Mysteria3000
Alternative und interdisziplinäre Archäologie im Fokus
ISSN 1619-5744 / 1619-5752 - Impressum - 22.05.2012
“Aufbruch ins Abenteuer” – a.petit: Notfall Atlantis
Lag Atlantis in der Kyrenaika. Zahlreiche Hypothesen versuchten bereits Atlantis in Nordafrika zu orten. Diese hier geht einen Schritt weiter. Der Autor von ‘Notfall Atlantis’ hat bereits eine erste Expedition vor Ort durchgeführt.
Rezensionen
“Aufbruch ins Abenteuer” – a.petit: Notfall Atlantis
Mit “Notfall Atlantis” ist a.petit ein erfrischendes Buch über seine Suche nach Atlantis geglückt: Was einem vor allem gefallen muss, ist die Herangehensweise. Ursprünglich wollte a.petit nämlich etwas ganz anderes beweisen:
“Ich selbst war überrascht, als ich feststellen musste, dass mein Versuch, den gesamten Mythos Atlantis als völligen Unfug zu entlarven, kläglich gescheitert ist.”
Es ist die Offenheit, die überzeugt, eine Offenheit, die zur Selbstkorrektur in der Lage ist. Hinzu kommt die Freude an der Recherche:
“Es hat mir sehr viel Freude bereitet, eine Unmenge unbekannter Informationen zusammenzutragen.”
Diese Suche, die der Autor vor den Augen des Lesers ausbreitet, hat Esprit:
“Denn die erste Internetausgrabung der Welt haben Sie soeben miterlebt!”.
Die Hypothese selbst überprüft die Möglichkeit, ob Atlantis in der Kyrenaika gelegen haben könnte. Dazu wurden nicht nur theoretische Überlegungen angestellt, sondern auch eine Expedition vor Ort durchgeführt, was in der Atlantis-Forschung eine bemerkenswerte Seltenheit ist. Jedenfalls steht die Hypothese in ihren Überlegungen in der bewährten Tradition einer langen Reihe von Hypothesen, die Atlantis in Nordafrika vermuten. Ob ihre Thesen alle richtig sind, darf stark bezweifelt werden. Vielleicht entlarven sich die im Satellitenbild deutlich sichtbaren Strukturen einmal als ein sensationeller Fund ohne jeden Bezug zu Atlantis. Der Elan und der Einfallsreichtum von a.petit zeigen sich bei seiner Hypothese im Detail: Zahlreiche Skizzen, Fotos und Karten werden von einem Feuerwerk der Ideen begleitet. Auch zum Diskus von Phaistos werden bemerkenswerte Überlegungen angestellt.
Leider hat der Autor an manchen Stellen auch über die Stränge geschlagen: Vor dem Hintergrund des gelieferten Belegmaterials ist seine Behauptung, Atlantis gefunden zu haben, viel zu stark. Auch ist die Charakterisierung von Atlantis als einer “Wiege der Zivilisation” etwas vollmundig. Doch überlassen wir diese Ungereimtheiten einem zukünftigen Selbstreinigungsprozess. Im Nachwort heißt es:
“Für mich ist dabei die wichtigste Erkenntnis, dass Lösungen von selbst entstehen können, wenn man sich nur das Recht herausnimmt, völlig unabhängige Gedankengänge zu entwickeln.”
Das kann man nur unterstreichen. Wir warten gespannt auf weitere Expeditionen ins Zielgebiet!
Homepage: http://www.expedition-atlantis.com
2 Kommentare
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Trackbacks
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Seid gegrüßt!
Eine durchaus überzeugende Theorie.
Platons Text lässt imho in der Tat eine Deutung Nordafrikas als Heimat der Atlanter zu.
http://www.expedition-atlantis.com/Buch/060.html
Bemerkenswert ist auch, dass der Autor Platons Zeitangaben für bare Münze nimmt und ein Atlantis am Ende der letzten Eiszeit lokalisiert.
Dafür sprechen auch im Forum bereits vorgestellte Höhlenzeichnungen und uralte, etwa aus dieser Zeit stammende Tempelanlagen in Nordafrika, Anatolien und über und unter dem Meeresspiegel auf Malta.
Meiner Ansicht nach aber handelt es sich auch hier wieder einmal um eines der zahllosen “Nachfolge-Atlantisse”. Einer weiteren Kultur, wie der der Minoer (Kreta und Thera), Phönizier, der Megalith-Kultur und eventuell der Seevölker auf Sizilien, Sardinien und Korsika, die ich als “Erben der Atlanter” bezeichnen würde.
Eventuell hat “a.petit” in Nordafrika und Lybien nichts anderes als eine der zahlreichen “atlantischen Kolonien” gefunden.
Deren Muttereich meiner Ansicht nach bis gegen Ende der letzten Eiszeit im Atlantik lag.
Und dessen Untergangsgeschichte sich bei seinen “Kindern” und den späteren Nachfolgekulturen immer wieder und wieder archetypisch wiederholte.
Kommentar von Lars