wissen, was in der Welt gespielt wird. Eine so umfassende Verschwörungstheorie schafft es gleichfalls, den Menschen die Verantwortung aus den Händen zu nehmen, schließlich ist es ja demnach nicht unsere Schuld, weshalb es so viel Leid und Elend gibt, nein, die bösen Mächte sind Schuld an alledem, und um auch noch einen Sündenbock zu haben, liefert Holey die Übeltäter gleich mit – die jüdische Hochfinanz.
Doch auch darüber hinaus bieten seine Bücher den Lesern noch mehr, sie bieten in einer komplexen Verquickung von grenzwissenschaftlichen Ideengut und esoterischen Fantasien auch gleich eine Art Heilserwartung oben drauf, vermitteln das Gefühl eines Sinns im Leben, und das ganze ohne Hass, wie Holey immer wieder versichert. Dass er tatsächlich doch Hass schürt, wird jeder bemerken, der sich mal mit Menschen unterhält, die vom “Helsing-Virus” infiziert sind. Möglichkeiten hierzu bieten sich häufig auf grenzwissenschaftlichen Vortragsveranstaltungen, wie etwa dem Treff für Grenzwissenschaften im bayrischen Regen, wo es vor Anhängern van Helsings nur so wimmelt, wie ich selbst vor einigen Jahren erfahren konnte.
Ein weiterer Faktor wird einfach die Präsenz dieser Thesen in der grenzwissenschaftlichen Szene sein, so sind viele bereits auf das lukrative Pferd aufgesprungen, der Kopp-Verlag, der sich in den letzten Jahren quasi schon fast zum Monopolisten für grenzwissenschaftliche Literatur empor geschwungen hat, bringt in regelmäßigen Abständen neue Bücher zur Weltverschwörung, den Naziufos, Neuschwabenland und so weiter auf dem Markt, Johannes G. Holey, der Vater von Jan Udo Holey, betreibt mit Secret.tv einen eigenen Online-TV-Sender und in populären grenzwissenschaftlichen Zeitschriften wie dem “Magazin2000″ von Ingrid Schlotterberg finden wir Artikel über die Reichsflugscheiben. In Luc Bürgins “Mysteries” sogar ein Interviews mit van Helsing, bei dem man ganz klar zu dem Schluss kommen kann, in den Büchern würden sich gar keine rechten Inhalte finden lassen. [76] Von kritischem Journalismus also keine Spur.
Selbst die Bildzeitung verbreitet die Ideen der Neuen echten und brachte 2004 als plakative Schlagzeile “Hitler ließ heimlich Ufos bauen” und führte die Irrlehren in einem Artikel aus. [77]
Was hier betrieben wird ist ein widerliches Geschäft, bei der die Neue Rechte der große Gewinner ist und es schaffte, ihre rassistische und dumme Ideologie brühwarm und gut versteckt hinter esoterisch- und grenzwissenschaftlichen Ideengut unter das Volk zu bringen, sowie Verlegern die sich ein Stück vom braunen Kuchen abschneiden und denen es primär ums Geld zu gehen scheint.
Ein verbrecherisches Regime, dass es sich auf die Fahne geschrieben hat, eine ethnische Säuberung durchzuführen und dabei 6 Millionen Menschen in Konzentrationslager zu töten und die Welt in einen umspannenden Krieg gerissen hat, zu heroisieren und ihre Hauptakteure zu spirituellen Heiligen zu erklären, die nur Gutes wollten, ist eine bodenlose Frechheit und eine Verhöhnung der Opfer dieser Verbrechen.
Es bleibt nur zu hoffen, dass dieser Trend sich nicht weiter fortsetzt, dass die Leser/innen den wahren Charakter dieser Schriften erkennen und sich ggf. selbst einmal die Mühe machen, nachzurecherchieren, was hinter den aufgestellten Behauptungen wirklich steckt, nämlich rassistisches Ideengut und Geschichtsverfälschung.
Fußnoten
[1] vgl. Helsing 2008, S. 18
[2] vgl. zum Beispiel Siebenhaar 1995 u. Marzahn 1995
[3] vgl. Helsing 1993, S. 307 ff.
[4] vgl. a.a.O., S. 49
[5] vgl. a.a.O., S. 106 f.
[6] vgl. a.a.O., S. 108 f.
[7] vgl. a.a.O., S. 118 f.
[8] vgl. Schröm 1998 in: http://www.zeit.de/1998/23/esoterik.txt.19980528.xml?page=1 Gesichtet am 1.03.2009
[9] vgl. Meining (o.J.), www.verfassungsschutz.thueringen.de/infomaterial/symposien/2002/Meining.pdf
[10] vgl. zum Beispiel Bundesamt für Verfassungsschutz 2005, S. 10 ff in: http://www.verfassungsschutz.de/download/SHOW/broschuere_0511_2_antisemitismus.pdf gesichtet am 01.03.2009
[11] vgl. Helsing 1995, S. 98
[12] vgl. a.a.O., S. 101 f.
[13] vgl. a.a.O., S. 111 f.
[14] vgl. Holey 1999
[15] Helsing 2008, S. 16
[16] Helsing 1993, S. 119
[17] Zit. N. Hofer 1957, S. 32 f.
[18] Zit. n. a.a.O. S. 32 f.
[19] vgl. Zentner (o. J.), S. 143 ff.
[20] vgl. Ditfurth 2008, S. 33 f.
[21] vgl. Zentner (o. J.), S. 151
[22] vgl. Heroven; Wolff 2000, S. 29 f.
[23] Zit. n. Hofer 1957, S. 34
[24] Zit. n. a.a.O. S. 34 f.
[25] vgl. Sterntorverlag (o. J.)
[26] vgl. Landig http://video.google.de/videoplay?docid=3308764835956926416
[27] vgl. a.a.O. ab Minute 36
[28] vgl. Brugger 2002 S. 182-185
[29] vgl. Däniken 1977, S. 170 – 177
[30] vgl. Nehberg 2004
[31] vgl. Messner 2006, S. 188 ff.
[32] vgl. Zentner (o. J.), S. 143 ff.
[33] vgl. Stamm 1998, S. 75 ff.
[34] Speer 1969, S. 108
[35] vgl. ebd.
[36] a.a.O. S. 109
[37] vgl. Gehring; Rothkugel 2001 und Epp 2002
[38] vgl. (a.a.O.) 1953, S. 1350 ff.
[39] vgl. (a.a.O.) 1950, S. 35
[40] Epp berichtet sowohl in seinem Buch 2002, als auch in einem Videointerview Sternentorverlag (o. J.) (2) ausführlich von seinen angeblichen Konstruktionen
[41] vgl. Epp2002, S. 98 ff.
[42] vgl. a.a.O. S. 126 ff.
