Mysteria3000

Alternative und interdisziplinäre Archäologie im Fokus

ISSN 1619-5744 / 1619-5752 - Impressum - 22.05.2012

Baalbek

Nahe der Libanesischen Kleinstadt Baalbek (in der Antike Heliopolis genannt) befindet sich ein beeindruckendes Monument römischer Bautechnik, ein Tempelkomplex mit dem berühmten Jupitertempel.

von André Kramer [i]

Der Baubeginn der Anlage lag um das Jahr 14 n. Chr. unter Kaiser Augustus und wurde durch Kaiser Konstantin, der den Bau heidnischer Tempel verbot zwischen 306 und 337 n. Chr. eingestellt. [1]

Die gewaltige Bauleistung aus überdimensionalen Steinblöcken und Säulen gab in der Paläo-Seti immer wieder Anlass zu Spekulationen, hier könnten sich Spuren außerirdischer Technologieanwendung finden lassen. Von besonderem Interesse hierbei ist vor allem die so genannte “Terrasse von Baalbek”, auf der der Jupitertempel steht, sowie einen gewaltigen Steinblock im südlichen Steinbruch der Stadt.

Bezug nehmend auf den russischen Forscher Modest Agrest schrieb Erich von Däniken schon in seinem Erstlingswerk ‘Erinnerungen an die Zukunft’:

“Nördlich von Damaskus liegt die Terrasse von Baalbek: eine Plattform, die aus Steinblöcken gebaut ist, von denen einige über 20 Meter Seitenlänge haben und fast 2000 Tonnen wiegen. (Â…)Der russische Professor Agrest allerdings hält es für möglich, daß es sich bei den Resten der Terrasse um Überbleibsel einer riesigen Landefläche handeln kann.” [2]

Zecharia Sitchin griff diese These ebenfalls auf und berichtet uns etwas von vermuteten Gewölben unter der Terrasse und dass es diesen “Unterbau” schon vor den Griechen und Römern in Baalbek gegeben habe. [3] Zu dem Trilithon, drei gewaltige Steine, die einen Teil des Podiums ausmachen und von denen Däniken vermutlich im obigen Zitat spricht, nennt Sitchin hingegen andere Maße und Gewichte, Sitchin spricht hier von 20 Metern Länge, 4 Metern Höhe und drei Metern Dicke. Als Gewicht gibt er über 1000 Tonnen an. [4] Auch der gewaltige Steinblock im südlichen Steinbruch kommt bei Sitchin zur Sprache. Er suggeriert dem Leser:

“Halb vergraben im Boden liegt hier ein kolossaler Granitblock, der von einem unbekannten Steinmetz aufgegeben wurde. Allem Anschein nach wurde er fertig gemeißelt.” [5]

Haben wir es bei dieser gewaltigen Anlage also in Wirklichkeit mit einer Landeplattform für außerirdische Luftfahrzeuge zu tun, die später von den Römern zur Errichtung ihrer Tempel zweckentfremdet wurde?

Schon Mitte der 90er veröffentlichte der Autor Jörg Dendl in der ‘Ancient Skies’ (Heute ‘Sagenhafte Zeiten’, dass Fachmagazin der AAS) einen Beitrag zum Thema, in dem er den in der Paläo-Seti aufgekommene Aussagen einmal nachgegangen ist, nachdem 2 Ausgaben zuvor ein weiterer Artikel zum Thema in der Zeitschrift erschien. Das Forscherpaar Horst und Anke Dunkel berichten dort von ihrer Reise nach Baalbek und spekulieren, die Anfänge des Tempels würden in eine geschichtlich nicht mehr greifbare Zeit zurück reichen. [6]

Dendl wiederum stellt fest, dass Agrest der erste war, der Baalbek 1962 in die grenzwissenschaftliche Literatur einführte, seine Angaben allerdings aus Literatur hatte, die noch aus der Zeit vor den ersten, durch Kaiser Wilhelm II. initiierten Grabungen von 1898 bis 1904 stammen. Zu Recht wirft Dendl der Paläo-Seti also vor, hier ohne weitere Überprüfung, von einem Autor abgeschrieben zu haben, dessen Daten schon zu seiner Zeit völlig veraltet waren. [7]

