Mysteria3000

Alternative und interdisziplinäre Archäologie im Fokus

ISSN 1619-5744 / 1619-5752 - Impressum - 22.05.2012

Abydos

Zu den bekanntesten “Sieht-aus-wie” Indizien der PaläoSeti gehören vermutlich die “rätselhaften” Hieroglyphen aus dem Sethos-Tempel von Abydos, die erstmals während einer AAS-Studienreise im Mai 1990 in das Blickfeld der Prä-Astronautik fielen. [1] Die Hieroglyphen befinden sich in der Eingangshalle des Tempels und sollen nach Meinung einiger PaläoSeti-Forscher moderne Geräte und Fahrzeuge zeigen.

Die technisch anmutenden Hieroglyphen im Eingangsbereich des Abydos-Tempels.

Abb. 1: Die technisch anmutenden Hieroglyphen im Eingangsbereich von des Abydos-Tempels.

Die Thesen bezüglich der Hieroglyphen reichen in der grenzwissenschaftlichen Literatur hier von Hinweisen auf Außerirdische [2] bis hin zu der Vermutung, die Tatsache, dass die “technischen Objekte” sehr irdisch wirken würden, könnte auf Zeitreisende aus der Zukunft schließen lassen. [3]

Blick auf den Sethos-Tempel von Abydos.

Abb. 2: Blick auf den Sethos-Tempel von Abydos.

Der Tempel von Abydos liegt in einem großen Feld von Tempeln, Gräbern und Scheingräbern nahe Theben (Heute Luxor). Sethos I., der Vater Ramses des II. war es auch, der den Tempel mit den vermeintlich geheimnisvollen Hieroglyphen zu errichten begann, und dessen berühmter Sohn ihn dann vollendete. [4] Hier findet sich auch das berühmte Scheingrab für den Kopf des Osiris, das Osireion. Dem Mythos nach wurde Osiris von seinem Bruder Setz zerstückelt. [5] Auch das Osireion muss zwischenzeitlich für Spekulationen der PaläoSeti herhalten, so stellt Erdogan Ericivan die Vermutung in den Raum, das Osoreion wäre viel Älter als angenommen, womöglich sogar das älteste Bauwerk Ägyptens. [6]

Das Osireion, Scheingrab für Osiris.

Abb. 3: Das Osireion, Scheingrab für Osiris.

Dies ist natürlich unhaltbar, schon allein aufgrund der Tatsache, dass Osiris erst in der 5. Dynastie in Abydos zu Bedeutung kam, als er dort mit dem Lokalgott Chontamenti identifiziert wurde. [7] Ein Scheingrab für den Kopf des Osiris kann vorher also gar nicht in Abydos errichtet worden sein.

Auch die tatsächliche Erklärung für das moderne Aussehen der Hieroglyphen ist wesentlich weniger “fantastisch”. Wer sich den vermeintlichen Panzer einmal genauer ansieht, wird feststellen, dass er eine Menge Ähnlichkeit mit einer Hand hat (mehr noch als mit einem Panzer), und genau das soll die Hieroglyphe auch sein. Durch wiederholte Überschreibungen durch das Anbringen neuer Stuckschichten, die später aber wieder abfielen, ist hier rein zufällig lediglich der Eindruck entstanden (zumindest mit ein wenig Fantasie), hier technische Geräte und Fahrzeuge vor sich zu haben. Der Autor Michael Haase hat die Zusammensetzung der überlagernden Hieroglyphen minutiös dargestellt. [8] Für Mysteria3000 wurde diese Thematik bereits einmal in aller Ausführlichkeit durch Alexander Nertz und Markus Pezold zusammengefasst. [9]

Die Handdarstellung aus dem ägyptischen Alphabet als Grundlage für den 'Panzer'.

Abb. 4: Die Handdarstellung aus dem ägyptischen Alphabet als Grundlage für den ‘Panzer’.

Die Grundformen des 'U-Bootes'.

Abb. 5: Oben sehen wir das ägyptische ‘r’, dargestellt als Mund, der Grundkörper des ‘U-Bootes’ und darunter den Unterarm (‘c’), der das obere Stück des ‘U-Boots’ bildet.

Wer mit offenen Augen durch den Sethos-Tempel wandeln, wird an verschieden Stellen auch schnell die Hieroglyphen entdecken, aus denen sich die technisch anmutenden Darstellungen zusammensetzen.