[43] vgl. Jugend forscht 2003 https://www.jugend-forscht.de/index.php/projectsearch/detail/6038.1389
[44] vgl. (o. A.) http://www.fliegerweb.com/militaer/flugzeuge/lexikon.php?show=lexikon-457 (o. J.) auch Gerhardt 2009 http://ufo-meldestelle.blog.de/2009/02/14/hitlers-nazi-ufos-ausgestellt-5571908/
[45] vgl. Landig 1971, 1980, 1991, Helsing zitiert ihn wörtlich in Helsing 1995, S. 234
[46] vgl. Fischinger; Horn 1999, S. 24 f.
[47] (o. A.) 1998, S. 7 f.
[48] A.a.O., S. 16
[49] vgl. Leithäuser 1962, S. 426
[50] vgl. Byrd 2006, S. 210 ff.
[51] vgl. Helsing 1993, S. 108 f.
[52] vgl. Helsing 2004, S. 70 ff.
[53] Herodot 1971, S. 265
[54] Diodoros, Buch 2 1992, S. 183
[55] vgl. Wogawa 2003 http://www.mysteria3000.de/wp/?p=117
[56] vgl. ebd.
[57] Löwenthal 1969, S. 103
[58] vgl. Zschaetzsch 2008
[59] vgl. Spanuth 1998
[60] vgl. Pfahl-Traughber 1995, S. 114 ff.
[61] vgl. Braasch 1997
[62] vgl. Kramer 2006 http://www.mysteria3000.de/wp/?p=203
[63] vgl. Temple 1996, S. 375
[64] vgl. Pössel 2002, S. 63 ff.
[65] vgl. Helsing 2008, S. 18
[66] vgl. Helsing 2004, S. 152
[67] vgl. Temple 1996, S. 22
[68] Bürgel 1949, S. 441
[69] vgl. Helsing 2004, S. 11 ff.
[70] vgl. Marzahn 1995 (1), S. 224 ff. und Marzahn 1995 (2), S. 527 ff.
[71] vgl. Helsing 2004, S. 82 f.
[72] vgl. Scherer, Wiskin 1986 http://www.wort-und-wissen.de/disk/d86/1/d86-1.pdf
[73] Helsing 2004, S. 120
[74] vgl. Däniken 1993, S. 75 f.
[75] vgl. Dendl 1997, S. 305
[76] vgl. Helsing 2008, S. 17. Das Interview ist einzusehen unter: < href="http://www.secret.tv/artikel4973780/Interview_mit_Jan_van_Helsing_MysteriesMagazin">http://www.secret.tv/artikel4973780/Interview_mit_Jan_van_Helsing_MysteriesMagazin
[77] Michalski 2004
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Siebenhaar, Wolfgang: Die Legende vom 12. Planeten. In: G.R.A.L. 01/1995
Spanuth, Jürgen: Die Atlanter. Volk aus dem Bernsteinland. 6. Auflage. Tübingen: Grabert-Verlag1998
Speer, Albert: Erinnerungen. 3. Auflage. Berlin: Propyläen Verlag 1969
Stamm, Hugo: Im Bann der Apokalypse. Endzeitvorstellungen in Kirchen, Sekten und Kulten. 2. Auflage. Zürich, München: Pendo 1998
Sternentorverlag: Geheimgesellschaften. Verschwörungstheorien Heute und im dritten Reich. Jan van Helsing und Wilhelm Landig. (o. J.) 110 Minuten. (1)
Sternentorverlag: Die deutschen Flugscheiben-Konstrukteure. Dipl. Ing. Andreas Epp. Walter Schauberger. (o. J.) 71 Minuten (2)
Temple, Robert K.G.: Das Sirius-Rätsel. Frankfurt/M, Berlin: Ullstein 1996
Wogawa, Stefan: Urkontinent Lemuria – Von der wissenschaftlichen Hypothese zur okkultistischen Spekulation. In: Mysteria3000 Nr. 6 Ausg. 02/2003 http://www.mysteria3000.de/wp/?p=117 gesichtet am 01.03.2009
Zentner, Dr. Christian: Drittes Reich und II. Weltkrieg. Daten, Fakten, Hintergründe. Rastatt: Moewig (o. J.)
Zschaetzsch, Karl Georg: Atlantis. Die Urheimat der Arier. Graz: Edition Geheimes Wissen 2008
28 Kommentare
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Ich habe mich nie näher mit diesem Helsing befasst, obwohl ich den Namen hier und da schon mal aufgeschnappt hatte. Es ist ja unfasslich, was für einen Stuss der Mann verzapft, da rollen sich einem ja die Zehennägel auf …
Warum werden Verschwörungstheorien immer populärer? Ich sehe den Grund darin, dass den Menschen immer mehr das bodenständige Hintergrundwissen abhanden kommt, das es ihnen ermöglicht, vernünftig abzuschätzen, was plausibel und was völlig abwegig ist. Außerdem bemerken die Menschen durch das Internet immer mehr, wie sehr die etablierten Medien filtern. Die Leute verlieren schlicht den Boden unter den Füßen.
Sehr gut ist, dass mit dem Irrtum aufgeräumt wird, Hitler wäre esoterisch orientiert gewesen. Abgesehen von seinem Herrgottglauben ließ sich solches Denken eher bei seinen Vasallen finden. Wesentlich mehr Substanz hatte Hitlers Sympathie zum Islam(ismus), dessen rücksichtsloser Eingottglaube seinem Denken sehr nahe kam, wie er bekundete.
Sehr gut ist auch, dass klar gesagt wird, dass das originale Atlantis des Platon mit den rechtsradikalen Phantasiegebilden nichts zu tun hat. Andere Autoren sparen sich eine solche Aussage, weil sie offenbar politischen Verdacht gegen jede Form von Atlantis-Forschung hegen.
Etwas unglücklich ist, dass der Artikel das Wort “Rechtsradikalismus” nur ein einziges Mal und auch nur als Zitat verwendet, denn darum geht es hier: Um politischen Radikalismus. Statt dessen bleibt die Begrifflichkeit schwammig: “Rechte” und “rechts” sind Begriffe, die sonst eher auf eine demokratische Rechte hinweisen, was hier offenbar nicht gemeint ist. “Neue Rechte” ist ein schillernder Begriff, der die Grenze zwischen demokratisch und undemokratisch eher verwischt als markiert.
So ist z.B. die Einordnung von Jürgen Spanuth nicht völlig gelungen. Spanuth operierte sicher in einer Grauzone zwischen rechts und rechtsradikal, aber ihn kurzerhand als Nazi zu bezeichnen, wie das z.B. Vidal-Naquet tut, wäre sicher übertrieben. Vgl. dazu die Bücher von Arn Strohmeyer. Spanuth scheint eher die Rolle eines “nützlichen Idioten” für die Rechtsradikalen gespielt zu haben, so scheint es mir.
