Mysteria3000

Alternative und interdisziplinäre Archäologie im Fokus

ISSN 1619-5744 / 1619-5752 - Impressum - 10.02.2012

Erich von Däniken: Falsch informiert!

Seit zwei Wochen habe ich das neue Buch ‘Falsch informiert!’ von Erich von Däniken bei mir zu Hause. Obwohl es bereits seit September veröffentlicht ist, gibt es noch wenig Informationen und so gut wie keine Diskussion über das Buch im deutschsprachigen Internet. Die Inhalte erfordern eine genauere Auseinandersetzung, vorab will ich aber erst einen kurzen Überblick über das ‘Falsch informiert!’ geben.

‘Falsch informiert! Vom unmöglichsten Buch der Welt, Henochs Zaubergärten und einer verborgenen Bibliothek aus Metall’

von Markus Pezold [i]

Erschienen ist das Buch im KOPP-Verlag. 1. Auflage September 2007.

Der Klappentext:

Der neue Erich von Däniken. So lieben ihn seine Leser – EvD in Bestform!

“Da kommt ein tief greifender Wandel auf uns zu, den Politker, selbstgefällige Wissenschaftler und salbungsvoll schwafelnde Religonsfürsten zu bremsen versuchen, aber nie stoppen können. Gegen Gedanken gibt es keinen Impfstoff; sie kennen weder Grenzen, noch sind sie zensierbar.”

Nachdem auch die letzten Bücher in Romanform über den KOPP-Verlag erschienen, wundert es nicht, dass auch das neueste Sachbuch bei diesem umstrittenen Verlag erscheint. 6 Jahre nach ‘Die Götter waren Astronauten’ versucht EvD vielleicht einen letzten Schlag – und versucht eine Aufklärung zu den Verwirrungen/Verstrickungen die vor 35 Jahren mit seinem Buch ‘Aussaat un Kosmos’ ausgelöst wurden.

Bevor ich etwas zum Inhalt schreibe, ganz kurz zwei Anmerkungen zur Aufmachung des Buches. Leider merkt man den Weggang von Bertelsmann auch dem Buch an. Die 250 Seiten wirken teilweise wie über einen Farblaser ausgedruckt. Was auch auffällt ist der Schreibstil. Von EvD ist ja immer schon bekannt, dass er mit diversen Lektoren zusammen arbeitet. Irgendwo habe ich sogar ein Zitat, nachdem die Erstlingswerke ohne Lektor überhaupt nicht lesbar gewesen wäre. Mit dem Wechsel der Verlages merkt man auch den Wechsel des Lektors. Bestimmte Formulierungen wie sie in ‘Falsch informiert!’ auftauchen, gab es bisher noch nicht. Man merkt vermutlich den Einfluss des KOPP-Verlags. Nicht nur der Klappentext ist reißerisch gestaltet, sondern eben auch viele Aussagen innerhalb des Buches.

Vor Jahren gab es in der Szene Diskussionen um die “Vermarktung” der PaläoSETI-These. Für die einen war es nicht “wissenschaftlich” genug. Die anderen bevorzugten den Stil der “Bildzeitung”. Man merkt immer mehr welche Position gewonnen hat.

Um den Inhalt in aller Kürze darzustellen zähle ich in Stichpunktform alle besprochenen Themen an:

  • Voynich-Manuskript
  • Pater Crespi’s Schätze (Ecuador)
  • Die Sagen der Juden von der Urzeit
  • Oannes
  • Henoch
  • Burrows Cave/Glozel
  • Die Vorfälle um Aussaat und Kosmos
  • Juan Moricz / Tayos Gold
  • Die Mormonen
  • Die Metallbibliothek
  • Nochmals Pater Crespi
  • Stan Hall und das Tayos Gold
  • Nochmals die Mormonen
  • Naturwissenschaft in Nazca

Obwohl sich das Buch in drei größere Kapitel gliedert “Geheimnisvolle Bücher”, “Die Entlarvung der Entlarver” sowie “Naturwissenschaft in Nazca” gibt es eine logische Zweiteilung der Inhalte.