Trotz dieser einfachen und überzeugenden Erklärungen, ist das alles trotzdem zuviel “Zufall”. [10] Und somit wird dann wohl auch der Mythos von den “rätselhaften” Hieroglyphen von Abydos in der grenzwissenschaftlichen Literatur vorerst weiterleben.

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Abbildungen

André Kramer

Anmerkungen

[1] vgl. Sachmann und Müller 1992, S. 121
[2] vgl. a.a.O. S. 117 ff.
[3] vgl. Rétyi 2000 S. 51
[4] vgl. Posener (O.J.), S. 240 f.
[5] vgl. a.a,O. S. 189 ff.
[6] vgl. Ercivan 2003 , S. 108 f.
[7] vgl. Posener (O.J), S. 9
[8] vgl. Haase 1996, S. 25 ff. u. Haase 2006, S. 18 ff.
[9] vgl. Pezold/Sperveslage, 2004
[10] vgl. Habeck 2004, S. 251

Literatur

Ercivan, Erdogan: Verbotene Ägyptologie. Rottenburg 2003

Haase, Michael: “Die Götterfahrzeuge von Abydos. Die Darstellung zweier Königstitulauren im Sethos I.-Tempel von Abydos”, in: G.R.A.L. Sonderband 10 Raum-Zeit-Kulturen. Eine Beitragssammlung aus den G.R.A.L.-Jahrgängen 1992 und 1993)

Haase, Michael: “The Representation of two Royal Names in the Sethos Temple at Abydos”, in: Legendary Times Vol. 7, No. 4, 2005 & Vol. 8 Vo1., 2006)

Habeck, Reinhard – Das Unerklärliche, Wien 2004

Pezold, Markus und Alexander Nertz (2004): “Abydos: Fahrzeuge der Götter. Diskussionen um zwei ägyptische Königstitulaturen”, in: Mysteria3000 – 4/2003. Im Internet: http://www.mysteria3000.de/wp/?p=167

Posener, Georges (Hrsg.) Lexikon der Ägyptischen Kultur. Wiesbaden (O.J.)

Rétyi, Andreas von (2000): Die Stargate-Verschwörung, Rottenburg

Sachmann, Hans-Werner/ Müller, Reinhold (1992): “Kuriose “Hieroglyphen” im Sethos-Tempel von Abydos”, in: Hrsg. Erich von Däniken – Neue kosmische Spuren, München 1992.

Über den Autor

Andre Kramer

Befasst sich seit 1995 mit den Themen der alternativen Archäologie, veröffentlichte Artikel für verschiedene Zeitschriften, Sagenhafte Zeiten, Incognitas, Q'Phaze, Journal für Ufoforschung, Deguforum und Mysteria3000.

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24 Kommentare

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  1. Ich weiß leider nicht, wie alt der Artikel ist, macht aber nichts (ah ja, sorry, 2.9.07). Ich habe schon einige schräge Erklärungen für ‘Unerklärliches’ zu Gesicht bekommen, aber bitte, nicht böse sein: DIESE Erklärungsversuche schlagen wirklich alles. Ich finde, hier wird mit den gleichen Methoden versucht, etwas ‘natürlich’ zu machen, wie es bei den Mysterikern auf der anderen Seite oft umgekehrt der Fall ist. Warum ist denn nicht ein ORDENTLICHES Photo dieser ‘Hieroglyphen’ zu sehen? Die Erklärungen 4. und 5. sind himmelschreiender Unsinn, das möchte ich hier festgehalten haben. Ich gehöre nicht zu diesen UFO-Utopisten, aber nach Betrachtung dieser ‘Hand’ und des ‘R’ wurde mir schon ein wenig mulmig zu Mute.
    Aber was nicht sein darf, das IST nicht.
    Trotzdem: gut, daß wir nicht alle einer Meinung sind.
    Gruß, Winfried

    Kommentar von Winfried

  2. Hallo Winfried

    Ein ordentliches Foto der Hieroglyphen habe ich deshalb nicht zu bieten, weil ich keine besseren machen konnte. Der Pfeiler auf dem diese zu sehen sind, ist einige Meter hoch und direkt im Eingangsbereich, leider laufen da auch die meisten Wächter herum und Blitz ist verboten.
    Die Erklärung ist übrigens alles andere als an den Haaren herbei gezogen. Sieh dir das ganze im Original an und du wirst sehen, was ich meine. Die in der PS-Literatur häufig gezeigte Abbildung ist eine digital veränderte. Man sieght übrigens neben den vermeintlich technischen Hieroglyphen ach weitere, bei denen es offensichtlich zu Überlagerungen durch Stukabplatzungen kam.

