Mysteria3000

Alternative und interdisziplinäre Archäologie im Fokus

ISSN 1619-5744 / 1619-5752 - Impressum - 05.02.2012

Verglaste Burgen

Immer wieder wird in der PaläoSeti über die Möglichkeit frühgeschichtlicher Angriffe, ja, ganzer Kriege diskutiert, die zwischen den Vertretern außerirdischer Zivilisationen auf der Erde geführt wurden, und bei denen auch die Menschen Opfer der Aggressionen wurden.

Als Indizien halten in der Regel Mythen her, in denen von solchen Götterkriegen die Rede ist, bzw. Götter Katastrophen auf der Erde herbei führen [1], wie zum Beispiel auch die Zerstörung der Städte Sodom und Gomorrha durch Feuer und Schwefel, dass Gott vom Himmel fallen ließ.

Doch auch “konkrete” Indizien werden vorgebracht, und zu diesen gehört das Phänomen von zerstörten Burgen und Siedlungen, bei denen Steinverglasungen auftreten, die scheinbar nur durch die immense Hitze die moderne Waffen zu entfachen in der Lage sind, entstehen konnten.

Der Autor Hartwig Hausdorf behandelt ausführlich das Beispiel einer zerstörten Ruine auf dem Berg Molpir Nahe der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Diese Ruine, die auf die Zeit um 700 bis 600 v. Chr. datieren soll, weist große Zerstörungshorizonte mit zertrümmerte Gebäuden, offensichtlich durch Gewalteinwirkung zu Tode gekommenen Skeletten sowie miteinander verschmolzenen Mauerresten auf. [2]

Was, so fragt sich Hausdorf kann eine so ungeheure Hitze verursacht haben, dass die Mauern miteinander verschmolzen sind? Ein starkes Feuer?

Hausdorf verweist zwar auf die Möglichkeit, dass eine chemische Reaktion, bedingt durch die verbrannten Palisaden der Kalkstein des Bodens in Verbindung mit Regenwasser zu einer Art Mörtel reagierte, der die verschmolzenen Mauerreste verursacht haben könnte, meldet aber gleichzeitig seine Zweifel an dieser These an, da die Zerstörung scheinbar sehr schnell vonstatten gegangen sein muss, so, dass die Bewohner nicht einmal mehr fliehen konnten. [3]

Also Bombenangriffe aus der Luft, wie die Spekulation des Autors lautet, oder gibt es doch eine herkömmliche Erklärung für das Phänomen?

Hans-Werner Sachmann führt diesbezüglich an:

“Glas entsteht bei großer Hitze – die Mythen reden von dieser großen Hitze. Wir müssen daraus schließen, daß damals wirklich für kurze Zeit eine sehr hohe Temperatur (über 1.200° C) geherrscht hat. Da Vulkanausbrüche und Meteoriteneinschläge als Erklärung ausscheiden, kann diese Hitze nur künstlich erzeugt worden sein – durch den Gebrauch modernster Waffen.” [4]

Und tatsächlich, noch im 18. Jahrhundert vermutete man hinter dem Phänomen der verglasten Burgen frühe Vulkanausbrüche. [5]

Holz und Sand können in Brandsituationen aber durchaus zu solch einer immensen Hitze führen. Schon Gaius Julius Cäsar erwähnt in seinen Beschreibungen des Krieges gegen Gallien, dass die Nervier zur Abwehr von berittenen Räubern Wegsperren aus jungen Bäumen und Gestrüpp anlegten, die anstelle von Mauern zu undurchdringlichen Sperren wurden. [6]

Auch später wurden Holz und Sandaufschüttungen zwischen Mauerwerk gelegt, um diese zu verstärken. Experimente mit solchen Mauerkonstruktionen, die absichtlich in Brand gesteckt wurden, führten Temperaturen von 950-1.200° C herbei und sorgten tatsächlich für die gleichen Resultate, wie sie bei den verglasten Burgen auftreten. [7]

Das zeigt also, dass sich das Phänomen der verglasten Burgen sinnvoll und nachvollziehbar erklären lässt, ohne hierfür außerirdische Aggressoren mit modernen Waffen ins Feld zu führen.