Das Kapitel über Nazca und die Untersuchungsergebnisse der durch die Erich von Däniken Stiftung angeregten Experimente in Nazca erscheint hinzugefügt und hat mit dem restlichen Buch keine wirkliche Verbindung. Durch die beiden ersten Kapitel zieht sich aber so etwas wie ein roter Faden:

Am Beispiel von Henoch wird “belegt”, dass Menschen mit außerirdischen Göttern Kontakt hatten und von diesen Informationen bekommen haben. Teilweise wurden diese Informationen in Schriften geschrieben, die für den nicht Eingeweihten unlesbar sind, wie z.B. heutzutage das Voynich-Manuskript. Aber eben auch die Goldplatten des Pater Crespi sowie die verborgenen Schätze aus der “sagenhaften” Höhlenwelt Ecuadors. Die direkte Verbindung zwischen diesen Goldplatten liefern die “religiösen” Aufzeichnungen der Mormonen. Anscheinend suchen die Mormonen auch heute noch nach den Goldplatten, von denen Erich von Däniken in ‘Aussaat und Kosmos’ berichtete.

Wenn man sich das Gebilde im Gesamten betrachtet merkt man, dass hier nicht mehr von “alternativer Archäologie” oder “PaläoSET” die Rede ist, sondern von einem “alternativen Weltbild”. Man nimmt vorhandene Überlieferungen, Fakten und setzt diese einfach so zusammen, wie es einem gerade in den Sinn kommt. Und genau an dieser Stelle versteht man den Klappentext des Buches erst richtig:

“Gegen Gedanken gibt es keinen Impfstoff; sie kennen weder Grenzen, noch sind sie zensierbar.”

Es ist gar nicht mehr notwendig die etwaigen Kontakte zwischen außerirdischen Lehrmeistern und der “frühen” Menschheit zu beweisen. Es ist “Freidenken” angesagt, ohne Raum und ohne Grenzen. Und… es wäre eigentlich die Konsequenz … ohne Notwendigkeit auf “Politiker”, “selbstgefällige Wissenschaftler” und “salbungsvoll schwafelnde Religionsfürsten” einzugehen.

[Die "Politiker" sind hier wahrscheinlich nur aus Verlagsgründen erwähnt.]

Interessant ist das Buch vor allem für diejenigen, die bisher noch nicht über die Hintergründe zu ‘Aussaat und Kosmos’ sowie die Expeditionen mit Juan Moricz Bescheid wissen. Erich von Däniken scheint in diesem Kapitel sehr ehrlich zu sein, weil es ihn wahrscheinlich immer noch stark beschäftigt. Allerdings lesen Insider hier vieles auch nicht zum ersten Mal. Im Detail war das Ganze bereits 1974 in ‘Das Welt-Phänomen Erich von Däniken. Eine Dokumentation’ zu lesen. Der Econ-Verlag versuchte mit diesem kleinen Taschenbuch schon damals die Ehre ihres Autors wieder herzustellen bzw. zu festigen.

Über den Autor

Markus Pezold

seit Jahren im PaläoSETI-Bereich engagiert, Verfasser einer Reihe von Artikeln, welche sich kritisch mit Indizien der PaläoSETI auseinandersetzen. Mitinitiator und Redaktionsmitglied von Mysteria3000.

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18 Kommentare

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  1. Ich habe keine Ahnung was ich nach dieser “Kritik” diese Buches halten sollte. Außer paar mehr oder weniger verblümte Seitenstiche sagt mir diese “Rezension” überhaupt nichts.

    Auf jeden Fall kann man anscheinend schon ordentlich die inhaltliche Form und den Aufbau des Buches kritisieren. Und – SEHR WICHTIG – hervorheben, EvD würde ohne Hilfe keinen einzigen verständlichen Satz zustande bringen.Sehr zurückhaltend.

    Warum eigentlich? Wir hätten dann einen gewohnten Markus Pezold der wenigstens etwas klares aussagt. Zwar wäre das gewohnt einseitig vom dem immer gleichen anderen Ufer des PaläoSeti, aber es wäre wenigstens verständlich.

    Dieser Kritik passt stilistisch besser zum KOPP-Verlag als das Buch von dem sie handelt.