    Kommentar von Anré Kramer

  3. Sehr geehrter Herr Kramer,

    ich kann mich in den Ausfuehrungen nur Herrn “Winfried” anschliessen. Es gibt genuegend scharfe und deutliche Fotos der Hieroglyphen, die eindeutig technische Werke moderner Menschen, wie z. B. einen klar erkennbaren Hubschrauber zeigen, den sie in Ihrem geschaetzem Artikel nicht einmal erwaehnen. Ich halte es auch fuer absolut unfair die Hieroglyphen, die Ihre Theorie unterstuetzen als deutlich erkennbaren Fotos aufzuzeigen und zu dokumentieren, waehrend sie besagte Hieroglyphen, die das Gegenteil Ihrer Meinung darstellen, und die z. B. von Erich von Daeniken in seinen Buechern sehr deutlich und unverkennbar dargestellt wurden, nur schemenhaft darstellen.

    Im Internet gibt es genuegend Bildmaterial der besagten Hyroglyphen, die Sie durchaus haetten verwerten koennen.

    Aehnlich wie Herr “Winfried” glaube ich auch nicht alles, was ueber Ufos und Ausserirdischen berichtet wird und stehe solchen Meldungen mehr als nur sehr kritisch gegenueber. Aber Journalismus muss ueberpruefbar und vergleichbar sein. Ihre Darstellung war aber einseitig und nicht gut recherchiert.

    Es gibt nachweisbar keine aegyptischen Hieroglyphen, die auch nur im entferntesten an Hubschrauber, U-Boote oder Panzer aus heutiger Zeit erinnern.

    Viele Gruesse,
    Peter

    Kommentar von Peter

  4. Hallo Peter

    Schon auf den Beitrag von Winfried hin, habe ich geantwortet, dass es mir einfach nicht möglich war, ein besseres Foto vom Pfeiler zu machen, auf dem die von dir angesprochenen Hieroglyphen zu sehen sind. Die besseren Fotos zeigen Teile der Einzelelemente, aus denen sich die Hieroglyphen durch die Überlagerung zusammen setzen. Hier nochmal der Link zu einem umfangreichen Artikel zu Abydos hier bei Mysrteria, der viele deiner Anmerkungen klären sollte. http://www.mysteria3000.de/wp/index.php/abydos-fahrzeuge-der-gotter/
    Ansonsten empfehle ich auch, die von mir im Quellennachweis aufgeführten Artikel von Michael Haase herbeizuziehen.
    Ich sehe hier wieder das gleiche Problem wie immer, die Leute wollen es einfach nicht Wahrhaben, dass ein vermeintliches Rätsel keines ist, machen sich aber auch nicht die Mühe, sich einmal weiter zu informieren ;-)

    Kommentar von André Kramer

  5. Hallo, ich kann einige Ihrer Erklärungsversuche nachvollziehen und will es auch.
    Nur: Erklären Sie bitte auch den Helikopter. Erklären Sie die Monumentalbauten von Baalbek, Sacsayhuaman, die Überlieferungen, sonstigen Artefakte, Flugzeugmodelle aus
    Südamerika, die Kristallschädel, und vor allem die Nazca-Linien. Sie sind wie viele andere aufgeklärte & moderne Menschen sicher der Meinung, dass die Tierbilder /Scharrbilder
    DAS Rätsel von Nazca sind, aber ich denke sie sind nur Beiwerk. Schauen Sie auf die Linien und Sie MÜSSEN erkennen dass dort ein prähistorischer Flughafen gestanden haben MUSS. Vergleichen Sie Nazca mit Luftbildern von modernen Flughäfen. Und von den Unterwasser-Ruinen vor der Küste von Japan / Okinawa behaupten ja auch viele “Wissenschaftler” es wären natürliche Formationen. Dass diese natürlichen Formationen sich aber auf dem Land / den Inseln in Form von Tempeln wiederholen, lässt man ausser Acht. Ich denke, es gibt auf jeder Seite, die der Befürworter wie auch der Skeptiker / Leugner, fanatische Strömungen. Wer Augen hat sehe, aber ohne zu übertreiben. Grüße aus Düsseldorf