Kommentar von Thorwald
Moin Thorwald
Danke für dein kritisches Kommentar :-)
Hm, darüber, den Begriff der adikalität nicht im genügenden Maße verwendet zu haben, habe ich noch gar nicht so sehr nachgedacht, da könntest du Recht haben. Ich glaube aber, dass aus dem Kontext deutlich hervor geht, was gemeint ist.
Der Begriff “Neue Rechte” taucht in der Literatur tatsächlich, auch im Kontext von van Helsing auf, etwa bei Stamm 1998.
Der Fall Spanuth ist sicherlich schwierig. Seine These ist zwar “germanenverherrlichend” und auch verklärend, in ihrer Formulierung aber sicherlich nicht explizit rechtsradikal, da er schon vor einigen Jahren verstorbnen ist, fällt es auch schwer, seine eigene politische Denke zu erfassen, aber er wurde (wie du ja auch betont hast) von den Rechten instrumentalisiert und genießt da noch heute große Popularität – veröffentlichte ja eben selbst bei Grabert.
Ich ich im Mysteria-Forum vor einigen Jahren mal las, soll er sogar auf Rechten Versammlungen Vorträge gehalten haben.
Definitiv ein schwer einschätzbarer Fall, der aber gerade aufgrund seiner Verquickungen durchaus erwähnt gehört, wie ich meine.
Viele Grüße
André
Kommentar von Andre Kramer
Handwerklich eindrucksvoller Artikel – so viel ist schon mal klar, auch wenn ich ehrlich gesagt nur kurz quer gelesen habe.
“Van Helsing” hat mich seinerzeit angefixt, aber hat mir auch sofort die Abgründe der Szene vor Augen geführt – unter anderem mit der positiven Bezugnahme auf die Protokolle der Weisen von Zion.
Auch Lyndon LaRouche verteidigt z.B. die Aussage seiner Mitarbeiter, dass die Protokolle echt sein, welche durch die Ochrana des Zaren belauscht und durch Graf Witte aus Rache veröffentlicht wurden (Siehe “Dope Inc.”)
Leider ist es eine Tatsache, dass die VT-Szene auch rechtsradikale Elemente hat – allerdings habe ich es immer abgelehnt, per Assoziation verurteilt und als Rechter abgestempelt zu werden.
Die andere Seite der Medaille ist, dass die Szene sich aktiv von rechtsradikalem Gedankengut distanzieren sollte – und dafür hast Du hier einen Beitrag geleistet.
Auch wenn ich den Text nicht unterstützen kann, weil ich im Moment keine Zeit habe, um Deine Argumentation und Quellen genau zu prüfen, so kannst Du wenigstens Problembewusstsein erzeugen und vielleicht eine Diskussion in Gang setzen.
Gut so!
Kommentar von tom plewer
Die Dreistigkeit, mit der rechte Sektierer und UFO-Esoteriker auf den Buchmarkt drängen, ist schon bemerkenswert. Gerade Herr Helsing veräppelt seine Leser, füllt sich die Taschen und versucht dies noch nicht einmal zu verbergen. Seine neueste These: Die Pyramiden von Gizeh waren Wasserhebewerke. Mir fällt dazu nichts mehr ein.
Wir müssen uns jedoch davor hüten, das Kind mit dem Bade auszuschütten und jeden Autor, der das Wort Außerirdische in den Mund nimmt, mit Helsing oder UFO-Verrückten in einen Topf zu werfen. Mit Etiketten wie Verschwörungstheoretiker oder Esoteriker wird viel zu schnell hantiert. So manches Argument gegen die Paläo-SETI-Hypothese ist eine Luftblase. Der Grundgedanke ist sehr ähnlich: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Man weiß schon von vornherein, dass es nicht stimmen kann. Kritische und neutrale Untersuchungen wären dagegen angebracht. Ein Beispiel ist die angesprochene Sirius-Thematik. Sie, Herr Kramer, haben zu Recht eine neutrale Position eingenommen, aber zu bedenken gegeben, das Wissen der Dogon könne durchaus von Missionare stammen oder durch Suggestion konstruiert sein. Ich glaube kaum, dass Missionare über derartige astronomische Kenntnisse verfügen und sie dann noch den Dogon vermitteln möchten. Weshalb erzählen die Dogon von Sirius C, einem dritten Himmelskörper. Sirius C konnte bis heute nicht nachgewiesen werden. Haben die Missionare eigene Theorien über Sirius C entwickelt und sie den Dogon gleich mitvermittelt? Das Wissen der Dogon stammt aus alter Zeit, woher auch immer. Ich möchte hier nur ein Indiz von vielen herausgreifen. Die Dogon stellen ihr Wissen im Sigui-Fest zur Schau, das alle 50 Jahre gefeiert wird. Hierzu werden Masken und Hirsebottiche verwendet, die aufbewahrt werden. Ethnologen haben eine dieser Masken untersucht und auf das 12. Jahrhundert datiert (Paturi, F.: Von der Weisheit des Universums, Federking und Taler, 1994). Von den Parallelen zur ägyptischen Mythologie will ich hier nicht anfangen. Kritik an Scharlatanen ist berichtigt, aber die Argumentationsebene einiger Kritiker ist selbst zu kritisieren. Sie, Herr Kramer, urteilen differenziert, doch leider beachten diese Maxime nicht alle Kritiker.
Kommentar von Peter Müller
@Thorwald
Hallo Thorwald, Du schriebst:
“Warum werden Verschwörungstheorien immer populärer? Ich sehe den Grund darin, dass den Menschen immer mehr das bodenständige Hintergrundwissen abhanden kommt, das es ihnen ermöglicht, vernünftig abzuschätzen, was plausibel und was völlig abwegig ist.”
Soll ich das so verstehen, daß jemandem, der sogenannten “Verschwörungstheorien” anhängt, sein “bodenständiges Hintergrundwissen abhanden” gekommen ist, und zwar ungeachtet, ob diese “Verschwörungstheorien” stimmen oder nicht?
Ist Dir eigentlich schon mal aufgefallen, daß der Begriff “Verschwörungstheorien” nahezu ausschließlich in einem verunglimpfenden Sinn gebraucht wird?
Und hast Du schon mal darüber nachgedacht, was das Letztere dann über denjenigen aussagt, der den Begriff gebraucht?
Es liegt mir fern, Dich damit anmachen zu wollen, es geht mir vielmehr darum, Dich und andere dafür zu Sensibilisieren, daß auch außerhalb der rechten Szene Menschen diffamiert werden.
Weiter schriebst Du:
“Wesentlich mehr Substanz hatte Hitlers Sympathie zum Islam(ismus), dessen rücksichtsloser Eingottglaube seinem Denken sehr nahe kam, wie er bekundete.”
