Mysteria3000
Alternative und interdisziplinäre Archäologie im Fokus
ISSN 1619-5744 / 1619-5752 - Impressum - 23.05.2012
Platons Atlantis und das Wolkenkuckucksheim des Aristophanes
Wer Platons Atlantis für eine Erfindung des Platon hält, sucht in antiken Texten nach möglichen Inspirationen und Vorlagen, die sich in Platons Atlantis wiedererkennen lassen. In diesem Zusammenhang ist die 414 v.Chr. aufgeführte Komödie “Die Vögel” von Aristophanes von besonderem Interesse. Denn hier wird ebenfalls eine fiktive Stadt ersonnen, nämlich das inzwischen sprichwörtlich gewordene Wolkenkuckucksheim.
Platons Atlantis und das Wolkenkuckucksheim des Aristophanes
Kann man bei Aristophanes Motive und Vorlagen ausmachen, nach denen er sein Wolkenkuckucksheim erfand? O ja! Zunächst soll diese Stadt der Vögel ein Gegenbild zu Athen sein. Ihre Gründung wird von Ratefreund angeregt, der Athen verlässt, weil ihm dort zu viel prozessiert wird (40 ff.). Dahinter sehen viele eine Anspielung auf die Flucht des Alkibiades nach Sparta, um einem Prozess in Athen zu entgehen. Diese Deutung wird unterstützt durch den jedoch gleich wieder verworfenen, ersten Namensvorschlag für die neue Stadt: Sparta (812 ff.).
Die neue Stadt wird von Aristophanes wenig beschrieben; hauptsächlich charakterisiert wird sie durch ihre Mauer. Diese wird explizit mit der Ziegelmauer von Babylon verglichen (550 ff.). Die Bauarbeiten werden von Riesenheeren von Vögeln verrichtet, darunter 30000 Kraniche und 10000 Störche (1135 ff.). Am Ende ist die Mauer so groß, dass man auf ihr mit zwei Pferdegespannen aneinander vorbei fahren kann (1125 ff.). Eine unrechtmäßig eingedrungene Gottheit wird sofort von einem Riesenheer von 30000 Falken verfolgt (1179). Als Ersatz für eine Stadtgottheit wird ein persischer Vogel gewählt (832 ff.). Ratefreund, der die Gründung der Stadt anregte, ist faktisch Alleinherrscher und Despot, der die Vögel durch seine Überredungskünste nach Belieben lenkt. Unliebsame Einwanderer werden von ihm nach Despotenart fortgeprügelt (1337 ff.). Am Ende des Stücks erhält Ratefreund die personifizierte Königsherrschaft Basileia von Zeus zur Frau; ihm wird als Gottkönig gehuldigt (1706 ff.).
Damit sind deutliche Anspielungen auf Babylon und das Perserreich gesetzt. Da ist die Ziegelmauer. Dann das Fahren auf der Mauer wie in Babylon (vgl. Herodot I 179). Dann der persische Vogel. Dann die Riesenarmeen. Und schließlich der orientalische Despotismus.
Wir sehen hier, wie ein Komödiendichter seine Anspielungen so setzt, dass sie vom Publikum wiedererkannt werden können. Bei Platons Atlantis hingegen suchen wir vergeblich nach derartigen erkennbaren Anspielungen.
Könnte es denn wenigstens sein, dass sich Platon selbst wiederum an Aristophanes’ Wolkenkuckucksheim orientierte? Aber nein. Auch in dieser Richtung sind keine erkennbaren Anspielungen auszumachen.
Wir schließen mit der Feststellung, dass das Wolkenkuckucksheim des Aristophanes keine Indizien für eine Erfindung von Atlantis durch Platon liefert. Im Gegenteil können wir am Wolkenkuckucksheim des Aristophanes sehr schön ablesen, was bei Platons Atlantis fehlt, um es als eine anspielungsreiche Erfindung erkennen zu können.