    Kommentar von R.Rivada

  6. Hallo R.Rivada
    Zu allererst einmal muss gesagt werden, dass ich KEIN Skeptiker bin. Ich stehe der Grundidee der Paläo-Seti nach wie vor sehr offen gegenüber, sehe aber die vielen Mängel, die sich vor allem in der Methodik widerspiegeln. Der PS fehlt es an einer wissenschaftlichen Methodik, ein Großteil basiert auf reiner, oberflächlicher Assoziation.
    Durch die mangelhafte Methodik kommt es zu den vielen ehlern. Zu Baalbek etwa habe ich hier auch keinen Beitrag stehen, der deutlich aufzeigt, wie schlecht häufig auch die Recherchen sind. Auch die Goldflieger habe ich hier behandelt und muss zu diesen sagen, dass eine Erklärung noch aussteht, diese also ein mögliches Indiz darstellen könnten.
    Nasca hingegen zeigt im Grunde keinerlei Rätsel, die von der EvD-Stiftung gemachten Untersuchungen wurden im ganz normalen archäologischen Arbeitsbetrieb schon lange vorher gemacht und publiziert. Sie stellen überhaupt gar kein Rätsel dar, vielmehr produziert die EvD-Stiftung hier vermeintliche Rätsel, die in Wahrheit nicht vorhanden sind.

    Kommentar von André Kramer

  7. Es gibt viele Bilder, die Fluggeräte oder Wesen in Raumanzügen zeigen oder auch ohne.
    Es gibt auch viele Bilder, die eindeutig UFOS zeigen, Ob Höhlen Zeichnungen oder eben gemalte bilder.
    Man findet in allen Kulturen dieser Welt, Geschichten von Begegnungen mit Götterwesen, (Engel) die vom Himmel kamen.
    In der ganzen Welt, finden sich antike Bauwerke, die wir selbst mit modernster Technik kaum nachbauen können.
    Eine plausible Erklärung dafür, wie die Menschen vor Tausenden von Jahren solche Bauwerke errichtet haben sollen, gibt es nicht.
    Es wird zwar versucht es zu erklären aber es klingt meistens lächerlicher wie die UFU und Alien Theorie.

    Naja…

    Kommentar von Richard

  8. Das einzige was Skeptikern bleibt ist eben auf die kleinen Fehler im Text aufmerksam zu machen.
    Es wird auch versucht es Theoretisch zu erklären, aber dazu braucht man meist mehr Fantasie…
    Auch wenn Nasca kein Flughafen war (ich denke nicht) oder auch wenn bestimmte Völker zu grossen Leistungen fähig waren, bleiben doch sehr viele sachen, die man nicht erklären kann und man wird es erst können, wenn man es verstehen möchte.

    Kommentar von Richard

  9. Ufos, Außerirdische, Innerirdische, all das sind mögliche Erklärungen für immer noch Unerklärliches.

    Ich beschäftige mich seit ca. 35 Jahren mit dem Thema Ägyptische Hochkultur und habe nach wie vor keine plausible Erklärung für die sonderbaren Hieroglyphen in Abydos, ebenso die Darstellung der Blumen des Lebens im Osireion (sie sind nicht gemeißelt, auch nicht gemalt-was denn dann?!).

    Die Konstruktionsart der beiden Großen Pyraminden (Cheops und Chefren) und die fast fugenlose Verarbeitung dieser Monumente sind ebenso rätselhaft wie die Konstruktion des Taltempels der Sphinx (hier scheinen großformatige Steine “um die Ecke zu gehen”, sozusagen als Winkelsteine). Wie konnten Steine mit einer hohen Dichte mit den damaligen Werkzeugen so messerscharf behauen werden?
    Und wozu hatten die Pyramiden (Cheops und Chefren) Verblendsteine, die fugenlos waren? Vielleicht brauchte man ja ein wasserdichtes Bauwerk?

    Nach wie vor habe ich auch keine Erklärung für den Transport der Granitsarkophage tief ins Erdinnere von Sakkara und ins Tal der Könige.
    Und selbstverständlich will ich irgendwann das Innenleben der Sphinx vor Ort besichtigen.

    Meine Frage zu all diesen Ungereimtheiten:
    Kann es sein, daß uns die ägyptische Regierung und Zahi Hawass uns absichtlich Wissen vorenthält und uns für dumm verkauft?!!!
    Oder gibt es eine andere Erklärung, warum die Sphinx der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, stattdessen umzäunt und streng bewacht ist?
    Warum wird uns der Film über die Untersuchung der “Luftschächte” in der Königinnenkammer der Cheopspyramide nach wie vor vorenthalten?
    Warum werden ausgerechnet jene Bauwerke oder Teile davon, die die allergrößten Fragen aufwerfen, einfach der Öffentlichkeit entzogen?

    Ich freue mich auf Ihre Antworten.

    Kommentar von Karin Birkefeld

  10. Hallo Herr Kramer,

    Ihre Erklärungs- bzw. Rechtfertigungsversuche zum Alter des Osireion halte ich für naiv.