Zweifellos kommt aber der zentralistische Katholizismus dem Faschismus noch mehr entgegen, als der Eingottglaube des Islam, der im übrigen von den Christen auch in Anspruch genommen wird und gar keine Besonderheit des Islam ist.
Hälst Du es denn für Zufall, daß der Faschismus insbesondere katholische Länder betraf (Italien, Spanien, Kroatien, in gewisser Weise Polen, Ungarn usw.), während er in Deutschland den Übergang der Macht vom protestantischen Preußen auf die Katholiken Hitler und seinen späteren “Rechtsnachfolger” Adenauer bezeichnet?
Ist Dir denn nicht bekannt, daß der Anti-Islamismus eine christliche Form des Extremismus ist, die ihre historische Wurzel auch im Katholizismus hat (“Befreiung des Heiligen Grabes von den Heiden”)?
Und dann die Polarisierung von “demokratisch” und “undemokratisch”!
Ich nehme mal an, Du bist Deutscher. Ist Dir eigentlich bekannt, daß über das sogenannte “Grundgesetz” der BRD nie eine Volksabstimmung stattfand?
Weißt Du, daß in diesem “Grundgesetz” die “Volkssouveränität” zwar in Worten anerkannt, aber de facto abgeschafft ist?
(Erklärung: Die Volkssouveränität beschreibt das Recht des Volkes, jederzeit über seine Verfassung zu entscheiden. Jederzeit, weil sonst die Gleichberechtigung der Generationen nicht gewahrt wäre. Dieses Recht ist es erst, das aus Untertanen Staatsbürger (citoyen) macht. Im GG heißt es nun: “Alle Macht geht vom Volke aus”. Das ist die formale Anerkennung. Doch dann heißt es: “Es (das Volk, P.N.) übt dieses Recht durch Wahlen und Abstimmungen aus”. Also kein Wort mehr von dem Recht, sich selbst eine Verfassung zu geben. Mehr noch: Danach wird dieses unübertragbare (weil niemand das Recht hat, folgende Generationen in die Sklaverei zu verkaufen) Recht auf das Parlament übertragen! Das heißt: Nicht mehr das Volk ist der Souverän und das Parlament sein Diener, sondern das Parlament ist der Souverän und das Volk ist Untertan! Praktisch zeigt sich das darin, daß das Parlament das GG nach gutdünken ändert, während die Verfassung eigentlich die Geschäftsgrundlage ist, die das Volk dem Parlament gibt, um es zur Wahrung seiner Interessen zu zwingen. Alles bei Rousseau im “Gesellschaftsvertrag” nachzulesen und eine der Grundlagen jeder bürgerlichen Gesellschaft!)
Würdest Du mir zustimmen, daß man daraus ableiten könnte, daß die sogenannten “Väter des Grundgesetzes” Halunken waren, die man für Verbrechen am deutschen Volk öffentlich Ächten sollte?
Und jetzt nochmal: Was wolltest Du noch über “Demokratie” in der BRD sagen?
Sorry, ist vielleicht etwas zu heftig ausgefallen, die Antwort, ich bin aber zu faul, sie nochmal durchzugehen und zu entschärfen. Ist zumindest mein authentischer Gedankengang und letztlich ist auch nichts Falsches drin enthalten, zumindest nicht willentlich. Es macht mich halt immer wieder mies an, wenn ich die Phrase von “Demokratie” in der “BRD” höre. Das hier ist kein Staat, sondern ein Regime!
Peter Nowak
(Regimekritiker)
Kommentar von Peter Nowak
Was mich immer wieder wundert, das von rechten Verschwörungstheorien, die Rede ist.
Man sollte immer unterscheiden können, ob es sich wirklich um eine Verschwörungstheorie handelt oder ob es Bullshit ist.
Zum WTC kann ich nur sagen, das man einen Stahlcore, nicht so einfach mit einem Flugzeug zum Einsturz bringen kann.
Genauso könnte man behaupten mit Milch und Zucker auf eine rechte Party zum Tenor.
Kommentar von Kowski
im prinzip kann es gar nicht um jüdische rassenfeindlichkeit gehen, da die juden an sich keine eigene rasse darstellen. es gibt diese und jene. deutsche juden, französische juden, “amerikanische” etc. ganz egal wer hinter diesen verschwöhrungen die fähden zieht. seien es die juden, die islamisten, die amerikaner oder sonst wer. klar ist, es muss aufhören und zwar gestern… und wenn man auch nur einen funken unkenventionell nicht engstirniges denken besitz und 1 & 1 zusammen zählt, wird man sehen, dass etwas ganz großes, ich nennne es jetzt mal “antimenschliches”. hier auf erden abgeht. ich habe das letzte buch von holey gelesen. mag sein dass er in manchen dingen zu weit ausholt. aber im großen und ganzen gebe ich diesem mann recht. ok, die berühmtheit mancher zeitgenossen hängt mit der blödheit der bewunderer zusammen. aber, was nennen die menschen am liebsten dumm? das gescheite, das sie nicht verstehen.
wer will, dass die welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt.
in diesem sinne…
Kommentar von drunkenboi
Hallo
Na, da wird hier ja schön Holeys Pseudoargumentation übernommen (ich verwies im Text darauf, den scheinst du aber ja nicht gelesen zu haben).
An einem Begriff zu mäkeln – Antisemintismus – ändert nichts an dem, was damit ausgesagt wird.
Wenn du in der Lage bist, inhaltliche Kritik zu meinem Artikel zu bringen, ich bin gespannt. Ansonsten ist das was du schreibst ein schönes Beispiel dafür, wie man sich von Holeys rechtem Unsinn einlullen lassen kann.
Kommentar von André Kramer
Wenn ich solche Statements wie das von drunkenboi lese, dann habe ich regelmäßig das Gefühl, daß fünfundzwanzig Jahre neoliberale Ideologie den Leuten die Fähigkeit zu einer ordentlichen Kapitalismuskritik abgewöhnt haben. Denn dieser Hang zum Verschwörungsglauben macht, wie ich finde, einen ganz fatalen Fehler: er versucht, einen Masterplan zur Steuerung der Weltgeschichte zu identifizieren, wo tatsächlich anonyme Mechanismen wirken, für deren Erfassung man sich aber auf ein paar analytische Abstraktionen einlassen muß. Mit Karl Marx ging das noch (obwohl es nicht zwingend Marx sein muß, sondern auch mit den Mitteln der “bürgerlichen Soziologie” funktioniert).