    Kommentar von Offenes Ohr

  2. Respekt. Das war ja eine sehr schnelle Reaktion auf meine erste kurz Vorstellung von ‘Falsch informiert!’.

    Im Endeffekt sollte mein Text weder eine klassische Rezension noch eine fachliche Kritik sein. Es waren die ersten Eindrücke über ein Buch, welches im Detail sicherlich zu weitreichender Diskussion einlädt.

    Kommentar von Markus Pezold

  3. Ich habe das Buch jetzt seit zwei Tagen. In einem Punkt gebe ich Ihnen ja Recht : im Prinzip behandelt das Buch vieles, was in Aussaat und Kosmos schon zu lesen ist. Das ist bei Däniken nichts ungewönliches, er wiederholt gerne (das hat aber auch damit zu tun, daß Herr D. sich seiner “neuen” oft sehr jungen Leser wohl bewußt ist, die die älteren Bände oft nicht kennen, weil vergriffen o.ä.). Der Kauf des Buches hat sich für mich aber trotzdem gelohnt, allein schon wegen des Voynich-Manuskriptes.

    “>Wenn man sich das Gebilde im Gesamten betrachtet merkt man, dass hier nicht mehr von \”alternativer Archäologie\” oder \”PaläoSET\” die Rede ist, sondern von einem \”alternativen Weltbild\”.>”

    Ich würde eher sagen, daß sich zwangsläufig, bei längerer Beschäftigung mit der “Paläo-Seti-These” und “alternativer Archäologie”, bei vielen logisch Denkenden ein anderes Weltbild formt, was meiner Meinung nach auch gut so ist.
    Das war schon viele male so in der Geschichte, “Gott” sei Dank, denn sonst würden wir wohl heute noch Angst haben von der Erde runterzufallen, weil diese eine Scheibe ist.
    Den vielen Beiträgen Ihrerseits habe ich entnommen, daß Sie wohl eher ein Gegner der Paläo-Seti These sind und das ist auch ihr gutes Recht.
    Was mich allerdings stört ist, daß sich Ihre “Kritik” gar nicht mit den Inhalten des Buches befasst, sondern eher mit der Person EvD bzw. mit dem Kopp-Verlag.
    Was sagen Sie denn z.B. zu den Voynich Manuskripten ????

    Kommentar von Susanne Frei

  4. Hi, ich habe mir das Buch “Falsch Informiert” gekauft und wolte fragen ob jedes Buch davon eine Unterschrift auf der 2. Seite hat. Bei mir ist eine. mit dem 21.09.07 als Datum. Bitte um schnelle Antwort. Danke

    Kommentar von Sandy

  5. In meinem Exemplar gibt es keine Unterschrift.
    L.G.

    Kommentar von Susanne Frei

  6. Hallo Sandy. In meinen Exemplar gibt es auch keine Signatur. Gruß Markus

    Kommentar von Markus Pezold

  7. Hallo Sandy
    Ich denke mal, dass die Buchhandlung, in dem Du das Ex. gekauft hast, eine “Autogrammstunde” veranstaltet hat, evtl. hat ja der Erich ein paar Bücher vorsigniert…

    Liebe Grüsse
    DAS Tri-au-l’eau

    Kommentar von Triii

  8. Die Formulierung “die Ehre ihres Autoren” ist FALSCH! Der Genitiv von “Autor” ist AUTORS. Was soll man von einem Rezensenten halten, der nicht einmal die einfachsten Regeln der deutschen Sprache beherrscht ?

    Kommentar von Tom G.

  9. Hallo liebe Forumsmitglieder,
    ich bekam das Buch genau zum 24.12.07 geliefert, habe es gelesen und muß sagen, ich bin enttäuscht.
    Nicht das nur alte bekannte Sachen aufgewärmt werden, nein, ich glaube Herr EvD benutzt das Buch nur, in seiner Verbitterung mit seinen Gegnern abzurechnen.
    Schade, bin ansonsten von Herrn EvD, seinen Büchern und seiner Anschauungsweise begeistert.
    Das ist nur meine persönliche Meinung, die man nicht teilen muß.