    Zitat:
    Dies ist natürlich unhaltbar, schon allein aufgrund der Tatsache, dass Osiris erst in der 5. Dynastie in Abydos zu Bedeutung kam, als er dort mit dem Lokalgott Chontamenti identifiziert wurde. [7] Ein Scheingrab für den Kopf des Osiris kann vorher also gar nicht in Abydos errichtet worden sein.

    Unter Umständen wurde dieser Tempel viele Tausend Jahre vorher einer ganz anderen Gottheit geweiht?
    Solange wir nichts über die Erbauer wissen, sollten wir uns zurückhalten bezüglich der ursprünglichen Funktion und des Nutzens dieses Bauwerks.

    Kommentar von Karin Birkefeld

  11. Das Osireion stammt definitiv von Sethos I unn von niemand anderem. Die wesentliche Ausgrabung dazu stammt von Henry Frankfort, der als erster den ganzen Komplex freilegte 8die früheren grabungen konnten aus Geldgründen nur kleine teile freilegen). Dabei entfente frankfprt aus Sicherheitsgründen auch Wandblöcke und deckenstrukturen – und fand auf der RÜCKSEITE der Baublöcke, und auf Schmetterlingsklammern, die seit dem Bau der Anlage nicht mehr erreichbar waren, den Namen von Sethos 1.

    Das sogenannte Osiris-Grab von Abydos wurde erst ab dem Mittleren Reich verehrt – und war in Wirklickkeit das Grab des Djer in Um el Kabb bei Abydos, rund 4 km vom Osireion weg.

    Osiris ist übrigens ein später Gott, der erstmals gegen Ende der 5. Dynastie erwähnt wird…

    Für Jemanden, der sich 35 Jahre mit Ägypten beschäftigt, sollte das eigentlich Basiswissen sein :-)
    Die “Blumen des Lebens” habe ich übrigens bei meinen bisher 3 Besuchen im Osireion nicht auffinden können – und ich habe alle Säulen danach abgesucht. Daher bietet sich hier eine Dritte Herstellungsmethode an: Photoshop.

    Und wenn dei großen Pyramiden “lückenlos” sein sollen, habe ich wohl die letzten 20 Male andere Pyramiden besucht und fotografiert :-) Ich fand sie jedenfalls relativ schlampig gebaut.

    Kommentar von Frank D

  12. Tja,
    die Frage ist, wer oder was hier unter Sethos I. verstanden wird. In Abydos gibt es ein Relief oder eine Wandmalerei von ihm, die ihn als Gott (möglicherweise Tooth) darstellt (die wurde von EvD und in Kritik an ihm von Marcus Pössel schon falsch als “Reinigungsszene” interpretiert). Und Herodot nennt Sethos I. den letzten der Halbgötter, wenn ich nicht irre. Man(n) muß also schon ein wenig genauer hinsehen.
    Peter Nowak

    Kommentar von Peter Nowak

  13. Ergänzung:
    In Herodot “Historien” II, 141 heißt es:

    “Nach diesem habe der Priestr des Hephaistos regiert, der Sethos hieß.”

    in II, 142 sagt er dazu:

    “Und sie” (die vorher genannten “Ägypter und Priester”) “zählten mir vor, vom ersten König bis hin zu diesem Priester des Hephaistos, der zuletzt regierte, dreihundert und einundvierzig Generationen von Menschen …”

    In II, 143 werden sie von Herodot “Piromis” genannt, was er mit “der Edle und Tüchtige” übersetzt. Sie sind gleichbedeutend mit den Heroen der Griechen (bei Diodor werden sie auch “Heroen” genannt!), mit dem Unterschied, daß letztere von den olympischen Göttern abstammen, die “Piromis’” aber von den Titanen, die diesen vorangingen.

    In der Tat sagt Herodot in II, 144:

    “Was aqber die Zeit vor diesen Leuten” (den oben genannten Piromis’) “betrifft, da seien Götter die Regenten in Ägypten gewesen…”

    Das stimmt mit dem überein, was er bereits in II, 142 ausaführte:

    “So sei in zehntausend und tausend und dazu vierhundert und vierzig Jahren, sagten sie” (die Ägypter und Priester) “kein Gott in Menschengestalt aufgetreten.”