Denn es gibt drei Arten von “Verschwörungstheorien”:
(a) konkrete Verschwörungsvorwürfe von der Art: “Kennedy fiel einer Verschwörung zum Opfer, keinem Einzeltäter”, oder “Das WTC wurde in Wirklichkeit gesprengt”, oder “Barschel wurde von der Waffenschiebermafia ermordet”. Solche Vorwürfe kann man, mit welchem Ergebnis auch immer, an konkreten Details diskutieren.
(b) eine “Vulgärsoziologie der Eliten”, etwa wenn gesagt wird: die Regierung X oder das Konzernmanagement Y oder die Versammlung Z haben geheime Pläne, um die unmoralischen Ziele p und q zu erreichen. Solche Vorwürfe *können* zutreffen, beschreiben aber nichts anderes als das strategische Handeln von Akteuren der wirtschaftlichen Eliten. Daran ist nichts Außergewöhnliches, und man kann so etwas mit den normalen Mitteln der politischen Soziologie oder Politikwissenschaft erfolgreich untersuchen. “Vulgärsoziologisch” wird es dann, wenn die Fähigkeiten solcher strategischer Akteure in zum Teil phantastischem Ausmaß überschätzt werden. Tatsächlich sind auch solche Akteure nur in dem Maße mächtig, wie sie – obzwar an privilegierter Position – insbesondere die Wirkungsmechanismen einer kapitalistischen Wirtschaft nutzen. Trotzdem beherrschen diese Akteure diese Mechanismen nicht. Sie sind tatsächlich selbst auch Gefangene solcher Mechanismen. Es sind die Wirkungsgesetze des Kapitalismus, die den Kapitalisten dazu zwingen, als Kapitalist zu handeln.
Diese Ebene der Analyse geht im Verschwörungsdenken zugunsten einer unscharfen Logik des verdachts verloren. Anstatt auf einer angemessenen Abstraktionsebene nicht-tangible Wirkungszusammenhänge zu untersuchen, werden überdimensionierte Zerrbilder von besonders bösartigen oder hinterlistigen Akteuren halluziniert, denen das analytisch nicht erfasste “Surplus” an scheinbarer “Planmäßigkeit” einer Entwicklung als langfristige Planungsabsicht unterstellt wird – wobei es dann regelmäßig zu Überschätzungen der Fähigkeit solcher Akteure kommt, langfristig eine planmäßige Kontrolle gesellschaftlicher Verhältnisse auszuüben.
(c) Die dritte Stufe des verschwörungsglaubens wird erreicht, wenn schließlich unterstellt wird, daß es Akteure gibt, die den Ablauf ganzer Epochen der Weltgeschichte über Generationen hinweg strategisch planen und lenken. Auf dieser Ebene bewegen sich Autoren wie Jim Marrs, aber eben auch Jan Udo Holey und sein Spezi Stefan Erdmann.
Das Ärgerliche und intellektuell Skandalöse an solchen Autoren ist die Art, in der analytisches Unvermögen (vulgo “Dummheit”) auch noch in aggressiver Weise verbreitet wird. Analytische Klarheit wird ersetzt durch munkelndes Geraune von “irgend etwas ganz Großem” und durch die Logik des Verdachts. Das ist aber nichts weniger als ein Bankrott der kritischen Vernunft unter Leuten, die sich selbst für “systemkritisch” halten. Und wenn das dann noch affektiv mit einem Ressentiment gegen “die da oben” aufgeladen und die unterstellte Bösartigkeit der fiktiven Weltgeschichtsplaner ins Monströse gesteigert und zu einem manichäischen Weltbild augestaltet wird, dann liegen alle Zutaten für eine veritable Pogromhetze bereit.
Und dann ist es sekundär, ob es ein weiteres Mal Juden trifft, oder diesmal jemand anderes. Obwohl Holey und Erdmann ihren antijüdischen Affekt nicht mal verhehlen können.
Um es zu wiederholen: das Skandalöse an Holey, Erdmann und Konsorten ist ihr aggressiv verteidigter intellektueller Bankrott – ein Totalversagen der analytischen Vernunft, der sich imaginäre Sündenböcke herbei halluziniert – und dabei dreist genug ist, erneut das Judentum unter die Sündenböcke zu zählen.
Kommentar von Ingbert Jüdt
Hi Ingbert
Ganz richtig, das hast du sehr klar auf den Punkt gebracht.
Interessant ist übrigens, dass das größte theoretische Engagement der letzten 100 Jahre gegen die herrschenden kapitalistischen Herrschaftsstrukturen gerade von Juden ausging, nämlich der Frankfurter Schule um Horckheimer und Adorno.
Herbert Marcuse (übrigens auch Jude), der ebenfalls zum engen Kreis der Frankfurter Schule gehörte, diskutierte sogar die Legitimät von Gewalt bei einer Sozialrevolution (im Kontext der Aktivitäten der RAF).
Genau diejenige religiöse Gruppe (die von Holey und Co. ja mehr oderweniger homogen zusammen gefasst wird, was ja schon ein riesiger Witz ist) brachte viele Vertreter hervor, die sich gegn unser Machtsystem und damit gegen Holeys Verschwörungsfantasiegebilde einsetzten.
Kommentar von André Kramer
@Ingbert: Ist etwas unangenehm, Dir zu widersprechen, weil ich Deinen Kommentar eigentlich gut finde. Du schreibst aber:
Das stimmt werde in der einen noch in der anderen Hinsicht in dieser Ausschließlichkeit. Vielmehr ist jede Herrschaft zugleich auch ein Gefangensein in (Sach-)Zwängen.
Sodann nennst Du als dritte Stufe:
Du übersiehst dabei, und das überrascht mich eigentlich bei jemandem wie Dir, daß es im Kapitalismus durchaus Individuen und Institutionen gibt, die über Jahrzehnte planen. Schon für normale Industrieunternehmen dürften Planungszeiträume von über 10 Jahren keine Seltenheit sein, dazu zwingt die Notwendigkeit strategischen Vorgehens im Rahmen der Weltmarktkonkurrenz.
Längere Planungszeiträume finden wir bei den Banken, da diese sich an den Abschreibungszyklen der Industriebetriebe orientieren und daher längere Planungszeiträume (bis zu 20 – 30 Jahren) durchaus drinliegen. Den absoluten Rekord dürfte in dieser Hinsicht aber eine Institution halten, die nicht oder zumindest nicht primär ökonomisch orientiert ist. Die Katholische Kirche. Wenn man deren Geschichte näher untersucht, kommt man zu der Überzeugung, daß die beharrlich über Jahrhunderte ihr Ziel verfolgt hat.
Schließlich möchte ich nur noch auf den “Hoffmann-Plan” hinweisen, der nach dem WW I über Jahrzehnte verfolgt wurde und nach WW II die Langzeit-Operation “Boomerang” (Boomerang wie Rückkehr) der CIA. Es gibt also definitiv Gruppen, die über lange Zeiträume strategisch planen.