    Gruß Mariano

    Kommentar von mariano

  10. Hallo @ll,

    muß dem Schreiber von Kommentar N°.9 (Mariano) recht geben.
    Tatsächlich birgt das Buch keine Neuerungen.
    Der Titel vermittelt den Eindruck, dass jetzt neue Enthüllungen zu Tage kommen, dem ist nicht so.
    In diversen Magazinen, sowie im Internet kann man sich Puzzleartig genausogut informieren.
    Wer Kritik scheut, hat sie verdient.

    L.G. Serafina

    Kommentar von Serafina

  11. Grüße!

    ja. Der Titel ist tatsächlich irreführend. Ich bin anfangs davon ausgegangen, dass EvD sich mit dem Titel an den grundlegend falsch informierten Leser wendet. Doch er behandelt überwiegend falsche Informationen über sein Buch Aussaat und Kosmos und die damit verbundenen Verleumdungen vor rund 30 Jahren.

    Doch Falsch informiert! ist ein sehr unterhaltsames und für Neulinge vor allem informatives Buch (ich kenne lediglich die drei ersten Bücher Dänikens).

    Über die schon erwähnten Inhalte hinaus zeigt er exemplarisch wie die Desinformationsmaschine der Medien funktioniert und wie Regierungen mit außergewöhnlichen Entdeckungen umgehen. Allerdings sehe ich seine daraus resultierenden Schlussfolgerungen als nicht zu Ende gedacht: Einserseits sagt er, Regierungen und Medien würden Erkenntnisse deckeln. Andererseits meint er, eine Offenbarung der Außerirdischen (z.B. ein Ufo über einem besuchten Fußballstadion o.ä.) hätte einen “Götterschock” zu Folge, weswegen die Menschen über religiöse Schriften Schritt für Schritt über diese Zusammenhänge aufgeklärt würden.

    Kennt EvD die Ufo-Sichtungen aus den 50er Jahren nicht? Auch nicht die Berichte der folgenden Jahre? Was ist mit dem Roswell-Absturz? Was ist mit der Area-51?

    Ob sich EvD mit der These anfreunden könnte, die alten “Götter” sind bis heute auf der Erde, halten sich jedoch im Hintergrund?

    Allerdings: Seine Unterscheidung der weltraumerfahrenen “Götter” in den Schriften der Religionen von dem schöpferischen Geist des Universums halte ich für gelungen!

    Das Buch enthält viele positive Denkansätze. Offene Enden in EvDs Weltbild bleiben aber bestehen.

    Frank D.

    Kommentar von Frank D.

  12. Ich möchte nur anmerken, daß der Rezensent Frank D. nicht identisch mit mir, Frank D(örnenburg) ist – ich habe wegen der positiven Rezension nämlich schon eine Anmache bekommen :D

    Kommentar von Frank D

  13. Salve

    Die immer wieder erhobenen Vorwürfe aus der Richtung der PS, neu Erkenntnisse in der Archäologie werden gedeckelt, finde ich falsch. Meiner Ansicht nach ist genau das Gegenteil der Fall. Es gibt eine Flut von neuen Erkenntnissen! So existieren über die Stadt Ugarit in der Levante 10 000ende Artikel und Bücher. Eine einzige Stadt wohlgemerkt. Bei solchen Dimensionen ist es schwer, sich überhaupt einen Überblick zu verschaffen. Desweiteren veralten viele Erkenntnisse mal schneller mal langsamer. Setzt man sich daher nicht tagtäglich mit einer bestimmten Thematik auseinander um sich auf den neuesten Stand zu bringen, kann es passieren, dass man von völlig falschen Vorrausetzungen ausgeht.

    Benne

    Kommentar von Benedikt

  14. Seit mehr als 30 Jahren schafft es dieser weldfremde Spinner, seinen unseeligen Schwachsinn unter die Bevölkerung zu bringen. Keine und ich wiederhole, nicht eine seiner Thesen konnte in seiner gesamten Laufbahn bestätigt werden ausser natürlich einer, er muss beim wickeln als Säugling vom Tisch gefallen sein, oder gibt es so etwas wie ein angeborene Ignoranz gepaart mit krankhaftem Selbstdarstellungtrieb?
    Würde er SiFi Bücher schreiben, wäre er gerade man auf dem Niveau von Perry Rhodan oder ähnlichen Groschenromanen.