Verwendete Literatur
Aristophanes, Die Vögel – Komödie, Übersetzung, Anmerkungen und Nachwort von Christian Voigt (1971), Stuttgart. Philipp Reclam jun. Verlag
5 Kommentare
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Archologie war schon immer mein Steckenpferd. Und die Astro-Archologie geht bei mir auf Charroux zurück. Die neuesten Berichte gehen wohl dahin, daß es Archologen gibt, die Atlantis glauben gefunden zu haben. (Hochebene Bolivien im berühmtesten See) Was möglich ist. Denn Platons Wissen geht auf die alten Ägypter zurück. Und diese sind Nachkommen von (Pharao = Götter = Wissensvorsteher = Wissensbewahrer) Gottkönigen einer sich über tausende von Jahren rückwärts entwickelnden Gesellschaft. D.h., erst war das Wissen und die Großkultar da, dann die menschliche Macht unter Beendigung des Wissensvorsprunges und des Niederganges der Wissenskultur. Und diese waren plötzlich da. Als Überlebende einer untergegangenen Zivilisation aus grauer Vorzeit. Diese haben Ihr Wissen in Stein und Mathematik gehauen. Wer lesen kann, wird lesen und wer sehen kann, wird sehen. Vorausgesetzt, er läßt es für sich zu.
Atlantis: vor den Säulen ….. Gibraltar. Und davor drehte sich die Erde und die Sonne ging unter und auf, mehrfach am gleichem Tag. Weltkatastrophe und Routierung? Läßt sich ableiten, da ein großer Götterkrieg stattfand und es ausreichend Hinweise gibt, daß der Mars schon besiedelt war, als die Erde noch Dino`s beherbergte. Und dann der Asteroidengürtel etc. Na, un die Erde beherbergt ja wohl schon die dritte Menschheit, darf man den Überlieferungen glauben. Was ja auch einige Zykopenbauten etc. erklärt. Inklusive der Bahntrassen aus grauer Vorzeit z.B. in England und so vieler Zykopenbauten. Von den Magnetfeldstartrampen in Kulumbien ganz zu schweigen.
Also, ich denke, die Geschichte der Menschheit muß neu geschrieben werden. Es wird immer deutlicher. Die heutigen Menschen sind “aus seiner Rippe geboren…” Genmanipulation als Erbgutbewahrer und “Wanderer durch Raum und Zeit” als universellen Intelligenzbewahrung zu Gast im Raumschiff Erde in der Hülle des Zweibeiners, namens Mensch. (Züchtung aus dem Affen 98 % und die fehlenden 2 % als Zugabe der Götter?) Und der Prohphezeiung, “ihr werden Gott wiederfinden” Siehe auch in der Urbibel die Reisezeiten der Götter an Hand der Relativitätstherie vergleichsweise dargestellt.
Die Frage, die man heute stellen muß lautet nicht: wer kann es beweisen, nein die Frage muß lauten: kann Jemand beweisen, daß es nicht so war? Oder zumindest so ähnlich.
Kommentar von Karow, Rainer
Der Vergleich mit Babylon ist schon richtig, nur wurde der Bezug von Aristophanes auf Platons Dialog “Kratylos” nicht begriffen, ebensowenig wie die Identität des “Ratefreundes” mit Sokrates (für jeden Kenner eine köstliche Persiflage). In dem Dialog von Platon hatte Sokrates die menschliche Seele (gemeint ist allerdings der Geist) mit einem Vogel verglichen. Vergleiche dazu übrigens im Koran Sure 17,14 wörtlich:
“Einem jeden Menschen haben wir seinen Vogel an den Hals gebunden …”
Die “Komödie” von Aristophanes hat also eigentlich eine sehr ernste Bedeutung, nämlich die Frage, ob der menschliche Geist sich selbst beherrschen und auf die “Götter” verzichten kann. Diese Frage taucht übrigens auch in abgewandelter Form in anderen Stücken von ihm auf. Der Vergleich des “Wolkenkuckucksheims mit Babylon hat also etwa die selbe Bedeutung, wie der Begriff “Babylon” im Neuen Testament verwendet wird. Ein Vergleich mit Atlantis verbietet sich schon deshalb, weil dieses von Platon, oder vielmehr von Kritias, denn Platon ist nur Herausgeber der Dialoge (ich erspar mir mal die Widerlegung der dummen Ansichten der Philologen dazu, die zweifellos einen Tiefpunkt wissenschaftlicher Forschung darstellen), nicht als “geistige Realität”, sondern als historische Tatsache behandelt wird.