    Damit übereinstimmend werden im Fragment 1 zu Manetho nach der armenischen Version der “Chroniken” des Eusebius als Herrscherdynastien genannt:
    1. Götter,
    2. Halbgötter,
    3. Totengeister (Manen) und
    4. sterbliche Könige.
    (W.G. Waddell “Manetho”, Seite 3)

    Auf die Götter folgen danach die Halbgötter in der Regierung. Die 11440 Jahre nach Herodot rechnen nicht von seiner Zeit zurück, sondern beschreiben vielmehr einen Zeitraum IN DER VERGANGENHEIT! Das wird auch in “Historien” II, 142 deutlich gesagt:

    “Weder aus der früheren Zeit noch aus der späteren, BEI DENEN, DIE DANN WEITERHIN KÖNIGE VON ÄGYPTEN GEWORDEN SIND, haben sie etwas derartiges erzählt.” (Hervorhebung von mir).

    Die 11440 Jahre nach Herodot müssen sich auf den Zeitraum beziehen, der sich nach Fragment 1 zu Manetho (Waddell Seite 5) auf 11025 Jahre errechnet bzw. nach FRagment 2 (Waddell Seite 13) mit 11985 Jahren angegeben wird. Der bei Herodot “Priester des Hephaistos” genannte “Sethos” muß daher mit dem “Hephaistos” der Dialoge “Timaios” und “Kritias” gleichbedeutend sein. Seine Zeit rückt damit in die Zeit zwischen 9500 v.Chr. und 8500 v.Chr. (Datum der Flutkatastrophe) zurück.

    Nun könnte man dagegen einwenden, daß Herodot in II, 141 doch den Einfall des Sanherib in Ägypten in der Zeit von Sethos angibt, was zweifellos nicht so lange her ist. Dieser Einwand wäre zwar inhaltlich berechtigt, aber nicht stichhaltig, da Herodot an mehreren Stellen bewußt irreführende Angaben macht, um die eigentlichen Zusammenhänge einem erlesenen Kreis der damaligen griechischen Oberschicht vorzubehalten. Dafür spricht u.a. auch der Gebrauch, den ein gewisser Jamblichus von einer Überlieferung macht, die ansonsten nicht in dieser Form bekannt ist, die Anspielungen von Pausanias usw.
    Peter Nowak

    Kommentar von Peter Nowak

  14. Hallo Herr Frank D,

    ich danke Ihnen für Ihre ausführliche Antwort.

    Allerdings stimme ich bezüglich des Alters von Osiris nicht mit Ihnen überein.

    Bezüglich der Verblendsteine an der Nordfassade der Cheopspyramide: für mich sind sie erstklassig gearbeitet, nicht die Spur von Schlamperei.

    Zitat:

    Die \”Blumen des Lebens” habe ich übrigens bei meinen bisher 3 Besuchen im Osireion nicht auffinden können – und ich habe alle Säulen danach abgesucht. Daher bietet sich hier eine Dritte Herstellungsmethode an: Photoshop.

    Ich habe der Säule direkt gegenüber gestanden, sie liegt rechts neben der Holztreppe, die in das Wasserbecken führt.

    Kommentar von Karin Birkefeld

  15. Korrektur:
    Ooops, da sind mir in der Eile zwei dumme Fehler unterlaufen, die ich korrigieren möchte.

    1.) zur Zeit des “Sethos” bei Herodot hatte ich geschrieben:

    “Seine Zeit rückt damit in die Zeit zwischen 9500 v.Chr. und 8500 v.Chr. (Datum der Flutkatastrophe) zurück.”

    Richtig muß es natürlich heißen:

    Seine Zeit rückt damit in die Zeit zwischen 17500 v.Chr. (Machtübernahme der 12 olympischen Götter von den 8 titanischen) und 8500 v.Chr. (Datum der Flutkatastrophe) zurück.

    2.) Sodann hatte ich Jamblichus, den ich gerade lese, mit dem athenischen Redner Isokrates verwechselt. Der letztere war es, der eine sonst unbekannte Überlieferung vom Krieg gegen die Giganten in einer Rede auf die Perserkriege anwandte und damit bewies, daß die griechische Oberschicht mehr Details dieses Krieges gegen die Giganten kannte, als in den mythologischen Sammelwerken auftauchen.
    Peter Nowak

    Kommentar von Peter Nowak

  16. @Frank D.
    Das Alter des Osiris danach zu bemessen, wann sein Kult Bedeutung erlangte, ist in der Tat eine lustige Ausführung. Nach Fragment 1 zu Manetho von Eusebius war Osiris der fünfte der ersten acht herrschenden Götter, nach anderer Überlieferung der vierte. Das rückt seine Zeit nach der Angabe bei Herodot vor 17500 v.Chr. zurück, was sich in etwa mit den Angaben bei Diodor und in den Fragmenten zu Manetho deckt. Diese antiken Angaben gehen alle auf die Ägypter selbst zurück, wobei die Quellen derselben heute nicht mehr (oder noch nicht, wenn man den Fortschritt der Unterwasserarchäologie in der Region betrachtet) zur Verfügung stehen. Was die Wissenschaft dem entgegen zu stellen hat, ist dürftig und läßt sich in dem Satz zusammenfassen:

    “Weil, so schloss man messerscharf,
    nicht sein kann, was nicht sein darf.”