Peter Nowak
Kommentar von Peter Nowak
@Peter
Es war ja auch vereinfacht formuliert. Natürlich gibt es immer auch Handlungsspielräume innerhalb von Sachzwängen. Aber eben keine vollständige Kontrolle der Rahmenbedingungen. Im Idealfall gelingt es einem Akteur, über einen längeren Zeitraum erfolgreich “den Tiger zu reiten”. Aber dann handelt es sich um glückliche Umstände, die eine Planung aufgehen lassen. Verschwörungstheorien neigen hier dazu, den Grad der Kontrolle von Bedingungen durch Akteure zu überschätzen (oder Absichten zu unterstellen, wo es in Wirklichkeit nur Effekte gab.) So liegt die Schwäche des gern genannten “Cui-Bono”-Arguments darin, daß auch von niemand intendierte Handlungsfolgen für jemanden nützlich sein können.
Die Verschwörungstheorien der “dritten Stufe” gehen von Plaungszeiträumen über Jahrhunderte oder gar Jahrtausende aus. Die Beispiele, die Du anführst, würde ich unter die zweite Stufe zählen, und sie setzen natürlich stabile Bedingungen der Planung voraus, etwa eine lange Friedenszeit wie nach dem Zweiten Weltkrieg, die solche Planungen nicht über den Haufen wirft. Denn diese Rahmenbedingungen werden von den Planern ja nicht kontrolliert, sondern vorausgesetzt (oder erhofft).
Vielleicht sollte ich auch noch anfügen, daß Verschwörungstheorien der dritten Stufe nicht nur lange Zeithorizonte, sondern auch große Reichweiten der Planung unterstellen. Die strategischen Planungen von Banken und Konzernen sind ja eher spezifisch umgrenzt.
Da würde ich aber anzweifeln, daß die katholische Kirche überhaupt jemals ein über Jahrhunderte reichendes Ziel formuliert hat. Denn was sollte das für ein Ziel sein? Selbstreproduktion und Machterweiterung? Das wäre die normale Organisationslogik einer bürokratischen Organisation. Daß die Kirche damit über Jahrhunderte faktisch erfolgreich war, ist nicht dasselbe wie eine erfolgreiche Planung über Jahrhunderte. Und falls es sich um das “Ziel” handelt, bis zur Wiederkehr Christi die Gläubigen zu führen, so ist das kein Ziel im Sinne einer strategischen Planung, sondern ein theologischer Anspruch, der keinen rationalen Bezug zu möglichen Bedingungen seiner Umsetzung aufweist.
Daher muß ich auch hier noch einmal anmerken: bei auf Verschwörungstheorien der Stufen zwei und drei geht es nicht nur um den zeitlichen Planungshorizont, sondern vor allem um den unterstellten Grad der Verfügung der Planer über ihre Rahmenbedingungen. Hier liegt die eigentliche Mystifikation, denn solche Rahmenbedingungen können sich zwar glücklich entwickeln (und von einer guten Planung glücklich vorauskalkuliert werden), aber es ist nicht die Planung, die diese Rahmenbedingungen hervorbringt – es sei denn im Sinne ihrer Reproduktion durch Befolgung der ihnen inhärenten “Bewegungsgesetze”.
Nur in seltenen historischen Augenblicken, wie z.B. während großer Revolutionen, hat eine planende Elite die Chance, die Funktionsgesetze einer ganzen Gesellschaft umzustellen. Danach ist auch sie wieder den selbst in Gang gesetzten Mechanismen unterworfen.
Meinst Du die Planungen von General Max Hoffmann für einen deutschen Angriff auf die Sowjetunion? Darin würde ich nichts anderes sehen als einen beharrlichen Versuch von Lobby-Arbeit. Die “Langfristigkeit” bezieht sich ja nicht auf die Auswirkung des Plans selbst, sondern auf das “Warten” auf einen günstigen Augenblick der Umsetzung. Während dieser Wartezeit ist der Plan nicht kausal wirksam.
Hier ist mir nicht ganz klar, auch welche Operation Du Dich beziehst. Aber es wäre neben dem Zeitraum wahrscheinlich auch die Reichweite und der Grad der Kontrolle über die Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.
Kommentar von Ingbert Jüdt
Hallo Andre,
ich möchte nach einigem überlegen nun doch noch eine Kritik an Deinem Artikel einbringen. Dein Tenor ist ja, Helsing habe kritiklos rechte Autoren anführt. mir persönlich gefällt das rechte Gedankengut auch nicht, aber ich glaube nicht, daß man es auf diese Weise kritisieren sollte. Das läuft doch im Grunde darauf hinaus, nicht mehr zu fragen, "was wird gesagt" und "ist das richtig oder falsch", sondern nur noch: "wer hat das gesagt"? Das ist doch aber im Prinzip nichts anderes, als die Rechten auch machen: "Der ist ein Linker", oder "der ist Jude", also ist alles Unsinn, was er sagt. Nur eben mit entgegengesetztem Vorzeichen. Letztlich glaube ich persönlich, daß die Überzeugung eines Menschen nicht unmittelbar darüber Auskunft gibt, ob das, was er sagt, richtig oder falsch ist. Indem wir uns in der Methodik den Rechten anpassen, geben wir aber IMHO gerade die Stärke einer wissenschaftlichen Position auf, nämlich die Vorurteilsfreiheit. Allein darauf beruht doch das Ansehen der Wissenschaft. Wenn wir uns dahin entwickeln, nur noch von "Rechten" und "Verschwörungstheoretikern" zu reden, ohne zu prüfen, ob der Inhalt stimmt oder nicht, wird die Wissenschaft zur Ideologie und verliert damit ihre Existenzberechtigung.
Peter Nowak
Kommentar von Peter Nowak
Hallo Peter
Ich habe eigentlich versucht, neben der Ideologiekritik auch inhaltliche Kritik zu geben, siehe seine Behauptungen zu den Flugscheiben, zu unserem "Fachgebiet", der PS, seiner Verwebndung des Tagebuchs des Admiral Byrd, seine Behauptung Hitler wäre Okkultist gewesen (eine Behauptung die ja immer wieder durch die Literatur geht) usw.
Einiges hätte sicherlich noch viel ausführlicher gestaltet werden müssen, da hast du recht – ich bin auch nach wie vor am Thema dran, recherchiere viel und könnte den Artikel inzwischen vom Umfang her locker verdoppeln – aber das ist dann ja nicht mehr Sinn eines Artikels, das wäre eher was für ein Buchprojekt.
Und in der Tat haben Marius Kettmann (von der Mufon CES) und ich den Pölan ein Anthologieprojekt zum Thema aufzuziehen.