Aus den Grabungsberichten eruiert Dendl dann, dass die angeblich so beeindruckende Plattform, hinter welcher sich evtl. eine Landeplattform verbergen soll, bei weitem nicht so spektakulär ist:

“Das eigentliche Fundament des Tempels besteht aus einem komplizierten System von Mauern, die teilweise bis auf den gewachsenen Felsen hinabreichen. Der Felsen selbst bildet unter dem Tempel eine Erhebung, so dass die Architekten gezwungen waren, durch die Fundamentbauten eine ebene Fläche zu errichten. Die ausgegrabenen Fundamentmauern bestehen aus recht roh behauenen Steinen, die keinesfalls besonders groß sind. Zwischen diesen Mauern fanden sich Verfüllungen mit Bauschutt, Steinen, Kohleresten und Brandschutt. Damit ist als erstes festzustellen, dass die Fundamente des Jupitertempels von Baalbek nichts aus einer aus Riesensteinen gebildeten ‘Plattform’ bestehen.” [8]

Ergänzend zu Dendls Ausführungen muss an dieser Stelle wohl auch erwähnt werden, dass sämtliche Spekulationen über eine möglicherweise ungemein hohes Alter der Fundamentstruktur ebenfalls nichtig sind, denn bei Grabungen in den 60er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, entdeckte man Siedlungsreste unter dem Fundament, die durch intakte Gräber auf 1950 bis 1600 v. Chr. datiert werden konnten. [9] Dementsprechend kann die “Terrasse” auch nicht älter sein, als die Siedlung darunter.

Doch auch zu dem Steinblock im südlichen Steinbruch gibt es etwas zu sagen. Sitchins Aussage, dieser wäre scheinbar fertig gestellt, suggeriert hier auch einen Transport. Diese Aussage, ebenso wie die angeblich vermuteten Katakomben unter dem Podest (in Wirklichkeit ja nur mit Bauschutt gefüllte Nischen) von Seiten Sitchins muten wie eine bewusste Falschaussage an, denn er selbst beruft sich bei seinen Aussagen auf die Grabungsberichte und führt diese auch in seinem Literaturverzeichnis auf. [10]

Tatsächlich steht aber in dem Grabungsbericht etwas völlig anderes, nämlich, dass der Steinblock eben noch nicht vollständig vom Fels gelöst wäre:

“Er übertrifft in seinen Maßen die drei schon freigelegten Steine der Schaftschicht des Tempelpodiums (Das Trilithon, Anmerkung des Verfassers) noch etwas: Die Länge beträgt 21,72m, die südliche Stirnfläche 4,25 x 4,35m, die nördliche, wo er noch nicht vom Fels gelöst ist, 5,35 x 5,35m…” [11]

Obgleich also nichts mehr übrig bleibt, dass etwas für eine prä-astronautische Deutung taugen würde, und Jörg Dendl viele der angeblichen Indizien schon Mitte der 90er aufklärte, hält sich Baalbek nach wie vor als angebliches Rätsel und mögliche Raumschifflandebahn in der grenzwissenschaftlichen Literatur, etwa bei Reinhard Habeck, der sich explizit auf Literatur aus dem 19. Jahrhundert bezieht. [12] Auf die Idee, einmal die neueren Untersuchungen herbei zu ziehen, ist auch er scheinbar nicht gekommen.