Peter Nowak
Kommentar von Peter Nowak
Ergänzung: Vorschlag für einen Paradigmenwechsel zur Atlantisforschung.
Bisher wurde immer versucht, Atlantis in verschiedenen Gebieten zu lokalisieren, was nicht gelang. Vielleicht sollte man die Frage einmal anders angehen. Teil des Atlantisdialoges ist die Paeton-Geschichte, die den Impakt eines von jenseits der Erdbahn (“Änderung an den die Erde umkreisenden Körpern”) kommenden Meteoriten beschreibt und möglicherweise versteckt die Ursache für den Untergang von Atlantis mitteilt. Nach Ovids “Metamorphosen” stürzte Phaeton in den STROM (!) Eridanos und wurde von den Nymphen Hisperiens (Spaniens) beweint. Nun wurde der Eridanos von Kai Helge Wirth in “Der Ursprung der Sternzeichen” mit dem Flußsystem von Schlei und Eider identifiziert, das eine alte Verbindung zwischen Ost- und Nordsee darstellte. Die Eider ist nun aber beim besten Willen kein Strom. Jedoch wäre es möglich, daß das alte Sternbild Eridanos (also ohne die spätetre arabische Erweiterung) ursprünglich mit dem Sternbild Hydra zusammenhing. Dann wäre der Eridanos ursprünglich durch den heutigen Kanal zwischen England und Frankreich bis etwa zur Nordostküste Spaniens geflossen und hätte dabei unter anderem Elbe, Rhein und Weser in sich aufgenommen. Unter solchen Umständen hätte man von einem “Strom” reden können und auch die Rolle der Nymphen Hisperiens wäre erklärlich. Tatsächlich könnte dieser Teil der Küste Spaniens auch auf einen Meteoriteneinschlag (Seeimpakt) zurückgehen. Diese Hypothese müsste sich aber relativ leicht überprüfen lassen, möglicherweise durch die Untersuchung von Satelitenbildern. Würde sich aber diese Lokalisierung als richtig herausstellen, dann wäre mit ziemlicher Sicherheit Atlantis im Atlantik zu lokalisieren, denn das wäre das von dem Impakt betroffene Gebiet gewesen. Gleichzeitig wäre damit aber auch der Beweis erbracht, daß zumindest ein Teil des Berichtes Tatsachen überliefert.
Peter Nowak
Kommentar von Peter Nowak
Korrektur:
In der obigen Kritik an dem Artikel ging es nicht um Platons Dialog “Kratylos”, sondern um den Dialog “Phaidros” 246ff. Hatte ich aus dem Kopf geschrieben und die beiden Dialoge verwechselt.
Peter Nowak
Kommentar von Peter Nowak
Inzwischen kann man ja bei Google Earth auch Unterwasserstrukturen sehen. Eine Untersuchung des Kanals und des Seegebietes bis zur Schleswiog-Holsteinschen Halbinsel zeigt tatsächlich Reste eines Grabens, der zwar in seinem Verlauf nicht ganz dem Sternbild Hydra entspricht (was aber nichts macht, da dieses aus jüngerer Zeit stammt), aber ziemlich sicher den ehemaligen Verlauf des Stromes Eridanos zeigt, der früher Europa von Hyperborea (nach Diodor alles, was oberhalb der Küste liegt, wo der Wind aus dem Norden weht, also England, Schleswig-Holstein und Skandinavien)trennte.
Peter Nowak
Kommentar von Peter Nowak