Momentan stagniert das ein wenig, da Marius wenig Zeit hat und ich mich auf meine Bachelor-Thesis vorbereite…
Kommentar von Andre Kramer
Habe da gerade etwas interessantes gefunden
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=14324
Kommentar von Andre Kramer
Was ich nicht verstehe, dieser “van Helsing” baut teilweise
Theorien auf Thesen Sitchins auf, Sitchin ist Jude! Ein Anti-
semit zieht einen Juden als Quelle heran, auch seltsam.
Kommentar von E. Neubauer
Na ja, das würde ich Opportunismus nennen. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass er Sitchins Thesen ja nimmt, aus den Aliens aber die bösen Aliens macht und der Gott der Juden wird zum Bösen schlechthin erklärt.
Kommentar von André Kramer
mal abgesehen davon dass ich persönlich nichts von van Helsing halte und es auch nicht allzu schwer ist diesen unseriösen Zeitgenossen zu widerlegen, fällt mir doch auf wie unglaublich uninformiert und naiv der Verfasser dieser Kritik ist. Verschwörungstheoretiker ist ein Todschlagargument mit dem auch gegen seriöse alternative Berichterstattung vorgegangen wird und Faschismus 2.0 oder die neue Rechte wie der Autor sie nennt sind ebenfalls Werkzeuge um mit unliebsamen Wahrheiten aufzuräumen. An den Autor: da ich nicht weiss wo ich anfangen und aufhören soll deine Unwissenheit zu demonstrieren fangen wir doch mal so an dass du als Hausaufgabe zum Thema Flugscheiben zur Zeit des dritten Reiches einmal den Namen Viktor Schauberger recherchierst (und NEIN ich meine nicht auf Wikipedia oder ähnlichen Rotzseiten) und dich mal ein wenig bildest. Gibt übrings sehr aufschlussreiche Bücher über diesen Mann.
In diesem Sinne,
6 setzen!!!!
Kommentar von error
danke Andre Kramer….
ihr artikel hat mir aus dem herz gesprochen! einerseits zähle ich mich zu den selbstständig denkenenden Menschen, die gerne mal eine Nachricht hinterfragen und anderseits distanziere ich mich entschieden von der “Neuen” Rechten. Durch die popularität und die sektiererische Anhängerschaft von van Helsing werden Leute wie ich sehr schnell mal rechts abgedrängt, was mich vielfach dazu bewegt, meine meinung für mich zu behalten und so manche konstruktive diskusion im keim abzubrechen.
so ist es ja auch verpönt kenntnisse der isländischen sagas und eddas zu haben, da sich die rechte nach diesem vorbild ihren heldenepos der übermenschen zusammen gereimt und geklaut haben… dabei sind die geschichtlichen anhaltspunkte viel interessanter!
aber es ist schön, auf einer seite gelandet zu sein, wo es selbstständig und unabhängig denkende menschen gibt…
Kommentar von Raganar
Ich kenne nur das 1. Buch von J.v. Helsing. Wenn man das objektiv liest, und die Betonung liegt auf objektiv, kann ich da weder rechtes noch sonstwas fuer Gedankengut lesen. Oder eine Veherrlichung von Hitler etc. feststellen, auch keinen Antisemitismus. Er betont mehrfach, dass die sogen. Illuminatis keiner Nation oder Religion angehoeren. Aber ich konnte ein paar sehr gute Gruende finden, um mal nachzudenken ueber die Welt im allgemeinen. Das habe ich auch schon frueher getan und bin als Konsequenz deshalb vor 15 Jahren ausgewandert.
Was ich bei all dem Geschriebenen hier feststelle, ist, wenn auch nur ein Drittel des Buches stimmt, dann tut ihr hier alle genau das, was v. Helsing beschreibt. Ihr keift und streitet, jeder behauptet im Brustton der Ueberzeugung Recht zu haben (als sei er bei allen geschichtlichen Ereignissen dabei gewesen) und kann das natuerlich auch beweisen. So bleibt man immer schoen abgelenkt von den wahren Problemen. Und es scheint sogar Leute zu geben, die nur von J.v. Helsing gehoert haben, aber noch nichts von ihm gelesen und die haben eine felsenfeste ueberzeugte Meinung von ihm. Nur, um mal klarzustellen, mir ist J.v. Helsing egal. Ich bin weder ein Fan von ihm, noch ein Antifan. Mich hat interessiert, was er geschrieben hat und nicht, wer er ist. Man sollte das Kind nicht mit dem Bade ausschuetten.
Aber natuerlich hat jeder das Recht, seine Wahrheit zu verkuenden, doch ist Wahrheit immer subjektiv und nie absolut. Jeder muss fuer sich selbst entscheiden, was er glaubt oder nicht und danach handeln. Doch leider glauben wir nicht, was wir beobachten oder erfahren (haben), sondern nur, was uns Fernsehen, Zeitungen etc. erzaehlen und wir plappern es nach. Wir leben in einer dualen Welt. Du wirst fuer jede Theorie eine Gegentheorie finden, dass muss so sein. Frieden kann niemals ohne Krieg existieren und eine Verschwoerungstheorie niemals ohne Antiverschwoerungstheorie. Der Streit ist also endlos. Und die meisten Menschen, die sich fuer selbstaendig denkend halten, gehen wie der Rest immer den bequemeren Weg. So sind wir Menschen nun einmal. Unangenehmes oder gar Dinge, wie an uns selbst zu arbeiten, werden schnell beiseite geschoben. Die Schuld liegt immer bei den anderen. Deshalb hatten es geniale, weitsichtige, visionaere Menschen wie Schauberger, Tesla, Calligaris etc. so schwer. Was sie entdeckten, war und ist bahnbrechend, war und ist nachpruefbar, und doch wurden und werden sie totgeschwiegen oder in die “Fasel”-Ecke getrieben. Wer einmal objektiv in dieses Thema einsteigt, dem werden die Ohren rauchen, fuer wie dumm wir gehalten werden.
Ausserdem denke ich, dass, wenn sich “Geruechte” hartnaeckig halten, wahrscheinlich immer ein Funken Wahrheit zu finden ist.
Was den Satz angeht, dass der Juden Gott der Teufel ist, so stammt dieses Wort ja nicht von dem Autor, sondern ist ein Bibelzitat. Hier wurde Jesus zitiert. Lest doch mal nach.
Kommentar von M. Kuhlmann
Sie können einem schon leid tun. Was haben Sie denn für ein Problem mit Jan, oder mit sich selbst. Glauben Sie was sie wollen und lassen Sie bitte andere glauben was diese wollen. Das Experiment Menschheit wird doch nur erfolgreich sein, wenn wir endlich aufhören, besser und gescheiter sein zu wollen wie andere. Wir können uns doch noch nicht einmal erinnern was vor unserer Geburt war. Und jetzt wollen wir uns erlauben über andere zu urteilen ? Was wissen wir denn wirklich ?. Die Glocke der Amnesie hängt über uns und wir wissen alles besser als die Anderen. Schon lustig.