Anmerkungen

[1] vgl. Sachmann 1992, S. 194 ff.
[2] vgl. Hausdorf 1998, S 46 f.
[3] vgl. a.a.O., S. 48
[4] vgl. Sachmann 1992, S. 202
[5] vgl. Franz 1980, S. 368
[6] vgl. Cäsar 2004, Buch 2, S. 57
[7] vgl. Cäsar 2004, Buch 2, S. 57

Literaturverzeichnis

Cäsar, Gaius Julius (2004): Der Gallische Krieg. Stuttgart. Reclam Verlag

Franz, Leonhard (1980): Die Kultur der Urzeit Europas. Wiesbaden. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion

Hausdorf, Hartwig (1998): X-Reisen. Lokaltermine an den geheimnisvollsten Stätten unserer Welt. München. Herbig

Sachmann, Hans-Werner (1992): “Weltkrieg in grauer Vorzeit?”, in: Däniken, Erich von – Hrsg. (1992): Neue kosmische Spuren. Sensationelle Entdeckungen der Präastronautik aus fünf Kontinenten. München. Goldmann Verlag

Über den Autor

Andre Kramer

Befasst sich seit 1995 mit den Themen der alternativen Archäologie, veröffentlichte Artikel für verschiedene Zeitschriften, Sagenhafte Zeiten, Incognitas, Q'Phaze, Journal für Ufoforschung, Deguforum und Mysteria3000.

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8 Kommentare

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  1. Nicht 120 Grad – 1200 Grad. Eine Null fehlt :-)

    LARS

    Kommentar von Lars A. Fischinger

  2. Moin Lars

    Selbstverständlich. Ist n Tippfehler. Es muss natürlich richtig heißen

    “950 – 1200° C! ;-)

    Kommentar von André Kramer

  3. Hallo Lars, hallo Andre,

    ich habe den Tippfehler gerade verbessert. Damit sollte jetzt alles passen.

    Kommentar von Markus Pezold

  4. Das könnte natürlich der Fall sein, dass es in dieser Burg und auch bei anderen, zu Verglasungen gekommen ist. Durch eine Vielzahl von Zufällen. Zum erstem Mal lese ich etwas über Burgen, die verglast sind. Die Sache ist aber, dass man in Indien wie auch in China und ein paar anderen Ländern, ganze Flächen die verglast sind, vorfindet. Bis heute. Dazu kommt noch, dass diese Orte, radioaktive Strahlung abgeben, die nicht natürlichen Ursprung ist.

    Kommentar von Richard

  5. Richtig,
    ich schließe mich dem Kommentar von Richard an. Außerdem möchte ich die Gelegenheit mal wieder zur grundsätzlichen Kritik der Methodik nutzen. Die Tatsache, daß normale Feuer solche Temperaturen herbeiführen können, besagt keineswegs, daß sie die tatsächliche Ursache, sondern nur, daß sie eine
    M O E G L I C H E
    Ursache der Verglasungen sind. Hier zeigt sich wieder einmal das Bestehen des “wissenschaftlichen” Vorurteils: Frühere Einsätze von Strahlwaffen oder Atombomben kann es nicht gegeben haben, also muss es eine passende Erklärung geben und wenn sie gefunden ist, muß man nicht weiter forschen. Das zeigt deutlich den ideologischen Charakter dieser Art “Wissenschaft”. Wissenschaftlich wäre natürlich, mit wissenschaftlich-technischen Methoden zu prüfen, worauf die Verglasungen im konkreten Einzelfall zurückzuführen sind. Alles andere ist Ideologie!
    Peter Nowak

    Kommentar von Peter Nowak

  6. Hallo!

    Ich empfehle zum Thema dringend sämtliche Bücher von Charles Berlitz. Die rätselhaften Funde aus der Frühgeschichte, die er anführt, sind atemberaubend!

    Und auch als Unterwasserarchhäologe und Sprachegenie war dieser Mann bedeutsam!

    Ansonsten siehe zu Buchempfehlungen das Mystera-Forum.

    Grüsse

    Lars Lonte

    Kommentar von Lars

  7. Da es in diesen Zusammenhang passt, möchte ich eine technische Frage stellen:

    Es gibt in Frankreich einen Dolmen, der einen zu kurzen Tragstein hat, auf den ein Keil gelegt (nicht gechlagen!) wurde, um die Differenz zum Deckstein auszugleichen. Die Oberkante des Tragsteins ist schräg, wobei der höhere Teil nach innen steht. Dieser Tragstein macht aber den Eindruck, als sei er, schon eingesetzt, in sich selbst verdreht worden, damit das höhere Stück nach innen steht und so die Differenz ausgleichen könnte. Wenn dem so ist, wäre der Keil erst eingefügt worden, als sich herausstellte, dass dies nicht ausreichend war, die Differenz auszugleichen.

    Wenn diese Verdrehung des Tragsteins in sich selbst aber tatsächlich stattfand, müsste sich das in seiner Molekularstruktur zeigen. Gibt es eine Möglichkeit, sowas vor Ort (also ohne den Dolmen auseinanderzubauen) zu prüfen?
    Peter Nowak

    Kommentar von Peter Nowak

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