Interessant ist, dass sich die Gewichtsangaben zum Thriliton in der “fantastischen” Literatur ständig unterscheiden. Bei Däniken und Habeck ist hier von bis zu 2.000 Tonnen die Rede, bei Sitchin und Familie Dunkel von 1.000 Tonnen. In Wahrheit haben die drei Verbauten Steine ein Gewicht von etwa 800 Tonnen. [13] Der unfertige Block im südlichen Steinbruch kommt auf ein Gewicht von 1.211 Tonnen, wurde allerdings auch nie bewegt. [14]

Anmerkungen

[1] Vgl. O.A. 1999, S. 292
[2] Däniken 1968, S. 115
[3] Vgl. Sitchin 2003, S. 196 f.
[4] Vgl. a.a.O. S. 198
[5] e.b.d.
[6] Vgl. Dune. 1996, S. 10
[7] Vgl. Dendl 1996, S. 14 f.
[8] a.a.O. S. 15
[9] Vgl. Ess; Weber 1999, S. 35 f.
[10] Vgl. Sitchin 1993, S. 196 ff.
[11] Schulz; Winnefeld 1921, S. 35 f.
[12] Vgl. Habeck 2004, S. 290
[13] Vgl. Ess; Weber 1999, S. 59
[14] Vgl. Schulz; Winnefeld 1921, S. 36

Quellennachweis

Däniken, Erich von (1968): Erinnerungen an die Zukunft. Ungelöste Rätsel der Vergangenheit. 3. Auflage. Düsseldorf und Wien: Econ-Verlag

Dendl, Jörg (1996): “Die ‘Terrasse’ von Baalbek und ihre Geheimnisse: eine realistische Abschätzung.”, in: Ancient Skies 4/1996. 20. Jahrgang

Dunkel, Horst und Anke (1996): “Die Tempel von Baalbek >>Wohnsitz der Götter<<.", in: Ancient Skies 2/1996. 20. Jahrgang

Ess, Margarete van/ Weber, Thomas - Hrsg. (1999): Baalbek. Im Bann römischer Monumentalarchitektur. Mainz am Rhein: Verlag Philipp von Zabern

Habeck, Reinhard (2004): Das Unerklärliche. Mysterien, Mythen, Menschheitsrätsel. Aktualisierte Ausgabe. Wien: Tosa Verlag

Schulz, Bruno/ Winnefeld, Hermann (1921): Baalbek. Ergebnisse der Ausgrabungen und Untersuchungen in den Jahren 1898 bis 1905. Erster Band. Berlin und Leipzig: Vereinigung wissenschaftlicher Verleger Walter de Gruyter & Co

Sitchin, Zecharia (2003): Stufen zum Kosmos. Götter, Mythen, Kulturen, Pyramiden – die Suche nach der Unsterblichkeit. Rottenburg: Jochen Kopp Verlag

O.A. (1999): Schätze der Welt. Erbe der Menschheit. Die Denkmäler der Unesco-Liste des Welterbes. München und Gütersloh: Chronik Verlag

Über den Autor

Andre Kramer

Befasst sich seit 1995 mit den Themen der alternativen Archäologie, veröffentlichte Artikel für verschiedene Zeitschriften, Sagenhafte Zeiten, Incognitas, Q'Phaze, Journal für Ufoforschung, Deguforum und Mysteria3000.

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11 Kommentare

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  1. Bleibt die Frage, wie denn 800 Tonnen, wann auch immer, den Berg hinaufkamen.

    Kommentar von patman

  2. Hallo patman

    Zum Transport der Thriltonsteine mit je etwa 800 Tonnen Gewicht. Tatsächlich wurden sie auf Rollen transportiert. Vom Steinbruch aus fand man die Reste einer etwa 800 Meter langen Rampe zum Podium hin.
    Auf die Rollen mussten die Steine ja gar nicht gehoben werden. Am unfertigen Stein sieht man, dass er schräg in die Luft abgebaut wurde. Darunter konnte man schön die Rollen platzieren. Den noch im Fels liegenden Teil der Steine sprengte man dann mittels Löchern in die Holz gestopft und mit Wasser getränkt wurde, frei. Man erkennt auch heute noch Löcher in den Steinen, an denen Seile befestigt wurden usw. In dem Buch Baalbek. Im Bann römischer Monumentalarchitektur von Ess/Weber 1999 wird dem “Tranportproblem” ein eigener Teil gewidmet

    Kommentar von André Kramer

  3. Hat schon jemand nur ungefähr geschätzt, wieviel Menschen oder Ochsen, Pferde oder sonnst was, man brauchen würde ? um es zu transportieren ? Raumschifflandenbahn, dieses Wort soll es wohl ins lächerliche ziehen, mir ist es egal was es war, die sache ist doch das man heute nicht mal anähernd etwas geschaffen hat das mithalten könnte. Es gibt auch keine Krähne, die so ein Gewicht schaffen würden. Dann kommt noch dazu,das man sie nicht nur transportiert hat was mit tausenden von Menschen theoretisch möglich wäre,man hat sie auch positzioniert.