Sehen Sie mal, wie viel Aufmerksamkeit sie durch Ihre Äußerungen erhalten haben. Sind Sie jetzt zufrieden ? Wieviel Zorn und Einsamkeit müssen Sie in sich haben.
Ich möchte Ihnen zwei Bücher empfehlen, die sie vielleicht auch schon gelesen haben. Das eine ist die “Blume des Lebens” und das andere sind die ” Schlüssel des Enoch ” ( in Deutschland nicht erhältlich ) Achtung !!!! Verschwörung !!!!!!
Leben Sie in Frieden
Danke , Auf Wiedersehen
Kommentar von Anton Hollweck
Ich stelle bei den letzten Kommentaren eigentlich nur fest, dass keinerlei inhaltlich begründete Kritik kommt – es wird also gar nicht auf die belegten Argumente Bezug genommen, sondern lediglich pauschale Angriffe vorgebracht.
Das ist natürlich keine Basis für eine Diskussion.
Kommentar von André Kramer
Hallo André
Erstmal respekt für deine gut recherchierte Kritik.
Ich selbst bin auch einmal in Besitz dieses Buches “Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhunderts” gekommen und habe es mir (was wirklich anstrengend gewesend ist) komplett durchgelesen.
Vor einigen Jahren rief mich mein Bruder an und erzählte etwas von einem “unglaublichem Buch” aber er könne am Telefon nicht darüber reden weil es ja so hochbrisant sei.Er empfahl es mir es selbst zu kaufen um mir ein eigenes Bild machen zu können.
Ich also los und als ich in meiner Bücherhandlung ankam tat sich das erste Problem auf.In Deutschland nicht erhältlich,nur aus Frankreich lieferbar.Hm dachte ich mir,das fängt ja schon mysteriös an.Vielleicht ist ja mein Bruder wirklich auf einer ganz heißen Spur.
Ich bestellte das Buch und holte es einige Tage später ab um es endlich lesen zu können.
Das Cover sah schon gruselig aus und die zusammenstellung der Farben sowie die Aufmachung an sich hatten total typische “Aufmacher”-Charakteristika.
Als ich die ersten Seiten las,dachte ich bei mir.”Was will dieser Mensch mir dort verkaufen”?
Nach einem erneuten Telefonat mit meinem Bruder stellte sich heraus,das er schon teilweise hysterische und paranoide Züge angenommen hatte,weil er jetzt überall Illuminaten rumschwirren sah.Natürlich auch durch die Deutsche Telekom die ja durch Rotshild GARANTIERT irgendwo finanziert wird,die Daten über uns sammelt/speichert um sich von unangenehmen Kritikern und Entlarvern ein Bild machen kann die dieser allumspannenden jüdischen Weltverschwörung entgegentreten könnten.
Ich habe damals dann angefangen ein wenig zu recherchieren und dieser Udo Holey aka Jan van Helsing der damals noch Autor beim “Ewert-Verlag” gewesen ist und über diesen auch sein Buch herausgebracht hatte,wurde vor einigen Jahren angeklagt wegen Antisemitischer Hetze und soweit ich das noch weiß auch bestraft.Dieser Ewert Verlag residiert übrigens im sonnigen und schönen Mallorca (wahrscheinlich neben dem Ballermann),da er hier wegen einigen Büchern die rechtsextremes bzw antisemitisches Gedankengut beinhalteten.
Das schlimme war für mich wirklich anzusehen wie sich das Verhalten meines Bruders durch dieses Buch veränderte.Ich konnte ihn damals gute plausible Argumente unterbreiten das dieser holey nur mit halbwahrheiten/legenden und mythen rumhantiert und alles so dreht das es in sein schema paßt.
Solche Bücher,solche Personen sind in meinen Augen nicht nur schädlich für andere seriöse Fachbereiche,sie sind auch Gefährlich!
Ich finde es auch richtig gut das du die Protokolle der weisen mit einbezogen hast,die in dem Buch ja auch immer wieder erwähnt werden.Diese abstruse Legende die auch schon von der NSDAP mit in ihr ideologisches Dogma eingegliedert wurde und in einigen Hetzschriften unter der Bevölkerung im dritten Reich verteilt.
Im Buch war da noch so eine aberwitzige Geschichte über Lenin sei mit einer Summe von fünf bis sechs Millionen Dollar durch das krisengeschüttelte Europa geschickt worden finanziert von jüdischen Bänkern um die Bolschewisten zum Sieg zu führen.
Das mit den Ufos und die Bilder die in dem Buch zu sehen waren gaben einem dann den Rest.Ufos mit hakenkreuzen,neuschwabenstein,all das Gesülz aus der rechten esoterischen Ecke.
Und zu Anton Hollweck kann ich nur schreiben,egal was sie Rauchen,rauchen sie weniger davon!
Ihr Lieber Jan hats Faustdick hinter den Ohren.Es gibt viele labile Menschen die sich von solchen herbeierdichteten Horrorgeschichten beeinflussen lassen und das hat reale Konsequenzen zu dem menschlichen Miteinander auf unserem Planeten.
In meinen Augen handelt dieser Mensch unverantwortlich!
P.S.Man muß sich mal zu Gemüte ziehen das die Protokolle die seit anfang des zwanzigsten Jahrhunderts eindeutig als Fälschung deklariert wurden,dieses wahrscheinlich aus Russland stammt,nicht nur im dritten Reich populär geworden und gewesen ist,dieses kann man noch heutzutage in einigen Hotels in Saudi-Arabien und im Iran gleich neben dem Koran als Bettlektüre erhalten.
Mit lieben Gruß der Jim
Kommentar von Jimpanse
Hallo Jim, Danke für das Lob :-)
In der Tat, da sind die Bücher von Holey aber nicht die einzigen, können solche Werke eine gewisse Paranoia schüren, das lässt sich in den verschiedensten Foren zu diesen Themen immer wieder gut beobachten. Das zeigt auch, dass diese Autoren sich ihrer Verantwortung zum Teil womöglich gar nicht bewusst sind. Stattdessen werden hanebüchene Gedankenkonstrukte, aufbauend auf rassistischen Quellen dazu missbraucht, um Bücher zu verkaufen (Geld zu verdienen) und gefährliche Ideologien zu verbreiten. Das ist leider die Realität.
Kommentar von André Kramer
Nur eine Frage:
Haben Sie den griechischen Philosophen Platon im Original gelesen? so viel ich weiss ist es nur Abschreibung von Abschreibung…
Danke für Antwort
Mfg
Kommentar von joachim vril