    Die Datierung des Osireions spricht dazu Bände:
    - Kein Wort über die zu der angenommenen Zeit ungewöhnliche Architektur,
    - kein Wort zu der offensichtlich gleichen Technik der Steinverklammerung, wie sie in Tiahuanako zu finden ist, wobei zwar die Form der Klammern variiert, aber das Material in beiden Fällen gleich ist, nämlich Silber!
    Das letztere ist ja nun wohl zu ungewöhnlich, um es als “zufällige” Parallelität abzutun, zumal “Zufall” ohnehin nur ein Informationsdefizit beschreibt. Solche Pseudo-Erklärungen bringen die Wissenschaft nicht weiter, sondern blockieren auf unabsehbare Zeit die Erkenntnis von Tatsachen und Zusammenhängen. Sie sind insofern der Feind jeder auf Erkenntnis bedachten Wissenschaft.
    Peter NOwak

    Kommentar von Peter Nowak

  17. Ergänzung:
    Und weil ich es gerade durchgesehen habe, hier noch ein Hinweis: Die astronomische Datierung der Ruinen von Tiahuanaku in dem Artikel “Der Sonnentempel in den Ruinen von Tihuanacu” (http://www.mysteria3000.de/wp/?p=195) auf 10000 bzw. 15000 v.Chr. liegt genau innerhalb des von mir gesteckten Zeitrahmens für Sethos bzw. den Bau des Osireions. Angesichts der gleichen Technik der Steinverklammerung und der altertümlichen Architektur des Osireions (für die man schon eine einleuchtende Erklärung bringen müßte, wenn man es denn in historische Zeiten datiert) scheint mir dies ein in beide Richtungen wirkendes Indiz für das Alter beider Bauten zu sein.
    Peter Nowak

    Kommentar von Peter Nowak

  18. @Peter Nowak
    Ich danke Ihnen für die ausführliche Info über das Alter des Osiris.
    Spannend auch der Teil über die Altersbestimmung eines Bauwerks in Abhängigkeit der Neigung der Erdachse. Ich wußte garnicht, daß sich damit schon jemand so ausführlich beschäftigt hat. Mir “kam sie plötzlich in den Sinn”.
    Karin Birkefeld

    Kommentar von Karin Birkefeld

  19. @Karin Birkefeld
    Tja, aber eben nur in Bezug auf Tiahuanacu! Obwohl die Methode eindeutig wissenschaftlich ist, werden ihre Ergebnisse selbst in diesem Fall nicht anerkannt und zu Gunsten einer fadenscheinigen Datierung in historische Zeiten fallen gelassen.Daß es sich bei Tiahuanacu mal um einen Hafen handelte, wird noch zähneknirschend zugestanden, aber angeblich nur ein Binnensee-Hafen. Kein Wort zu der Meer-Brandungslinie in dieser Höhe!
    Und die Aegyptologen sind noch schlimmer! Da gibt es einen Streit in Amiland zwischen Geologen und Aegyptologen um das Alter der Sphinx. Die Geologen argumentieren mit den deutlichen Zeichen für Wassererosion (eindeutig von Winderosion zu unterscheiden), die Aegyptologen mit ihrer zusammengestoppelten Chronologie. Geradezu zum Lachen! Selbstverständlich hätte in diesem Fall, wissenschaftlich betrachtet, die Geologie den Vorrang. Aber mit Wissenschaft hat das Gehabe der Aegyptologen natürlich nichts mehr zu tun, das ist nur noch Ideologie.
    Peter Nowak

    Kommentar von Peter Nowak

  20. @Peter Nowak
    …da fragt man sich doch gerne: wem nützen denn nun diese bewußten Falschaussagen?
    Warum tun sich alle Beteiligten nur so schwer, das Alter der Sphinx preiszugeben und vor allem: einem Jeden den Eintritt in diese Skulptur zu erlauben. Was wird hier, verdammt nochmal, vor der Öffentlichkeit verborgen?
    Karin Birkefeld

    Kommentar von karin birkefeld

  21. Hallo Peter, Hallo Karin,

    darf ich euch auf unser neues Forum aufmerksam machen: http://www.mysteria3000.de/forum. Würde mich freuen, wenn ihr euch dort beteiligt. Dort ist es für andere einfacher auf eure Fragen/Beiträge zu antworten.