    Kommentar von Richard

  4. (Der unfertige Block im südlichen Steinbruch kommt auf ein Gewicht von 1.211 Tonnen, wurde allerdings auch nie bewegt. [14]) Ein Gewicht anzugeben bei dieser Grössen ordnug was bis zu 10 Kg genau sein soll ? Naja…. Oder hat er den Stein gewogen ?

    Kommentar von Richard

  5. Hallo Richard

    Das sind natürlich nette eisheiten. Dass aber schon die römischen Kaiser ganz ohne moderne Technik Obelisken von bis zu 600 Tonnen Gewicht von Ägypten nach Rom transportierten und diese Transporte auch samt ihrer Durchführung auch damals beschrieben wurde, ist dir scheinbar nicht bekannt ;-)

    Die Schwertransporte früherer Zeiten waren sicherlich aufwendig, nicht aber unmöglich, wie gerne dargestellt wird.
    In Indonesien gab es bis ins letzte Jahrhundert hinein zum Beispiel noch rezente (also existierende) Megalithkulturen, bei denen Ethnologen zusehen konnten, wie die Eingeborenen tonnen schwere Steine mittels Schlitten bewegten.
    Die Ägypter haben und Papyri hinterlassen, auf denen Schwertransporte mittels Schlitten dargestellt sind. Im Hatschepsuttempel existiert ein Relief plus Inschrift, die den Transport eines 650 Tonnen Obelisken beschreiben und so weiter.
    Um das alles zu wissen, muss man sich aber schon für die alten Kulturen interessieren und nicht nur verkrampft nach vermeintlichen Rätseln suchen ;-)

    Kommentar von André Kramer

  6. Ja stimmt schon ich weis das manches möglich ist, aber das war lange vor den Römern und der Stein wiegt, auch mindestens doppelt soviel, es geht auch nur wenn man es gleichmässig zieht, also bei c.a. 3500 Menschen (grob geschätzt),die für 1200 Tonnen nötig wären,wie haben die sich verständigt ? Wieso haben die in einer Zeit so ein aufwand betrieben und für wem ? Ich werde in Zukunft auch mich besser informieren,wenn ich hier etwas schreibe.

    Kommentar von Richard

  7. (Aufrichtung des Obelisken auf dem Petersplatz in Rom am 13. April 1588 mit genau 907 Menschen, 75 Pferden, 40 Göpeln und 5 großen Hebeln) und das bei einem Gewicht 200 bis 500 Tonnen (Wikipedia)

    Kommentar von Richard

  8. Widerspruch in sich?
    Zuerst wird Dendl zitiert, die Fundamente wären gebaut und es gäbe keine Riesensteine, dann im weiteren Text werden die drei “verbauten Steien” mit 800 Tonnen Gewicht angegeben. Was denn nun? Ist das nicht für normale Verhältnisse riesig?
    Siedlungsreste? Wie weit hat man denn gegraben um die Ergebnisse definitiv als Siedlungen bezeichnen zu können? Wer sagt denn das die dort lebenden Menschen nicht einfach Nieschen am “heiligen Ort” als Grabstätten nutzten oder sie teilweise künstlich unter dem Fundament anlegten?
    Tut mir leid, aber die angezogenen Argumente sind für mich nicht stichhaltiger als die derer, die hier lächerlich gemacht werden sollen.