    Kommentar von müller

  15. müller:

    Sehr konstruktiv…! Da stempelt man mal einfach so auch Millionen von Lesern als “weltfremde Spinner”

    Kommentar von pillendreher

  16. Zu Müller,Ich finde es unmöglich eine Kritik in dieser Form abzugeben,indem man den Autor beleidigt und zudem die Leser indirekt mit abtut.Dieses ist absolut respektlos und undiskutabel,vor allem spricht es nicht gerade von Niveau. Ignoranz und Selbstdarstellungstrieb, wo wir gerade diesen Wörtern sind,da stelle ich fest, das der Verfasser des Kommentars zwar diese Darstellungen bei EvD hervorhebt.Er aber selber in keinster Weise besser handelt.Kritik kann auch mit anderen Worten geäußert werden,nicht in dieser steinzeitlichen Art.Gute Umgangsformen und guter Stil sind nicht jedermanns Sache.Außerdem hat jeder die freie Entscheidung,das zu lesen was er will,und das mit zunehmen was er will.Ich lese gerne Evd,allein schon wegen dem Unterhaltungswert und stehe trotzdem mit beiden Beinen im Leben.

    Kommentar von an-mar

  17. na – da war ich ja erst baff über die Rezension von “Frank D”, dachte schon es sei unser Frank von alien.de

    :-)

    Nun denn
    LARS

    Kommentar von Lars A. Fischinger

  18. Nochmal was inhaltliches:
    Da heißt es im Text:

    “Am Beispiel von Henoch wird \”belegt”, dass Menschen mit außerirdischen Göttern Kontakt hatten und von diesen Informationen bekommen haben.”

    Die Anführungszeichen, in denen das Wort “belegt” stehen, sind im Text nicht als Kennzeichnung eines Zitates, sondern in der Bedeutung “sogenannt” aufzufassen. Auch wenn der Text also nicht ausdrücklich Kritik übt, zeigen diese Anführungszeichen doch die ablehnende, wahrscheinlich als “kritisch” mpfundene Haltung des Autors. Was würde er dann wohl zu Texten wie 1QS XI,7 aus Qumran sagen, wo es heißt:

    “Denen, die Gott erwählt, gab er sie” [= vor den Menschen verborgene Einsicht, Erkenntnis und kluge Gedanken] “zu ewigem Besitz, gab ihnen Anteil am Los der Heiligen und VERBAND IHREN KREIS MIT DEN HIMMELSSÖHNEN ZUR GEMEINSCHAFT DER EINUNG und Gemeinde des heiligen Gebäudes, zur ewigen Pflanzung für alle Zeit” (zitiert nach: Maier/Schubert: “Die Qumran – Essener”, Seite 166, Hervorhebung von mir).

    Da wird in einem Text also ausdrücklich gesagt, daß die Essener, und zwar in historischer Zeit, da der Lehrer der Gerechtigkeit ja in historischer Zeit wirkte, in direktem Kontakt mit “Himmelssöhnen” waren. Nun ließe sich problemlos die inhaltliche Identität der Begriffe “Himmelssöhne” (oder: “Söhne des Uranus”), “Wächter”, “Engel” und “Götter” nachweisen, was ich mir hier mal erspare, aber doch drauf hinweisen möchte, daß dies offenbar auch im Neuen Testament vorausgesetzt ist.

    Sollen wir nun auch in diesem Fall annehmen, daß es sich um “Spinnerei” der Alten handelte? Dieser Text wurde offensichtlich von der Gemeinde in Qumran benutzt, er muß also mit den Erfahrungen der Mitglieder in Einklang gestanden haben oder er wäre von ihnen als Lüge empfunden worden. Und überhaupt: Wie kann man sich denn hinstellen und alte Texte solchen Inhaltes ohne jegliches inhaltliches Argument als unglaubwürdig (“sogenannt”) darstellen, nach dem Motto: Wir wissen es natürlich besser als die Alten selbst! Das ist doch offensichtlich, mit verlaub gesagt, lächerlich! Wenn es denn Argumente gegen solche Darstellungen gibt, dann gehören sie vorgebracht und nicht verschämt hinter Anführungszeichen versteckt.
    Peter Nowak

    Kommentar von Peter Nowak

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