    Wir führen gerade die ersten Tests durch, die Kommentare hier mit dem Forum zu verbinden.

    Gruß Markus

    Kommentar von Markus Pezold

  22. Lieber Peter,
    Du hast zwar eine wortgewaltige Polemik drauf (herzlichen Glückwunsch dafür, Du trittst wohl in Peter Kaschels Fußstapfen), dummerweise fehlt es Dir aber eindeutig an fundiertem Hinergrundwissen.

    Du weißt schon, wann Manetho lebte, und was von ihm erhalten ist? Und Du weißt schon, dass es ältere ägyptische Chroniken gibt, wie den Annalenstein, auf dem kein Wort von Osiris als Vorzeitherrscher zu sehen ist?
    Und wenn Osiris in keiner der Texte, der vor Mitte der 5. Dynastie erschienen ist, auftaucht, spricht das eine ziemlich deutliche Sprache. und wenn Du auch nur einen Fitzel der Tradierungsgeschichte der Osirislegende kennen würdest, wüsstest Du auch, dass al die lustigen Teile wie König, Lehrmeister für Ackerbau und und und langsam über die Jahrtausende hinzugekommen sind.

    Aber warum sollte Dich das interessieren? So wie ich das sehe, bist Du ja das neue Universalgenie, und alles was Dir nicht in den Kram passt ist eine Verschwörung der Wissenschaft, Unterdrückung von Wissen oder ähnlicher Stuss. Klar doch :-D

    Von Bautechnik hast Du ebenfalls keine Ahnung. Schwalbenschwanzklemmen wurden überall auf der Welt unabhängig erfunden – und variieren doch in Details. Die erste Schwalbenschwanzklemme in Ägypten wurde im Taltempel von Chefren verbaut – noch aus Holz. In Lischt (Mittleres Reich) wurden sogar die einzelnen Pyramiden-Deckblöcke geklammert. Hatschepsut verwendete erstmals Klammern aus gegossenem Kupfer (wie in Tiwanaku rund 2000 Jahre später verwendet). Die im Osireion waren aber aus zugehauenem Stein.

    Ich finde es echt faszinierend, wie Du Dich mit Deinem Halb- und Unwissen so wortgewaltig aus dem Fenster lehnst. Aber wie sagte schon Bertrand Russel: Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.

    In diesem Sinne…

    Ach ja: *plonk*

    P.S.: Kann es sein, dass Du auch auf Allmy rumtobst? Da ist zumindest ein User mit ähnlichen Bildungslücken und identischer Polemik…

    Kommentar von Frank D

  23. @ alle

    Ich erwarte von diesem Formum, daß man respektvoll mit seinem, wenn auch unsichtbaren, Gegenüber umgeht. Es kann nicht angehen, daß hier anzügliche Bemerkungen und Beleidigungen ausgesprochen werden. Das ist unterstes Niveau und nicht die Spur spirituell.

    Kommentar von karin birkefeld

  24. Tja,
    der gute Frank D hat ja geplonkt, also ist es müßig, ihm zu antworten, aber für alle Mitleser soviel:
    Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen! Wer selbst völlig unbedarft ist, sollte anderen keine Unbedarftheit unterstellen.

    Und damit ich nicht mit Frank D auf einer Ebene stehe oder besser liege, hier die Begründung:

    Es ist schon ziemlich unbedarft, aus der Nichterwähnung in der Form Schlüsse zu ziehen, wie es Frank D macht. Die Pyramidentexte der 5. u. folgenden Dynastien geben bereits ein vollständiges Bild der Osiris-Geschichte, sie muß also noch älter sein.

    ZU den Klammern: Für Tiahuanacu und für das Osireion habe ich Belege, daß die Klammern aus Silber waren. Und Steinklammern für Stein ist ja wohl ziemlich unwahrscheinlich.

    Ansonsten bleibt mir nur der Hinweis, daß Leute, die wirklich was drauf haben, erfahrungsgemäß nicht nötig haben, ihre mangelhaftes Benehmen öffentlich zu kultivieren. Das wirft ein schlechtes Bild auf die Erzieher.
    Peter Nowak

    Kommentar von Peter Nowak

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