    Kommentar von Horst

  9. Ich will ja Mysteria300 nicht schlecht machen, aber die machen alles schlecht was gegen (ihre Theorien)spricht.

    Also ich dachte sie haben mehr drauf, aber was ich hier immer wieder lesen muss, ist das ich keine Ahnung haben kann, weil ich kein Dr. bin. Ich habe das Gefühl das sie Menschen davon abringen wollen zu denken, sie sollen nur die wackeligen Theorien, der (Meister) fressen.

    Ich dachte es geht um freies denken, wenig Fanatasie, viele Tatsachen.

    Naja, habe auch keine Lust mehr hier weil es ist ja nicht los hier, wieso? Das kann man sich denken…

    Kommentar von Richard

  10. Ein außerordentlich schlecht recherchierter Artikel mit vielen unnötigen Halbwahrheiten. Da ich vor 5 Jahren selbst in Baalbek war, kann ich aus erster Hand berichten, was dort ist und was nicht. Die Terrasse ist weit größer als allgemein bekannt und bedeckt ca. 35 Prozent des gesamten, riesigen Areals. Der gesamt Jupitertempel steht zum Beispiel darauf. Güterwagengroße Blöcke sind normal und nicht die Ausnahme. Noch nie nach der Erbauung wurde auch nur einer dieser Blöcke um einen Zentimeter bewegt.

    Das zu Recht berühmte Trilithon befinden sich erst in der 5 Reihe der zyklopischen Terrasse, oberhalb der vierlagigen Basis, die mit dem größten, mir bekannten Profil abschließt, also bereits in recht großer Höhe.

    “Gewölbe” gibt es reichlich in dem Bereich, unter dem keine Zyklopenterrasse liegt, wobei es sich hierbei um immens hohe, qualitativ und technisch hochwertig ausgeführte Gänge handelt, Tunnel von gewaltigen Außmaßen und hunderte Meter lang, die vor dem darauf stehenden Tempelkomplex angelegt wurden und die ebenfalls abertausenden Tonnen mühelos tragen.

    Es ist ziemlich belanglos, ob der Stein des Südens oder der Schwangeren usw. 800 Tonnen, 1.211,75 Tonnen oder 2.000 Tonnen wiegt, ihm ist es egal, er spricht ohnehin für sich selbst, wie das ganze Werk, zu dem er gehört. Merkwürdig dabei ist, daß er gar nicht der größte ist. Ein ganz in der Nähe, in gleichem Bearbeitungszustand herausgearbeiteter Zwilling, läuft ihm den Rang ab. Da er nirgendwo Erwähnung findet oder nicht bekannt ist, zeigt, wie sehr hier einer vom anderen abschreibt, samt den sich multiplizierenden Fehlern.

    Richtig ist hingegen, daß der Stein des Südens und sein Zwillingsbruder größer sind als der größte der sichtbar verbauten Zyklopenblöcke. Allerding weiß niemand, was sich innerhalb der Terrasse befindet, dann weiter als bis auf die Außenseite kann niemand schauen. An einigen Stellen hat der Vandalismuß der Jahrtausende die römischen Aufbauten zerstört und erlaubt einen Blick auf einige Blöcke, aber nur sehr begrenzt.

    Kommentar von Michael

  11. N.B.
    Ohne große Mühe haben wir ein Feuersteinwerkzeug, aus bernsteinfarbigem Flint gut bearbeitet, ca. 8 cm lang, 10 m vor der süd-westlichen Basis des Zyklopenfundamentes gefunden. Da es dort dieses Material nicht gibt, handelt es sich um einen Exportartikel, vermutlich aus dem vordynastischem Ägypten, ich habe viele ähnliche Werkzeuge dort gesehen.
    Örtlich handelt sich hier um eine der ältesten Handels- und Heerstraße, die vom Zweistromland nach Afrika führte, zwischen dem Libanon- und Antilibanongebirge hindurch. Egal, wo man dort gräbt, findet man dort immer Siedlungs- und Zivilisationsreste, aus allen Zeiten.
    Daher sagen Grabungen nicht viel aus, da sich aus den Bausteinen der Basis keine Zuordnungen zu einer bestimmten Epoche oder zu Grabungsfunden ergeben. Was allerdings jedem kundigen Beobachter auffallen dürfte, ist der sofort erkennbare Unterschied der Bauweisen. Die auf der Terrasse aufbauenden römischen Konstruktionen sowie die eigenständig gegründeten römischen Bauteile, insbesondere das enorm hohe Außenmauerwerk, verwenden ebenfalls Riesenblöcke, die deutlich im oberen Bereich der üblicherweise im römischen Imperium verwendeten Abmessungen liegen. Dies fällt nur nicht so auf, weil der Eindruck der Basis die Verhältnisse verrückt. Die Gestaltung, Verlegung und Statik ist jedoch eine völlig abweichende. Die Blöcke der Außenseiten sind eher würfelförmig, haben gewölbte Außenseiten, sind an den Fugen bossiert und fugenbetont verlegt. Dadurch entsteht ein ganz anderer Charakter, in Architektur und Stil. Man kann die Leistung der Römer nicht geringer schätzen, die monolithischen Granitsäulen des Jupitertempels und das aufgesetzte Gesimse, die sprachlos machenden Tunnelanlagen usw., können mühelos vor jedem anderem Prachtbauwerk der Welt mühelos bestehen.
    Aber ohne weiteres erkennbar, liegen zwischen Basis und Aufbau Welten. Andere Technik, anderer Stil, andere Absicht. Was beeindruckt, ist die mühelose Selbstverständlichkeit, mit der dieses Bauwerk (die Zyklopenterrasse) daherkommt. Jeder würde ein Bauwerk bewundern, das aus 1.000 präzis gearbeiteten Steinen á einer Tonne bestehen würde. Aber statt dieser bereits nicht ganz einfachen Aufgabe war der Anspruch, JEDEN Stein in einer Dimension zwischen 200 und über 1.000 Tonnen zu fertigen. Was war größer, der Anspruch, so etwas in die Welt zu setzen, oder es tatsächlich zu realisieren!?
    Zwar habe ich auch in anderen Gegenden der Welt beeindruckende bearbeitete Riesenblöcke gesehen, in Assuan, Puma Punku in Bolivien, Ollantaytambo und Sacsayhuamán und vielen anderen Orten in Peru, davon sogar viele in Granit. Aber das schmälert nicht die für sich stehende Leistung der isoliert zu sehenden Terasse, während alle anderen Riesenblöcke Teil einer Gesamtanlage sind oder werden sollten.
    Die Mutmaßung, mittels der Terrasse einen Felssporn zu umbauen, um ein Fundament zu erhalten, ist nicht ganz nachvollziehbar. Die Kleinigkeit, einen eventuellen Sporn abzutragen wäre weniger als eine Tausendstel des erforderlichen Arbeitsaufwandes der Herstellung, des Transportes und der Verlegung der verwendeten, und nicht zu vergessen, nicht verwendeten Riesenblöcke.
    Ein weiterer, noch überhaupt nicht beachteter Hinweis auf klar unterschiedliche Bauherren ist die Tatsache, daß die Römer begonnen hatten, ihr leicht zu erkenndens und zu identifizierendes Baumaterial, wie oben beschrieben, vom zweiten Riesenblock abzulösen. Es hat seinen gigantischen Dimensionen nicht viel geschadet, könnte er doch mehr als Tausend, jeweils Tausend Kilogramm schwere Bausteine abgeben, und hätte immer noch Substanz …..
    RESÜMEE: Im Grunde wäre es ehrlich, zuzugeben, daß man überhaupt nichts über die Entstehung der Terrasse weiß. Daher ist die Legende, noch aus den Zeiten von Adam und Eva, Henoch aus der Tiefe (die älteste Menschheit lebte vor der Sündflut auf den Bergen, die Nachfahren, die Riesen der Tiefe, in den Tälern) habe in einem “Anfall von Wahnsinn” den Bau befohlen, so schlecht nicht.
    “Reisen bildet”, abschreiben weniger.

    Kommentar von Michael

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